Vier Einsätze in der Fußball-Bundesliga hatte der Münchner Leihspieler Bara Sapoko Ndiaye in der vergangenen Rückrunde absolviert, da erhielt er schon ein Ticket für den Kader der senegalesischen Fußball-Nationalmannschaft für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, USA und Mexiko. Dass Ndiaye flink ist, das wussten sie beim FC Bayern München, seitdem der 18-jährige zentrale Mittelfeldspieler einen Geschwindigkeitsrekord am FC Bayern Campus aufstellte. Aber dass er als Neu-Profi und Liga-Novize so flink noch auf den eigentlich schon gestarteten WM-Zug aufspringt, das hat dann doch alle ein wenig überrascht.
FCB verpflichtet Ndiaye als Goretzka-Ersatz
Alle, bis auf den Münchner Trainer Vincent Kompany, muss man vermutlich anmerken. Denn der hält große Stücke auf Ndiaye. So große, dass ihn die Münchner nun am Montagabend fest für die nach Leon Goretzkas Weggang offene Planstelle im zentralen Mittelfeld verpflichteten.
Ndiaye kam von seiner Ausbildungsstätte Gambinos Stars Africa, einer Fußballakademie in Gambia. Bis zum Leihstart im Januar hatte Ndiaye daher nicht einmal in einem Ligasystem gespielt; nun ist er fest eingeplant beim Champions-League-Topklub als zentraler Mittelfeldspieler Nummer vier. Hinter den erst einmal gesetzten Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic sowie dem derzeit extrem formstarken Herausforderer Tom Bischof.
Dynamik und Tempo - andere Stärken als Kimmich, Pavlovic und Bischof
Fest steht allerdings, dass weitere Einsätze dazukommen, gerade weil die Münchner in allen Wettbewerben wieder weit kommen wollen - und daher rotieren werden. Ndiaye ist zudem wie erwähnt extrem schnell. Damals am Campus haben sie eine Geschwindigkeit von mehr als 36 Kilometer pro Stunde gemessen. Und diese Komponente bringt im Vergleich der zentralen Mittelfeldspieler nur der Senegalese in dieser Wucht mit.
"Bara lebt als zentraler Mittelfeldspieler von seiner Dynamik und Geschwindigkeit am Ball, ist spielintelligent und auch abseits des Platzes außergewöhnlich. Er spricht schon gut Deutsch und hat sich in kürzester Zeit in unser Team integriert", sagt der Münchner Sportdirektor Christoph Freund. Zudem fielen auch seine Laufbereitschaft und sein Passspiel auf.
Einsatz für Senegal im WM-Sechzehntelfinale gegen Belgien
Und zur Wahrheit gehört auch: Er würde vermutlich auch schon auf mehr als vier Ligaspiele zurückblicken, wenn ihn zu Beginn der Leihe nicht eine Kapselverletzung gebremst hätte. Zum Ende der Leihe stand dann wie erwähnt der Einsatz mit dem Nationalteam bei der WM - auch die größte Bühne hat ihn nicht sonderlich beeindruckt. Denn auch dort hat Ndiaye direkt überzeugt. Schließlich durfte er im Sechzehntelfinale gegen Belgien in der Verlängerung ran und setzte dort mit seiner Schnelligkeit Akzente. Senegal schied letztlich unglücklich aus.
"Bara ist ein toller Charakter, der sich in sehr kurzer Zeit in einer völlig neuen Umgebung beim FC Bayern zurechtgefunden und schnell eine hohe Akzeptanz im Team erarbeitet hat", hebt Freund hervor. "Wir haben ihn lange beobachtet, er war Kapitän seiner Mannschaft, hat in den vergangenen 24 Monaten eine beeindruckende Entwicklung genommen und daran in München angeknüpft." Zugute kam den Münchnern bei der Beobachtung, dass die Gambinos Stars Africa mit dem Joint Venture "Red & Gold Football" des FCB mit Los Angeles FC kooperieren.
Ndiaye erhält Vorzug vor anderem FCB-Talent Aseko
Der Lohn: Kompany zog den 18-Jährigen letztlich dem zu Frankfurt abgewanderten und zwei Jahre älteren DFB-U21-Nationalspieler Noel Aseko für die Planstelle im Mittelfeld vor. Zu Beginn der Transferperiode schien es noch so, als hätte Aseko den Platz als Nummer vier sicher.
"Für mich ging ein Traum in Erfüllung, ich bin sehr glücklich und möchte auch für andere junge Spieler wie meine Teamkollegen bei den Gambinos Stars ein Beispiel sein, dass man es zu einer der größten Mannschaften der Welt schaffen kann", sagt Ndiaye selbst. Dass er diese Aussagen schnell mit guten Leistungen unterstreichen kann, das dürfte nun allerdings die allerwenigsten überraschen.
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