Spieler des TSV 1860 München bedanken sich bei den Fans
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Der TSV 1860 München hofft nach dem Sieg gegen Aue auf den Aufstieg
Bildrechte: picture alliance / Wagner | Ulrich Wagner
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Der TSV 1860 München hofft nach dem Sieg gegen Aue auf den Aufstieg

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In Giesing keimt Hoffnung: Schafft 1860 diesmal den Aufstieg?

In Giesing keimt Hoffnung: Schafft 1860 diesmal den Aufstieg?

Der TSV 1860 München feiert gegen Erzgebirge Aue in der 3. Liga seinen vierten Sieg in Serie. Unter Trainer Markus Kauczinski geht der Trend für die Löwen schon länger nach oben. Nun nimmt das Team den Aufstieg ins Visier.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Der Nebel, der das Geschehen im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße in München am Dienstagabend teilweise verhüllte, verlieh der Partie etwas Mystisches. Denn während die Sicht immer schlechter wurde, gelang dem TSV 1860 München gegen Erzgebirge Aue in der 3. Liga durch Sigurd Haugen ein Tor, bei dem man das Gefühl hatte, dass dunkle Magie im Spiel war.

Männel-Aussetzer ebnet Weg für 1860

Nicht, wegen des Treffers an sich, sondern eher, wegen der Art, wie Aue-Keeper Martin Männel sich verhielt. Der 37-Jährige verließ bei einer Bogenlampe im Strafraum ohne Not seinen Platz zwischen den Pfosten, sprang an der Kugel vorbei und konnte nur noch zusehen, wie Haugen einen Aufsetzer von Siemen Voet im Kasten unterbrachte (50.). Der 2:1-Endstand.

Es war Haugens zweites Siegtor in Serie, nachdem er beim 2:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim II entscheidend zur Stelle gewesen war. Für die Löwen bedeutete Männels Aussetzer zudem den vierten Sieg am Stück und die Bestätigung der wieder aufgekeimten Aufstiegshoffnungen.

Löwen nach schwachem Jahresbeginn in der Erfolgsspur

Mit nun 45 Zählern liegen die Münchner auf Rang sieben in der Tabelle hinter dem punktgleichen SC Verl, der Sechster ist. Der MSV Duisburg auf dem Relegationsplatz drei ist nur noch drei Punkte entfernt.

Eine überraschende Wendung auf Giesings Höhen, nachdem das Jahr mit drei Unentschieden und einer Niederlage ungünstig begonnen hatte. Aber der Januar-Blues ist verflogen und die "Sechzger" sind zurück in der Erfolgsspur.

München Zweiter in der "Kauczinski-Tabelle"

Und wie das so ist im schnelllebigen Fußballgeschäft, richtet sich der Blick nun wieder nach oben. Bereits auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit Aue hatte 1860-Coach Markus Kauczinski seine Spieler in die Pflicht genommen und gemeint: "Wer jetzt in dieser Situation nicht motiviert ist, dem kann ich auch nicht helfen."

Dabei hat der Trainer, der das Team Anfang Oktober von Patrick Glöckner übernommen hatte, seine Fähigkeiten als Retter in der Not bereits unter Beweis gestellt.

Schließlich waren die Löwen trotz namhafter Verstärkungen im Sommer um Kevin Volland und Florian Niederlechner schlecht in die Saison gestartet. Erst mit dem Amtsantritt des neuen Hauptübungsleiters drehte sich das Glück: In der "Kauczinski-Tabelle" seit dem 11. Spieltag hat nur Hansa Rostock mehr Punkte gesammelt als der TSV.

Grünwalder Stadion als Basis des TSV-Erfolgs

Doch nicht nur die Punkteausbeute stimmt unter dem gebürtigen Gelsenkirchener. Seit er die Mannschaft übernommen hat, liegt neben den Münchnern nur Rostock sowohl in der Offensive als auch in der Defensive unter den besten Fünf der 3. Liga.

Ein Schlüssel für den Erfolg liegt in der Heimstärke von Kauczinskis Team. Unter dem 56-Jährigen gab es in neun Partien im "Grünwalder" lediglich eine Niederlage. Ein 0:2 gegen den SC Verl. Daneben stehen sechs Siege und zwei Unentschieden zu Buche. Die Hoffnungen auf eine Rückkehr in die 2. Bundesliga nach neun Jahren in der Unterklassigkeit sind also keinesfalls unberechtigt. Dennoch bleibt die Frage: Sind sie auch realistisch?

Schwere Auswärtsspiele im Saisonendspurt

Das Rest-Programm ist ausgewogen. Neben Konkurrenten um den Aufstieg wie Wehen Wiesbaden (14. März), dem MSV Duisburg (22. März), Energie Cottbus (7. April) und dem SC Verl (16. Mai) warten auch die Abstiegskämpfer von Jahn Regensburg (10. April), des 1. FC Saarbrücken (17. April), des SSV Ulm 1846 (24. April) und des 1. FC Schweinfurt 05 (2. Mai) auf die Münchner.

Die schlechte Nachricht dabei ist, dass die schweren Spiele gegen Duisburg, Cottbus und Verl allesamt auswärts stattfinden, wo 1860 unter Kauczinski zwar verbessert auftritt, aber mit 1,31 eigenen Toren pro Spiel schwächer ist als daheim (1,93 Tore/Spiel).

Kauczinski fordert Mentalität

Und so steht auch der letzte Spieltag unter keinem guten Stern. In Verl könnte ein Entscheidungsmatch um den Aufstieg bzw. die Relegation anstehen. Erinnerungen an das bittere 1:3 in Ingolstadt von 2021 könnten wach werden.

Umso wichtiger ist es für das Team jetzt, dass ihm keine Ausrutscher passieren. Das weiß auch Kauczinski und forderte Mentalität ein. "Wir haben nochmal geklärt, in welcher Situation wir jetzt stecken, dass wir uns keinerlei Schwächen erlauben dürfen. Für uns ist es wichtig, in dieser Phase der Saison dranzubleiben", stellte der Trainer bereits vergangene Woche klar – und wird bislang erhört.

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