Der Ärger beim FC Bayern über die Schiedsrichter-Leistung war groß
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Der Ärger beim FC Bayern über die Schiedsrichter-Leistung war groß
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Der Ärger beim FC Bayern über die Schiedsrichter-Leistung war groß

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Was von Bayerns Ärger übrig blieb: "Wir kommen ja noch mal her"

Was von Bayerns Ärger übrig blieb: "Wir kommen ja noch mal her"

Das Spiel des FC Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga hat Aufreger in Masse parat. Dabei stehen der Schiedsrichter und VAR im Fokus. Der Ärger der Bayern scheint gewaltig. Der Fokus richtet sich trotzdem nach vorne.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Man hat sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass, wenn nach einem Bundesliga-Spiel des FC Bayern München von einem Spektakel die Rede ist, meistens die Offensivleistung des deutschen Rekordmeisters gemeint ist und weniger der Verlauf der Partie.

Früher Bayern-Rückstand und Jackson-Rot

Im Anschluss an das 1:1 (0:1) des Tabellenführers bei Bayer 04 Leverkusen am Samstag kann der Begriff aber ohne schlechtes Gewissen benutzt werden, obwohl der Münchner Angriff dieses Mal kein Feuerwerk abbrannte. Und das, obwohl die Offensiv-Akteure des FCB eine bedeutende Rolle spielten. Aber der Reihe nach.

Die Bayern waren bei dem Unentschieden in Leverkusen früh in Rückstand gegangen. Rund 20 Minuten danach wurde der vermeintliche Ausgleich durch Jonathan Tah wegen eines Handspiels zurückgenommen. Kurz vor der Pause flog Stürmer Nicolas Jackson mit glatt Rot vom Platz, weil der Senegalese Martin Terrier mit der offenen Sohle am Knöchel getroffen hatte.

Diaz-Achterbahn gegen Leverkusen

Was normalerweise Schlagzeilen in Masse produziert hätte, wurde in der zweiten Halbzeit auf die Spitze getrieben. Zunächst ließ die Werkself mehrfach das 2:0 liegen, bevor die Bayern durch den Sekunden zuvor eingewechselten Harry Kane das 1:1 machten. Wieder schaltete sich der VAR ein. Wieder wurde das Tor wegen Handspiel aberkannt.

Wenige Minuten später konnten die Münchner doch jubeln, als Luis Diaz endlich den Ausgleich erzielte. Doch auch damit nicht genug: Ein hohes Bein und eine umstrittene Schwalbe später flog Diaz mit Gelb-Rot vom Platz, sodass der Rekordmeister die Schlussphase zu neunt bestritt.

Spektakel und Diskussionen bei Bayern-Spiel

In der Nachspielzeit scheiterte Leverkusen wiederholt am starken Sven Ulreich, der nach über anderthalb Jahren aufgrund der Verletzungen von Manuel Neuer und Jonas Urbig das Tor der Bayern hütete. Dann brach bei den Heim-Fans riesige Freude aus: Joker Jonas Hofmann überwand Ulreich zum Siegtor. Dachte man. Erneut meldete sich der Video-Assistent mit der Folge, dass der Treffer für regelwidrig erklärt wurde. Dieses Mal wegen einer Abseitsstellung.

Es war eine Partie, in der sich der Fußball auf komische Weise von seiner besten Seite zeigte. Atemberaubende Action, ein Spiel, das in Erinnerung bleibt, aber am Schluss zwei Tore und neue Diskussionen um Regelauslegungen und den Video-Assistenten sowie Kritik an Schiedsrichter Christian Dingert.

Dingert gesteht Fehler bei Diaz-Platzverweis

Letzterer gab im Anschluss an das Match unumwunden zu, dass er bei der zweiten Gelben Karte nur deswegen auf Schwalbe entschieden hatte, weil er einen zwar nicht ursächlichen, aber doch entscheidenden Kontakt zwischen Diaz und Leverkusens Torwart Janis Blaswich nicht gesehen hatte.

Das öffentliche Eingeständnis seines Fehlers ehrte den Unparteiischen, hielt die Bayern-Verantwortlichen um Ehrenpräsident Uli Hoeneß aber nicht davon ab, ihrem Ärger über Dingerts Leistung Luft zu machen.

Stanisic über Jackson-Rot: "Kann man schon geben"

Während Hoeneß hart mit dem Offiziellen ins Gericht ging, blieben die Bayern-Spieler zurückhaltender. "Die Rote Karte kann man schon geben. Die ist völlig in Ordnung. Die ist ja auch dazu da, um die Spieler zu schützen", meinte Josip Stanisic im BR-Interview mit Blick auf den Platzverweis für Jackson, monierte jedoch etwas anderes.

"Ich finde trotzdem, dass in der ganzen Liga keine klare Linie da ist. Wenn ich nur an das Spiel gegen Dortmund zurückdenke, da ist dasselbe passiert. Er (Nico Schlotterbeck, Anm. d. Red.) spielt den Ball vielleicht noch ein bisschen, aber gefährdet gefühlt meine Karriere. Und dann höre ich nach dem Spiel: 'Der Schiedsrichter wollte das Spiel nicht in der 20. Minute entscheiden.' Das kann ich dann nicht nachvollziehen", kritisierte der gebürtige Münchner.

Bayern sinnt auf Leverkusen-Revanche

Wie nachhaltig die Empörung an der Isar über das Remis ist, muss sich zeigen. Echte Konsequenzen für die Titel-Ambitionen dürften weder das Unentschieden noch die Platzverweise haben, auch wenn der Vorsprung in der Bundesliga auf neun Punkte geschrumpft ist und die Personalsorgen gegen Union Berlin kommende Woche durch die zu erwartenden Sperren für Jackson und Diaz noch verschärft werden.

Auf dem Weg zum angestrebten Triple bekommen die Bayern nebenbei bemerkt noch mindestens einmal die Chance zur Revanche gegen Leverkusen: Im Halbfinale des DFB-Pokals. Ein Umstand, der auch Stanisic nur allzu bewusst war. "Wir hätten heute alle insgesamt ein besseres Spiel machen können. So müssen wir am Ende mit dem einen Punkt leben. Aber wir kommen ja noch einmal hierher", schloss er fast schon drohend.

Christian Dingert
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