Was für ein Kontrast innerhalb eines Jahres: In der vergangenen Saison startete der 1. FC Nürnberg mit einem Pokal-Schock in die Spielzeit. Beim Regionalligisten FV Illertissen scheiterte der Club bereits in der ersten Runde im Elfmeterschießen.
1. FC Nürnberg: Vom Krisenjahr zum Höhenflug
Auch in der Liga ging es anschließend nicht besser weiter. Nach vier Spieltagen stand das Team von Miroslav Klose mit gerade einmal einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz. Drei Niederlagen, ein Unentschieden und nur ein erzieltes Tor – der erste Saisonsieg ließ sogar bis zum sechsten Spieltag auf sich warten: Beim Club herrschte früh Krisenstimmung. Am Ende landete Nürnberg auf Rang acht – solide, aber mit 46 Punkten weit entfernt von den Top drei.
Ein Jahr später ist die Ausgangslage eine völlig andere. Nürnberg ist im Pokal weiter, in der Liga ungeschlagen und hat nach vier Spieltagen zehn Punkte auf dem Konto. Dazu kommen 13 Tore. Aus dem Krisenklub ist plötzlich ein Aufstiegskandidat geworden.
Nürnbergs Offensive ist deutlich gefährlicher
Vor allem die offensive Ausbeute sticht heraus. 2025/26 erzielte Nürnberg in 34 Ligaspielen 47 Tore – durchschnittlich 1,38 pro Partie. Aktuell sind es 3,25 Treffer pro Spiel. Natürlich ist der Vergleich nach nur vier Spieltagen mit Vorsicht zu genießen. Trotzdem zeigt er, wie sich das Erscheinungsbild der Mannschaft verändert hat.
Die Franken kommen in dieser Spielzeit früh zu klaren Führungen. Gegen Dresden (3:0) stand es zur Pause 2:0, gegen Bielefeld (4:1) führte der FCN nach 38 Minuten bereits 3:0. Im Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth (4:2) bewies Nürnberg nach zweimaligem Rückstand die Qualität, ein Spiel noch zu drehen.
Der aktuelle Club wirkt zielstrebiger und effizienter. Chancen werden schneller in Tore umgemünzt, Rückstände bringen die Mannschaft nicht aus dem Konzept.
Schwache Gegner? Nürnberg nutzt seine Chancen
Bei aller Euphorie lohnt sich ein Blick auf das Auftaktprogramm. Dresden, Fürth, Bielefeld und Kiel waren die ersten vier Gegner. Keine dieser Mannschaften steht derzeit in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga.
Das schmälert Nürnbergs Bilanz nicht. Die Franken haben ihre Aufgaben erfüllt und die Punkte gegen Mannschaften aus dem unteren und mittleren Tabellenbereich konsequent eingefahren. Genau das ist die Basis für eine erfolgreiche Saison – und bislang macht der Club daraus das (fast) Maximum.
Konstanz - als Schlüssel zum Traumstart
Das war in der vergangenen Saison anders. Zu häufig ließ Nürnberg Punkte liegen. Klose hatte die fehlende Konstanz selbst als eines der größten Probleme ausgemacht. Zum Saisonstart forderte der Trainer deshalb vor allem eines: Der Fehlstart des Vorjahres sollte sich nicht wiederholen.
Das ist gelungen. Der Trainer spricht von "richtig guten Leistungen" und einer neuen Leichtigkeit. Vor einem Jahr Tabellenletzter nach vier Spieltagen, heute zehn Punkte, 13 Tore, ungeschlagen und Platz zwei: Nürnberg hat innerhalb eines Jahres vor allem eines verändert – die Konstanz.
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