Harry Kane
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Harry Kane jagt in dieser Saison einen Rekord nach dem nächsten
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Harry Kane jagt in dieser Saison einen Rekord nach dem nächsten

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Das Alien auf Rekordjagd: Kane gegen die Geschichtsbücher

Das Alien auf Rekordjagd: Kane gegen die Geschichtsbücher

Harry Kane trifft auch gegen Borussia Dortmund doppelt und verbessert seinen eigenen Rekord. Der Mann des FC Bayern München macht sogar Experten sprachlos und nimmt eine Bundesliga-Bestmarke von Robert Lewandowski ins Visier.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Mit Superlativen soll man ja immer vorsichtig sein. Sie nutzen sich ab. Doch auch dem sparsamsten Journalisten mit dem größten Vokabular dürfte es langsam schwerfallen, neue Worte zu finden, um Harry Kane adäquat zu beschreiben.

Kane ragt in bewegtem Klassiker heraus

Der Engländer, der seit seinem Wechsel zum FC Bayern Woche um Woche für offene Münder sorgt, war auch im "Klassiker" gegen Borussia Dortmund (3:2) am Samstagabend - wieder mal - der Protagonist eines Top-Spiels, das eigentlich diverse andere spannende Geschichten zu bieten hatte.

Da war Dortmunds Nico Schlotterbeck, der zunächst wegen einer Grätsche gegen Josip Stanisic vom Platz hätte fliegen können, aber nur verwarnt wurde, kurz darauf das 1:0 schoss, nur um in der zweiten Halbzeit erneut Stanisic im eigenen Strafraum zu foulen und so den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:1 verschuldete.

Da war Joshua Kimmich, der nach der Pause zunächst im blinden Verständnis mit Serge Gnabry das 1:1 einleitete, bevor er in der 87. Minute mit einem Weltklasse-Tor die Partie für den deutschen Rekordmeister entschied.

Kane in einer Reihe mit Emmerich und Maric

Und da war der "Klassiker" an sich, der seinem Ruf als größtes Spiel des deutschen Fußballs absolut gerecht wurde und die Erwartungen mit vier Toren in der spektakulären zweiten Halbzeit fast schon übererfüllte.

Trotzdem war es Kane, der an diesem Abend alles überstrahlte. In seinem vierten Bundesliga-Spiel am Stück traf der 32-Jährige mindestens zweimal. Eine Serie, die zuvor nur zwei Spielern in der Geschichte des deutschen Oberhauses gelungen war: Lothar Emmerich 1967 und Tomislav Maric 2001.

Kane bricht seinen eigenen Rekord - in weniger Spielen

Der englische Nationalmannschaftskapitän hat damit in der laufenden Spielzeit wettbewerbsübergreifend in 14 Pflichtspielen mindestens einen Doppelpack erzielt. Gegen den BVB brach er zudem seinen persönlichen Torrekord für eine Vereinssaison mit seinen Toren Nummer 44 und 45.

Damit jubelte er schon jetzt einmal öfter als bei seiner bisherigen Bestmarke aus seinem ersten Jahr im Bayern-Trikot, als er ihm 44 Treffer in 45 Spielen gelungen waren - gegenwärtig steht er bei 37 Einsätzen.

TV-Expertin Kemme platt: "Von einem anderen Planeten"

Doch der Stürmer bleibt bescheiden. "Ich habe sicherlich einen guten Moment. Mit dieser Mannschaft werde ich immer Möglichkeiten bekommen. Serge hat mir eine auf dem Silbertablett serviert und Stani (Josip Stanisic, Anm. d. Red.) holt den Strafstoß raus. In diesen Momenten musst du in solchen Spielen bereit sein, deine Chancen zu nutzen. Man geht durch Phasen in einer Saison, in denen die Dinge einfach zu laufen scheinen. Und so einer bin ich gerade", wiegelte Kane, bei Sky auf seine Form angesprochen, ab.

Die ehemalige Nationalspielerin Tabea Kemme sprach dagegen aus, was wohl der Rest der Fußball-Welt denkt. "Ein Spieler von einem anderen Planeten können wir fast sagen. 45 Tore in 37 Pflichtspielen. Oh mein Gott", sagte die TV-Expertin, bevor sie die Frage stellte, die nicht nur gegnerische Trainer beschäftigen dürfte: "Was willst du da auch entgegenbringen?"

Kane greift nach Lewandowskis Rekord

Gegenwärtig wirkt es so, als könnte nur eine Verletzung Kane stoppen. Doch daran denkt niemand. Auch der sonst genügsame Superstar nicht. Gefragt, ob er Robert Lewandowskis Bundesliga-Rekord von 41 Toren in einer Saison anpeilt, fand Kane, dem elf Treffer zu Lewandowski fehlen, klare Worte.

"Ja, auf jeden Fall! Ich muss einfach damit weitermachen, was ich bisher getan habe. Es sind noch viele Spiele zu spielen. Ich muss versuchen, konstant zu bleiben", meinte er, bevor ihn die englische Zurückhaltung doch einholte: "Wir werden Ende April, Anfang Mai sehen, ob es möglich ist."

Ob mit oder ohne Lewandowskis Rekord: schon jetzt hat sich Kane in die Geschichtsbücher eingetragen. Und satt ist er noch lange nicht: Titel (Plural!) sollen her. So war es nicht verwunderlich, dass der Goalgetter auch angesichts des satten Polsters von elf Zählern in der Tabelle zur Konzentration aufrief.

Meisterschaft entschieden? Kane und Kimmich uneins

"Ich finde nicht, dass es vorbei ist. Wir hatten einen Elf-Punkte-Vorsprung vor einigen Wochen und haben gesehen, wie schnell sich das mit zwei Ergebnissen ändern kann. Wir müssen fokussiert bleiben", mahnte er und schob hinterher: "Es ist einfach, sich für diese Spiele zu motivieren. Man muss aber auch für die restlichen Partien konzentriert sein."

Nicht alle seine Teamkollegen dürften das genauso sehen. Zumindest Siegtorschütze Kimmich tönte: "Jetzt haben wir 11 Punkte Vorsprung. Das werden wir nicht mehr abgeben." Kane dürfte es egal sein. Er wird weiter auf Torjagd gehen.

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