Knapp drei lange Wochen musste der Trainer des FC Bayern München, Vincent Kompany, in dieser Länderspielpause warten, ehe er seine Spieler wieder für ein Fußballspiel aufs Feld schicken durfte. Dass das äußerst ungewöhnlich ist, zeigt der Umstand, dass er in den kommenden vier Wochen gleich neun Partien mit seiner Mannschaft aneinanderreiht. Die erste davon stand nun am Samstag (10.10.2026) mit dem bayerischen Bundesliga-Duell beim FC Augsburg an. Es wurde eine so wilde wie spektakuläre Partie daraus.
FC Bayern erzielt insgesamt drei Abseits-Tore
Und Kompanys FCB hat sich dabei überraschend schwer getan. Am Ende patzten die Münchner beim 2:2 (0:1) letztlich schon wieder bei ihrem Angstgegner. In den vergangenen 48 Ligaspielen kassierte der FC Bayern damit nur eine Niederlage: gegen Augsburg, das sich nun über einen weiteren unerwarteten Punktgewinn freuen durfte.
Dieses Mal spielte die Hauptrolle dafür neben Robin Fellhauer, der das schnellste Bundesliga-Tor der Geschichte erzielte, auch der Torhüter Manuel Neuer, der bei beiden Gegentoren unglücklich agierte. Sowie mehrere Abseits-Entscheidungen, die Münchner Treffer verhinderten.
Im Video: Manuel Neuer im Interview nach dem Duell gegen Augsburg
FCB nach Augsburg
Augsburger Fellhauer schießt schnellstes Tor der Bundesliga-Geschichte
Immerhin: Kompany musste nicht lange aufs erste Highlight warten - wenngleich er auf dieses wohl gerne verzichtet hätte. Denn für eine denkwürdige Szene sorgten schon nach wenigen Spielsekunden der Münchner Torhüter Manuel Neuer und sein Augsburger Gegenspieler Robin Fellhauer.
Neuer, der den Ball kurz nach Anstoß erhielt, wollte diesen weit vor seinem Tor an Fellhauer vorbeichippen. Er lupfte allerdings an den Rücken des 28-Jährigen - und der schoss danach das schnellste Bundesliga-Tor der Geschichte. Nach gerade einmal 8,4 Sekunden. "Es ist natürlich ein böser Patzer gewesen", sagte Neuer im Sportschau-Interview. "Auch ein Rekord, den ich mir jetzt nicht anheften möchte."
Kane scheitert an der Latte - FCB mehrmals im Pech
Das Tor machte merklich etwas mit dem Selbstbewusstsein der Münchner, die zwar gewohnt viel Ballbesitz hatten, aber erst nach weit einer halben Stunde richtig in die Partie fanden. Dann war es der Sommer-Zugang Ismael Saibari, der aus spitzem Winkel am Tor vorbeischoss (37. Minute). Kurz vor der Pause rückte dann der Toptorjäger erstmals in den Blickpunkt: Harry Kane drosch den Ball per Volley an die Oberkante der Querlatte. Es war die bis dahin beste Chance zum Ausgleich (45.+5) - und nur eines von mehreren Beispielen, in denen der FCB am Samstag letztlich im Pech war.
Aber vielleicht ist es dieses Glück, das man aus Augsburger Sicht braucht, um dem großen FC Bayern ein Bein zu stellen. Schon in der 51. Minute war dies vonnöten, als die Münchner über den vermeintlichen Ausgleich von Luis Diaz jubelten. Nach einer Flanke von Saibari traf der Kolumbianer per Seitfallzieher, profitierte dabei von einem Wackler des FCA-Torhüter Finn Dahmen. Doch im Vorlauf der Szene stand Josip Stanisic im Abseits.
Umstrittener Eingriff des VAR
Dieser Eingriff des Video-Assistenten war nun durchaus umstritten, da etwa der Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich dazu bei Sky meinte, dass der Treffer nach einer neuen Spielsituation entstand. Später kassierte der Schiedsrichter Sven Jablonski noch drei weitere Münchner Abseitstore von Serge Gnabry (73. und 90.+6) und Diaz (75.) ein, das allerdings komplett unumstritten.
Ribeiro schießt Augsburg erneut in Führung
Unabhängig davon fielen allerdings auch noch drei reguläre Treffer. Saibari war es vorbehalten, das 1:1 zu erzielen (55.). Doch die Münchner Freude war nur von kurzer Dauer, schließlich schoss Augsburgs Mittelstürmer Rodrigo Ribeiro die Gastgeber erneut in Führung (64.). Auch hier stand Neuer erneut im Blickpunkt: Er patschte den Abschluss von Calvin Brackelmann zuvor direkt in die Füße Ribeiros, also hier hatte er zumindest nicht ganz glücklich agiert.
Brown hat die letzte Antwort parat
So stemmten sich die Augsburger in der Abschlussviertelstunde einem echten Sturmlauf des FC Bayern entgegen. Denn der Rekordmeister aus der bayerischen Landeshauptstadt erspielte sich in Schwaben immer mehr Torgelegenheiten. Zumindest eine davon konnte ein anderer Sommer-Zugang der Oberbayern nutzen: Nathaniel Brown traf nach einem feinen Zuspiel von Harry Kane, der dem mitgelaufenen Linksverteidiger im Strafraum im rechten Moment den Ball querlegte (81.).
Serge Gnabry trifft nur den Pfosten
Und die Münchner hätten die Partie sogar noch auf ihre Seite ziehen können, aber der eingewechselte Serge Gnabry scheiterte kurz darauf am Pfosten (83.). Weitere Top-Gelegenheiten waren bis auf Gnabrys Abseitstor nicht mehr zu bestaunen. Und so durften sich die Augsburger über einen überraschenden, aber durchaus verdienten Punktgewinn gegen den deutschen Rekordmeister freuen.
Neben den Augsburgern hatten übrigens zumindest zwei Münchner am Samstag noch etwas zu lachen. Am Samstagabend erhielt der Torschütze Brown übrigens auch noch den Bayerischen Sportpreis als bester bayerischer Nachwuchssportler, Trainer Vincent Kompany erhielt den Persönlichen Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Die Verleihung zeigt der Bayerische Rundfunk als Aufzeichnung der Gala am Sonntag, 11. Oktober, von 22.10 bis 23.30 Uhr.
Im Video: Die Augsburger Stimmen im Sportschau-Interview
FC Augsburg - Bayern München
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