Neun Tore - fünf in der ersten Halbzeit. Und das nicht in einem Kreisliga-Spiel, sondern in einem Champions-League-Halbfinale. Das Hinspiel zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain (4:5) hielt alle Versprechen, die vor der Partie gemacht wurden.
Bayern-Spektakel beeindruckt sogar die Spieler
Die Partie schwankte derartig schnell von einer zur anderen Seite und wieder zurück, dass man sich um die Nackengesundheit des Publikums im Pariser Prinzenpark Sorgen machen musste. Sogar die Akteure auf und neben dem Platz waren von dem Spektakel beeindruckt.
"Ich glaube, es war zu erwarten, dass es einen Schlagabtausch gibt. Dass es so offen wird, war nicht zu erwarten", sagte Joshua Kimmich bei Prime Video kopfschüttelnd.
Enrique: "Ein fantastisches Spiel"
PSG-Coach Luis Enrique zeigte sich enthusiastischer. "Ich habe noch nie so eine Intensität und so ein physisches Niveau gesehen. Wir müssen allen gratulieren. Wir haben es verdient zu gewinnen, wir haben es verdient, Unentschieden zu spielen, und wir haben es heute verdient zu verlieren. Es war ein fantastisches Spiel", schwärmte der Spanier.
Trotz oder vielleicht gerade wegen des Unglaubens über das gerade Erlebte tat man sich auf Bayern-Seite mit der Einordnung der Niederlage schwer. Wie Enrique analysiert hatte, war die Niederlage nicht unverdient. Auf der anderen Seite: War man wirklich schlechter als die Hausherren?
Aleksandar Pavlovic
Kimmich: Niederlage "fühlt sich komisch an"
Kimmich brachte nach dem Spiel die Gedanken der FCB-Anhänger auf den Punkt. "Es fühlt sich jetzt nach dem Spiel komisch an, weil wir natürlich mit einem Tor verlieren. Trotzdem waren wir mit drei Toren hinten, kommen zurück und müssen irgendwie noch den Ausgleich machen", befand der 31-Jährige.
Ähnlich sah es Bayern-Trainer Vincent Kompany. "Normalerweise ist es vorbei, wenn du fünf Gegentore auswärts in einem Halbfinale bekommst", gestand der Belgier, bevor er auf die positiven Seiten des Spiels einging: "Aber wir schießen vier und können noch zwei, drei mehr in diesem Spiel machen."
Bayern wendet herbe Klatsche ab
Letztlich wirkten die Bayern-Stars nach der Pleite keinesfalls niedergeschlagen, sondern vielmehr optimistisch. Schließlich hatte es nach dem zwischenzeitlichen 5:2 für Paris alles nach einer herben Klatsche ausgesehen. Und das, obwohl beide Teams über weite Strecken auf Augenhöhe agiert und ähnlich wie beim Viertelfinal-Rückspiel der Bayern gegen Real Madrid (4:3) einen Wirkungstreffer nach dem anderen getauscht hatten.
Max Eberl
Kimmich: "Drei Tore schlechter waren wir auf gar keinen Fall"
"Man stand so ein bisschen auf dem Platz und dachte: 'Boah, was ist denn hier los?' Weil drei Tore schlechter waren wir auf gar keinen Fall", berichtete Kimmich mit Blick auf den PSG-Doppelschlag zum 5:2 zwischen der 56. und 58. Minute.
Doch anstatt auseinanderzufallen, bewies der deutsche Rekordmeister Kampfgeist und schlug zurück. Erst traf Dayot Upamecano, der eine Freistoß-Flanke von Kimmich mit dem Kopf minimal berührte.
Tah trauert um Auswärtstorregel
Drei Minuten später folgte das Tor von Luis Diaz, der nach einem perfekten Zuspiel von Harry Kane um Haaresbreite nicht im Abseits stand und Routinier Marquinhos im Eins-gegen-Eins verlud, bevor er eiskalt den Anschluss erzielte.
Nun gehen die Bayern mit einer beherrschbaren Hypothek ins Rückspiel, auch wenn Jonathan Tah ein wenig vergangenen Tagen nachtrauerte. "Tja, wenn es die Auswärtstorregel noch gäbe", setzte der 30-Jährige an, bevor er sich selbst unterbrach: "Am Ende steht es 1:0. Und wir haben gezeigt, dass wir mindestens zwei Tore schießen können. Deswegen gehen wir mit vollem Selbstvertrauen in dieses Rückspiel rein."
Kompany heizt Bayern-Fans vor Rückspiel ein
Auch Kompany blickte bereits auf den kommenden Mittwoch, wenn es auf heimischem Platz um das Final-Ticket für den 30. Mai in Budapest geht. Dabei heizte der Cheftrainer schon jetzt den eigenen Fans ein.
"Ich glaube, die Jungs geben immer alles. Das haben die Fans heute gesehen. Die Fans geben auch immer alles für uns, aber wir brauchen 75.000 Fans, die genauso wie unsere Auswärtsfans mitfiebern", forderte Kompany. Kaum vorstellbar, dass er bei einem Spielverlauf wie im Hinspiel seinen Wunsch nicht bekommen wird.
Manuel Neuer
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