44 Spieler hat Bundestrainer Jürgen Klopp für die angebrochene Länderspielpause nominiert - und über eine Berufung in diesen XXL-Kader durfte sich auch Felix Keidel freuen. Der defensive Mittelfeldmann, der beim FC Ingolstadt alle Jugendmannschaft durchlief und seine ersten Schritte im Profifußball bei den Schanzern machte, sorgt seit etwas mehr als einem Jahr gemeinsam mit der SV Elversberg für Furore. Der Sprung in die deutsche Nationalmannschaft kam für den 23-Jährigen dennoch äußerst überraschend.
Keidel: "Habe ihn gefragt, ob er mich verarscht"
Am vergangenen Dienstag habe ihn Co-Trainer Mike Frantz vor einer Trainingseinheit bei der SVE in die Kabine geholt und ihn über seine Nominierung für das DFB-Team informiert. "Da habe ich ihn zuerst gefragt, ob er mich verarscht", erinnerte sich Keidel im Interview mit der Sportschau. "Aber es war dann tatsächlich wahr. Am selben Tag kam noch der Anruf von Jürgen Klopp und ich habe mich riesig gefreut."
Einen wichtigen Hinweis habe es bei dem ersten Gespräch mit dem neuen Bundestrainer bereits gegeben. "Er hat mich gefragt, wie es mir geht, und ich habe gesagt: Mir geht's gut und Ihnen?", sagte Keidel. Daraufhin habe der neue DFB-Chefcoach geantwortet, "das Sie kann ich lassen", erzählte der Elversberger, "es heißt du und Jürgen."
Für Keidel setzt sich der steile Aufstieg fort
Für den ersten Kader für die Partien gegen die Niederlande (Donnerstag, 20.45 Uhr) und Griechenland (Sonntag, 20.45 Uhr) ist Keidel noch nicht vorgesehen, der Mittelfeldmann, der in dieser Saison gegen Borussia Mönchengladbach getroffen hatte, wird am 1. Oktober gegen Serbien und am 4. Oktober gegen Griechenland zur Mannschaft zählen.
Die Nominierung für die Spiele in der Nations League sind der vorläufige Höhepunkt in Keidels steiler Karriere. Er ist der erste Spieler in der Elversberger Vereinsgeschichte, der es in die deutsche Nationalmannschaft geschafft hat. In diesem Sommer stieg er mit dem Dorfklub in die Bundesliga auf. Noch vor anderthalb Jahren spielte Keidel mit dem FC Ingolstadt in der 3. Liga.
Keidels Vater spielte für die U21-Nationalmannschaft
Die überraschende Berufung in den XXL-Kader für die ersten vier Länderspiele unter Klopp habe nicht nur ihn "überglücklich" gemacht, betonte Keidel, "meine Eltern und meine Freundin haben sich sehr für mich gefreut und sind sehr stolz".
Der Fußball war Keidel übrigens in die Wiege gelegt: Sein Vater Ralf war einst selbst Profi und stand unter anderem beim FC Ingolstadt, MSV Duisburg und bei Schweinfurt 05 auf dem Rasen. Im Gegensatz zu seinem Sohn absolvierte der 49-Jährige auch Partien für den DFB-Nachwuchs (U21) - der Sprung in den A-Kader war dem gebürtigen Würzburger jedoch verwehrt geblieben.
Keidel Junior ist jedenfalls gespannt auf das, was nun kommt. "Ich bin überglücklich über den Anruf, wie es gerade läuft", sagte er nach dem 0:0 seiner SVE beim FC Schalke 04. Er freue sich "auf jeden Tag beim DFB-Team".
