Beim FC Ingolstadt 04 geht es derzeit Schlag auf Schlag. Erst trennte sich der Drittligist von Trainerin Sabrina Wittmann, wenige Stunden später stand fest, dass Achim Beierlorzer das Ruder übernimmt. Lange Anlaufzeit blieb dem neuen Coach nicht: Bereits am Dienstag leitete der 58-jährige Mittelfranke seine erste Einheit.
Und die hatte es offenbar in sich. Kapitän Lukas Fröde sprach von einem intensiven Training und einer Aufbruchstimmung, Beierlorzer lobte die gute Energie. "Ich bin begeistert, es hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht", sagte der neue FCI-Trainer. Beierlorzer habe in der Gruppe gute Charaktere ausgemacht, die unbedingt etwas erreichen wollten. "Und das ist etwas ganz Wichtiges."
Beierlorzer fordert hohe Intensität und aktiver Fußball
Beierlorzer habe der Mannschaft vom ersten Moment an vermittelt, was er von ihr erwartet, erzählte Fröde später. "Die ersten Prinzipien konnten wir Spieler schon erkennen", sagte Fröde.
Zwei Dinge verlange Beierlorzer von der Mannschaft: "Eine hohe Intensität und eine hohe Aktivität auch mit dem Ball." Die Spieler sollen sich immer wieder anbieten und an allen Positionen aktiv sein. "Wenn wir dann auch noch Freude und Begeisterung reinbringen, dann haben wir schon ein paar Punkte", so Beierlorzer.
Damit knüpft der Trainer an eine Spielidee an, für die er auch in seinen bisherigen Stationen etwa bei der SpVgg Greuther Fürth, bei RB Leipzig, beim 1. FSV Mainz oder beim 1. FC Köln stand: hoch attackieren, hohe Ballgewinne erzielen und ein gutes Gegenpressing etablieren.
Doch beim Drittligisten an der Donau sei man sich auch bewusst, dass sich diese Prinzipien nicht innerhalb weniger Tage vollständig umsetzen lassen. "Es geht nicht von heute auf morgen", sagte Kapitän Fröde. Es brauche Zeit, bis die Abläufe von jedem einzelnen Spieler verinnerlicht seien. "Jetzt müssen wir die nächsten Wochen intensiv weiterarbeiten."
Fröde über Neustart: "Jeder möchte sich von bester Seite zeigen"
Dass die Mannschaft beim ersten Training besonders engagiert zu Werke ging, überrascht Fröde nicht. "Die Kabine war heute recht früh recht voll", berichtete der 31-Jährige. Schließlich wisse jeder Spieler, dass mit einem neuen Trainer die Karten neu gemischt werden. "Jeder möchte sich gerade zu Beginn von der besten Seite zeigen."
Diese Situation habe sich unmittelbar auf das Training ausgewirkt. "Das alleine löst in so einer Truppe was aus", sagte Fröde. Viele Spieler hätten versucht, sich zu zeigen, wodurch auch das Trainingsniveau gestiegen sei. Die Herausforderung bestehe nun darin, diese Intensität über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten und auch mit ersten Enttäuschungen umzugehen.
Beierlorzer über Wittmann: "Sabrina hat gute Arbeit geleistet"
Beierlorzer selbst will bei seinem Amtsantritt bewusst nicht alles auf den Kopf stellen. "Ich bau ja auf was auf, das ist ja nicht so, dass die Mannschaft am Boden liegt", stellte er klar. Seine Vorgängerin Wittmann habe gute Arbeit geleistet.
Die aktuelle Länderspielpause kommt dem neuen Coach dabei gelegen. Sie gibt ihm Zeit, seine Vorstellungen mit der Mannschaft einzuüben und erste Abläufe zu etablieren. Gleichzeitig will Beierlorzer die Spieler nicht überlasten. Wann seine Handschrift auf dem Feld und in den Ergebnissen sichtbar wird, hat der Trainer ebenfalls bereits im Blick. "Zwei Wochen wäre gut", sagte Beierlorzer.
Erster Test bereits am Freitag beim 1. FC Nürnberg
Die ersten Einsätze stehen schon vorher an: Erst bestreiten die Schanzer am Freitag beim Zweitliga-Zweiten 1. FC Nürnberg einen Test. Das erste Drittligaspiel des Ex-Bundesligisten steht am 11. Oktober daheim gegen den SV Wehen Wiesbaden an. Beim FCI geht es auch in den nächsten Tagen Schlag auf Schlag weiter.
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