Nach einem 7:0 gegen den 1. FC Union Berlin, da lebt es sich besonders leicht beim FC Bayern München. Der Fußball-Bundesligist hat am Sonntagnachmittag (20.09.2026) seinen traditionellen Wiesn-Besuch absolviert. Und das so locker-flockig wie schon lange nicht mehr. Präsident Herbert Hainer gab auf die Frage, wie viel die Fußballer trinken dürfen, gar die Losung vor: "So viele Maßen wie reingehen, jeder hat heute freie Fahrt."
Hainer jubelt: "Endlich wieder der alte Jamal Musiala"
Es war die letzte Zusammenkunft der Münchner Nationalspieler auf der Wiesn, bevor sie am Montag zu ihren Auswahlmannschaften reisen. Torjäger Harry Kane hatte schon vorab versichert: "Das sollte ein lustiges Wochenende werden." Insofern erfreuten sich die Münchner an ihrer Gala gegen Union - und besonders die Oberen Hainer und Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen hoben hervor, in welch beeindruckender Frühform die Spieler bereits wieder sind.
Michael Olise traf am Freitag drei Mal, Kane doppelt - den Torreigen eröffnet hatte aber zuvor Jamal Musiala, der nach seinen beiden Zusammenbrüchen zu Beginn der Saison immer stärker in Form kommt. "Mir ist ein Stein von Herzen gefallen, weil ich glaube, dass man am Freitag zum ersten Mal wieder den alten Jamal Musiala gesehen hat und auch erahnen kann, was er für ein wertvoller Spieler für uns und für Deutschland ist", sagte Hainer.
Dribbelkünstler Musiala: Rückhalt von Familie und FC Bayern
Besonders seine Dribblings in Richtung Strafraum hat kein anderer beim FCB so im Repertoire, Musiala wuselt wieder. "Wenn man gesehen hat: Die Moves, die er drauf hat, die sind genau wie früher. Er hat ein super Tor geschossen - und das hat ihm einfach eine super Befreiung gegeben", erzählte Hainer. "Das freut mich unheimlich, weil in erster Linie steht immer der Mensch Jamal im Vordergrund - und dann kommt erst das Fußballerische. Wenn beides zusammenkommt, dann ist es natürlich toll."
Sie sorgen sich um Musiala. Das hatte auch der 23-Jährige nach dem Spiel gegen Union am Sportschau-Mikrofon betont. Besonders seine Familie und der FC Bayern, dabei die Spieler, der Staff, die Vereinsoberen, alle seien in den vergangenen Wochen hinter ihm gestanden und hätten ihm den Rücken gestärkt. So erzielte er nun das schöne 1:0 gegen die Berliner - und einige Tage zuvor auch bereits das so wichtige 1:0 gegen Bodö/Glimt in der Champions League.
Jamal Musiala auf der Wiesn
Bayern als Verfolger: "Jagen" Dortmund in der Bundesliga
Bei all der Jubelei über die vergangenen Partien darf man allerdings nicht vergessen, dass die Münchner anders als im Vorjahr dieses Mal als Bundesliga-Tabellenzweiter hinter Dortmund auf die Wiesn marschierten, das macht zumindest Dreesen aber nicht bange. "Es schreiben ja immer alle, dass die Liga langweilig wäre, das kann ich nicht erkennen. Wir sind der Verfolger von Dortmund - und werden sie dann schon jagen."
Und da seien ja ohnehin noch ganz andere Ziele nach der zweiwöchigen Länderspielpause und dem Wiesn-Ende: "Nächstes Jahr das Champions-League-Finale zu Hause", präzisiert Dreesen. Und am liebsten sogar schon 2027 der silberne Henkelpott in Europa: "Letzten Endes ist es das größte Ziel, was man im Klubsport erreichen kann - und das letzte Mal ist schon ein paar Jahre her." Genau genommen 2020 unter dem heutigen FC-Barcelona-Trainer Hansi Flick.
Hainer wiederholt eine Aussage aus dem Vorjahr - die zur Drohung werden könnte
Ähnlich unersättlich wie unter Flick zeigten sich die Münchner immerhin gegen Berlin, das war schon eine Parallele zu damals (u.a. 8:2 gegen Barcelona im damaligen CL-Finalturnier): "Wenn man das am Freitag gesehen hat, dann ist das schon echt geiler Fußball", findet Hainer. "Und was ich auch letztes Jahr schon gesagt habe: Die Mannschaft hört nie auf, sondern sie geht immer weiter, macht dann sieben Tore."
Zudem wiederholte Hainer süffisant eine Aussage, die er im Vorjahr im Rahmen der Wiesn getätigt hat und die zur Drohung für die anderen Top-Klubs in Europa werden könnte: "Wenn der Luis Diaz noch Tore schießt, dann sind wir unschlagbar." Damals platzte der Knoten im Anschluss, Diaz war neben Top-Torjäger Harry Kane und Michael Olise der Garant im Offensiv-Dreizack für Jubel bei den Bayern-Fans, unter anderem mit dem Tor des Jahres im November 2025 bei Union Berlin, dem Münchner Lieblingsgegner in der Bundesliga.
Im Video: Highlights zu FC Bayern - Union Berlin
Michael Olise
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