Welche Wichtigkeit diese Zweitliga-Partie im Berliner Olympiastadion für die SpVgg Greuther Fürth hatte, das sollten die Fürther Spieler direkt bei der Anreise merken. Der Klub hatte sie mit einem T-Shirt eingekleidet, das zweierlei für sie sein sollte: Mahnung und Auftrag für diesen Sonntagnachmittag (10.05.2026) in der 2. Fußball-Bundesliga.
"Unser Kleeblatt, das wird niemals untergehn'n", stand auf dem grünen Shirt - doch die Spieler beherzigten die Worte nicht. Die Franken unterlagen der Hertha 1:2 (0:0) am 33. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga - trotz eines dicken Chancenplusses, 29:8 Torschüssen und einer insgesamt einstündigen Überzahl. "Das ist im ersten Moment sehr, sehr bitter", sagte der Fürther Angreifer Noel Futkeu.
Die SpVgg kann den Klassenverbleib am letzten Spieltag der Saison am kommenden Wochenende damit nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Realistischerweise könnte den Franken aufgrund ihres Torverhältnisses ohnehin nur noch der Sprung auf den Relegationsplatz glücken. "Wir müssen uns straffen und voller Energie ins letzte Spiel gehen", sagte Futkeu. Dann gastiert Fortuna Düsseldorf in Fürth.
Frühe Rote Karte für Herthaner Brekalo - Fürther Klaus trifft Latte
Die Partie begann mit verhaltenen Fürthern, die sich den ersten Jubel zwar aus nächster Nähe ansehen konnten - allerdings freuten sich die Berliner auf dem Rasen. Der ehemalige FC-Bayern-Spieler Mickael Cuisance traf nach einem feinen Haken im Strafraum zum vermeintlichen 1:0, er stand zuvor allerdings im Abseits (28. Minute).
Glück fürs "Kleeblatt", das sich sodann auf die eigenen Stärken besann. Das Team von Trainer Heiko Vogel konterte nach einem Hertha-Eckball flink über den Liga-Toptorjäger Futkeu, der schlau in den Lauf von Felix Klaus legte. Der Ex-Bundesliga-Mittelfeldspieler rannte alleine aufs Tor von Tjark Ernst zu - und wurde vorm Strafraum vom Berliner Josip Brekalo gefoult. Klarer Fall: die Rote Karte. Den anschließenden Freistoß zimmerte Klaus an die Latte (33.).
Ein Gegentor, wie es nur ein Absteiger kassiert
Kapital aus der insgesamt 60-minütigen (!) Überzahl konnte das Kleeblatt nicht schlagen. Im Gegenteil: Kurz nach der Halbzeit jubelten erneut die Berliner - und zwar durch das offenbar auch vom FC Bayern umworbene deutsche Toptalent Kennet Eichhorn. Der 16-Jährige vernarrte mit einer Körpertäuschung die gesamte Fürther Hintermannschaft und traf frei vor SGF-Torwart Silas Prüfrock zum 1:0 (55.). Es war, das muss man festhalten, ein Gegentor, das so vermutlich nur ein Absteiger kassiert.
Im Gegenzug versuchte sich der eingewechselte Felix Higl am Ausgleich, köpfte aber knapp daneben (67.). Danach rannten die Franken immer wieder an, kamen im viel bevölkerten Strafraum aber zu keinen nennenswerten Gelegenheiten. Und so war es Cuisance vorbehalten, noch einmal zu jubeln. Per fulminanten Weitschuss aus 20 Metern traf er zum 2:0 (84.).
Wilde Schlussphase - doch Fürth scheitert immer wieder an Ernst
Die Entscheidung? Nein - es war stattdessen der Auftakt einer wilden Schlussphase! Denn Fürth besann sich spät - und letztlich zu spät - doch noch auf die Worte auf dem T-Shirt. Futkeu köpfte sein insgesamt 18. Saisontor (88.). Kurz darauf tauchte sein Sturmpartner Branimir Hrgota mit seiner ersten echten Torchance im Strafraum auf - doch Ernst parierte im linken untern Toreck souverän (90.+1).
Umittelbar danach war es nach einem langen Ball erneut Ernst, der in Manuel-Neuer-Manier weit vorm eigenen Tor entscheidend klärte. Das war der Schlusspunkt eines ärgerlichen Fürther Auswärtsauftritts, der die Franken dem Abstieg nun bedrohlich nahe bringt.
Im Video: die Stimmen zum Spiel
Fürther Frust in Berlin
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