Kein Aufstieg für die SpVgg Unterhaching. Wie die Münchner Vorstädter am Dienstag mitteilten, hat sich der Verein dagegen entschieden, an möglichen Aufstiegsspielen gegen den Tabellenführer der Regionalliga Nordost teilzunehmen. Damit wird die ursprünglich anvisierte direkte Rückkehr in die 3. Liga vorerst verschoben. Die Spielvereinigung ist nicht der erste Verein, der zurückzieht.
Unterhaching will nicht aufsteigen, auch Nürnberg hatte abgesagt
Der Verein vor den Toren Münchnens führt die Tabelle der Regionalliga Bayern gar nicht an. An der Spitze steht die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg (69 Punkte). Die kleinen Clubberer hatten aber schon im Februar bekannt gegeben, dass sie auf jeden Fall in der Liga bleiben werden. Der Zweite aus Unterhaching (67 Punkte) möchte nun ebenfalls nicht aufsteigen. Auf Rang drei folgen die Würzburger Kickers, die nur drei Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter haben, als einzige aber aufsteigen wollen.
"Müssen realistisch sein", Schwabl erklärt Entscheidung
"Wir müssen realistisch sein und feststellen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wiederaufstieg nicht gegeben sind", wird Präsident Manni Schwabl in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert. "Für die Mannschaft, das Trainerteam und unsere Fans ist das nach der starken Leistung in dieser Saison natürlich eine Enttäuschung", heißt es weiter. Zudem gab es den Hinweis, dass diese Entscheidung auch aus Sicht des Aufsichtsrats unumgänglich gewesen sei.
Die Gründe für den Aufstiegsverzicht lesen sich in Nürnberg wie auch in Unterhaching gleich. Es geht ums Finanzielle, aber auch um die Entwicklung der Mannschaft. Die Spielvereinigung um ihren Präsidenten Manfred Schwabl will dem "Hachinger Weg" treu bleiben und weiter auf Talente setzen. Größtes Juwel ist derzeit der erst 17-jährige Wesley Krattenmacher, der Bruder von Maurice Krattenmacher, den der Verein nach dem Drittligaabstieg an den FC Bayern München verkaufte. Viel Geld nahm der Verein auch bei den Abgängen von Karim Adeyemi oder Nico Mantl ein.
SpVgg Unterhaching visiert Aufstieg 2027/28 an
Die Entscheidung der Spielvereinigung kommt einigermaßen überraschend, schließlich hatte der Verein noch im Februar eine Lizenz für die 3. Liga beantragt. Nun also das Umdenken. In der Münchner Vorstadt befürchtet man wohl zudem, dass der Schritt in die 3. Liga für die nach dem Abstieg neu formierte, junge Mannschaft zu früh kommen und das Team überfordern könnnte.
Stattdessen sollen sich die Spieler untereinander noch besser einspielen, um dann den Sprung in Liga drei zu wagen. Das Ziel Aufstieg ist also nur aufgeschoben, nicht aufgehoben, betont der Verein. "Die Perspektive auf einen Aufstieg in Liga 3 in den nächsten Jahren werden wir nicht aus den Augen verlieren", wird Schwabl zitiert. Von einem "mittelfristigem Ziel" ist die Rede. Wann das genau sein soll, wird nicht erwähnt.
Würzburger Kickers treten in den Aufstiegsspielen an
Weil Nürnberg und nun auch Unterhaching zurückgezogen haben, sind nun die Würzburger Kickers der lachende Dritte und dürfen die Aufstiegsspiele gegen einen Vertreter der Regionalliga Nordost bestreiten. Die Unterfranken sind mit elf Punkten Vorsprung bei nur noch drei verbleibenden Spielen nicht mehr von Rang drei zu verdrängen. Gegner in den Entscheidungsspielen wird entweder Lokomotive Leipzig, die im vergangen Jahr an Havelse scheiterten, oder Carl-Zeiss Jena. Die Thüringer haben nur fünf Punkte Rückstand und damit auch noch die Chance auf die Spitze.
