Sowohl der FC Ingolstadt 04 als auch die Würzburger Kickers waren am Samstagnachmittag beim Auftakt in die 3. Liga auf der Suche nach einer richtungsweisenden Erkenntnis. Während der Aufsteiger aus Würzburg gut mit dem Punktgewinn beim 2:2 im Audi-Sportpark leben und gleich zu Beginn der Saison ein Statement setzen konnten, ging bei den Schanzern das Gefühl um, dass vor heimischer Kulisse deutlich mehr drin gewesen wäre.
Remis zum Auftakt: Ingolstadt hat "dilettantisch verteidigt"
"Am Ende überwiegt ein bisschen die Bitterkeit, dass wir nicht mehr als einen Punkt mitgenommen haben", fasste Lars Lokotsch, der einer von acht Neuzugängen im bisherigen Transfersommer war, die Gemütslage beim FCI zusammen. "Würzburg nimmt den Schwung aus der vergangenen Saison mit, die kannst du dann nicht einfach abschalten. In der zweiten Halbzeit standen sie tiefer, haben es uns schwerer gemacht – und uns fehlten die Lösungen. Am Ende des Tages war mehr drin. Das ist sehr, sehr schade."
Vor allem in der ersten Halbzeit war Ingolstadt am Drücker, die Offensive rund um Stürmer Lokotsch, der das 1:0 beisteuerte, erarbeitete sich vielversprechende Chancen. Vor knapp 5.200 Zuschauern mussten die Schanzer letztlich aber lernen, dass eine altbekannte Weisheit auch heute noch zutrifft: Wer die Tore vorne nicht macht, kassiert sie hinten.
"Nach vorne haben wir sehr, sehr ordentlich gespielt. Aber nicht alle unserer Chancen haben wir so genutzt, wie wir es sollten. Hinten haben wir dilettantisch verteidigt", sprach Geschäftsführer Harald Gärtner die beiden vergebenen Führungen in den ersten 45 Minuten an. "Wenn ich mir bei dieser Hitze zweimal eine Führung erspiele, dann muss ich einfach mit Hunger und Gier verteidigen. Diese Emotionalität und Widerstandsfähigkeit, die uns einmal ausgezeichnet haben, müssen wir uns wieder erarbeiten."
Video: Wittmann und Lokotsch ordnen Remis zum Auftakt ein
Sabrina Wittmann und der FC Ingolstadt mussten sich mit einem Unentschieden zufriedengeben
FCI-Trainerin Wittmann: "Das ist uns nicht gelungen"
Nach der sportlich durchwachsenen Saison 2025/26 mit Platz zwölf konnte Ingolstadt zwar nicht das erhoffte Ausrufezeichen setzen, entmutigen lässt man sich beim FCI aber noch lange nicht. "Grundsätzlich bin ich mit den 90 Minuten zufrieden. Vor allem mit den Anfangsphasen beider Halbzeiten, in denen wir den Gegner in seine Hälfte getragen haben", hielt Trainerin Sabrina Wittmann fest. Die 35-Jährige habe auch die Kaltschnäuzigkeit ihrer Schützlinge – und zwar in beiden Strafräumen – vermisst, aber: "Wir fahren sehr selbstbewusst nach Münster. Auch weil wir sehr viele Phasen hatten, in denen wir es gut gemacht haben", blickte sie auf das Gastspiel bei Preußen Münster am kommenden Wochenende (15. August, 14.00 Uhr).
Würzburg freut sich auf erstes Heimspiel in 3. Liga
Auf der anderen Seite stand ein Aufsteiger, der nach vier Jahren Abstinenz wieder einen Punktgewinn in der 3. Liga bejubeln durfte – auch dank seiner beeindruckenden Mentalität. "Wir wussten, wie schwer es auswärts in Ingolstadt wird. In der ersten Halbzeit haben wir den Gegner stark gemacht. Uns war klar, dass sie hoch pressen – und trotzdem spielten wir den Ball immer wieder ins Pressing hinein", sagte Kickers-Kapitän Daniel Hägele.
Mit dem Ausgleich aus dem Nichts in der 21. Minute wandte sich allmählich das Blatt, in der zweiten Halbzeit bewegten sich die Würzburger schließlich auf Augenhöhe mit den Gästen. "Man hat gemerkt, dass es das erste Spiel war", bezog sich Hägele auf die anfänglichen Schwierigkeiten. "Wir wussten nicht so richtig, wo wir stehen. Wir waren auch noch nicht so lange zusammen mit all unseren Neugängen."
Am nächsten Spieltag steht das erste Heimspiel für die Kickers in der 3. Liga an. Den Aufsteiger erwartet am Dallenberg gegen die SV Wehen Wiesbaden (14. August, 19.00 Uhr) eine einzigartige Atmosphäre, die sich bereits in den vergangenen Wochen bemerkbar gemacht hat. "Die Vorfreude ist extrem groß. Man merkt es in der Stadt: Die Menschen freuen sich auf die 3. Liga", schwärmte Hägele. "Wir wollen jetzt alles auf dem Platz lassen und die Menschen, die es gut mit uns meinen, mitreißen."
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