Elif Eralp (Die Linke), Spitzenkandidatin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, freut sich bei einer Wahlparty.
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Elif Eralp (Die Linke), Spitzenkandidatin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, freut sich bei einer Wahlparty.
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Elif Eralp (Die Linke), Spitzenkandidatin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, freut sich bei einer Wahlparty.

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Linke klar vorne bei Berlin-Wahl – aber wird sie auch regieren?

Linke klar vorne bei Berlin-Wahl – aber wird sie auch regieren?

Berlin hat gewählt: Die Linke liegt bei der Abgeordnetenhaus-Wahl mit rund 26 Prozent vorne. Es folgen CDU, AfD und Grüne. Die bisherige schwarz-rote Koalition ist abgewählt. Für Rot-Rot-Grün würde es reichen – und für ein weiteres Bündnis.

Über dieses Thema berichtet: BR24extra am .

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin liegt die Linke mit Abstand vorne – laut dem vorläufigen Ergebnis kommt die Partei auf 25,7 Prozent. Nie zuvor war die Linke in Berlin bislang stärkste Kraft. Es folgt mit 18,8 Prozent die CDU, die im Vergleich zur Wiederholungswahl im Jahr 2023 fast zehn Prozentpunkte verliert.

Die AfD legt deutlich zu auf gut 16 Prozent. Die Grünen erreichen gut 14 Prozent, die SPD verliert und landet bei rund 12 Prozent. Das BSW verpasst knapp den Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus. Die FDP liegt deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde – und kommt damit erneut nicht ins Parlament.

Schwarz-Rot ohne Mehrheit – Grüne diskutieren über Rot-Rot-Grün

CDU und SPD, die in Berlin bisher gemeinsam regieren, haben keine Mehrheit mehr. Stattdessen könnte es eine rot-rot-grüne Koalition unter Führung der Linkspartei geben. Möglich wäre auch eine sogenannte Kenia-Koalition (CDU, SPD und Grüne) mit Regierendem Bürgermeister der CDU. Für ein Regierungsbündnis mit nur zwei Parteien reicht es nicht.

Die Berliner Grünen sind zu einem rot-rot-grünen Bündnis bereit. "Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin schmieden", erklärten die beiden Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai am Wahlabend.

Deutlich zurückhaltender äußerte sich die Bundesspitze: Grünen-Co-Parteichefin Franziska Brantner sagte, die Berliner Linke müsse sich klar gegen Antisemitismus positionieren. "Wir werden nicht regieren mit Antisemiten", betonte Brantner.

Eralp: "Ab heute verändern wir gemeinsam Berlin"

"Ab heute verändern wir gemeinsam Berlin", sagte die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp auf der Wahlparty ihrer Partei. Ihre Partei habe einen klaren Regierungsauftrag. Es gehe um ein "sozialeres, gerechteres Berlin". Die 45-jährige Eralp könnte die erste Berliner Regierungschefin der Linkspartei werden. Ein wichtiger Teil des Linken-Programms war die Forderung nach einer Vergesellschaftung von großen Wohnungskonzernen. Das könnte die Regierungsbildung schwierig machen.

SPD-Kandidat Krach spricht von "Zäsur"

Die SPD zeigte sich im Wahlkampf mit Blick auf Rot-Rot-Grün zurückhaltend – besonders wegen der Vergesellschaftungspläne. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach bezeichnete das Wahlergebnis seiner Partei als katastrophal. "Es ist eine Zäsur für die Berliner SPD", sagte Krach. "Wir waren Jahre, Jahrzehnte die Berlin-Partei – und heute kann man definitiv nicht mehr sagen, dass wir sie sind." Es sei zu früh, um über Koalitionsoptionen zu sprechen.

Evers sieht "Achtungserfolg", AfD zufrieden

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sprach von einem Abend mit gemischten Gefühlen und einem "für die Ausgangslage ganz ordentlichen Ergebnis". Man habe einen Achtungserfolg erzielt und "gegen den Abwärtstrend zugelegt", im Vergleich zu 2023 aber deutlich verloren. Evers war erst im Juli als Ersatz für den amtierenden Regierungschef Kai Wegner in den Wahlkampf eingestiegen.

Die AfD-Spitzenkandidatin für die Berlin-Wahl, Kristin Brinker, kündigte eine "sehr, sehr starke Oppositionsfraktion" an. Die AfD sei drittstärkste Kraft in einer Großstadt geworden, obwohl das für ihre Partei ein schwieriges Milieu sei.

Sitzverteilung in Berlin: Das neue Abgeordnetenhaus

Berlin: Uneinigkeit über favorisiertes Bündnis

Im Vorfeld waren sich die Berlinerinnen und Berliner nicht einig, wer bei der Wahl zwischen CDU und Linken den Senat anführen sollte. 42 Prozent waren für die Linke, 42 Prozent für die CDU. Das zeigte die Vorwahlumfrage von Infratest dimap. Die Mehrheit der SPD-Anhänger war bei dieser Frage für ein CDU-geführtes Bündnis, die Mehrheit der Grünen-Unterstützer für einen Linken-geführten Senat.

Hohe Wahlbeteiligung – erstmals Wählen ab 16

Die Wahlbeteiligung lag laut vorläufigen Zahlen höher als beim vergangenen Mal. Insgesamt waren in Berlin rund zweieinhalb Millionen Menschen dazu aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Das sind 55.500 Wahlberechtigte mehr als bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus Anfang 2023. Der Grund: Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige abstimmen.

Koalitionsrechner für Berlin: Wer mit wem eine Mehrheit hätte

Im Video: Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus

Berlin hat gewählt
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Das rote Rathaus in Berlin

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