Ousmane Dembele, Paris Saint-Germain
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Gefährlich, aber verwundbar: Was Bayern gegen PSG erwartet

Gefährlich, aber verwundbar: Was Bayern gegen PSG erwartet

Mit Paris Saint-Germain wartet im Champions-League-Halbfinale der Titelverteidiger auf den FC Bayern München. Die Franzosen sind gut in Form und sorgen mit ihrem Spielstil für Sorgenfalten bei ihren Gegnern. Doch nicht alles läuft nach Plan.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Einfache Titel gibt es im Profi-Fußball nicht mehr zu gewinnen, aber die Klasse der Gegner, mit denen es der FC Bayern München auf dem Weg zu einem möglichen Champions-League-Triumph zu tun bekommt, hat es dann noch einmal besonders in sich.

Heftige Gegnerliste für Bayern

Nachdem man in der Ligaphase unter anderem auf Klub-Weltmeister Chelsea (3:1), Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain (2:1) und den FC Arsenal (1:3) getroffen war, ging es im Achtelfinale gegen den Europa-League-Champion Atalanta Bergamo (6:1, 4:1), bevor Angstgegner Real Madrid (2:1, 4:3) wartete.

Mit Ausnahme der Niederlage gegen Arsenal gab sich das Team von Trainer Vincent Kompany bei keiner dieser Herausforderungen eine Blöße. Zur Belohnung darf man nun im Halbfinale erneut gegen PSG antreten, bevor in einem potenziellen Endspiel entweder erneut Arsenal oder Atletico Madrid wartet.

Großer Bayern-Respekt vor PSG

So weit will man an der Isar nicht schauen. Der Fokus liegt auf der nächsten Aufgabe. In diesem Fall das Duell mit PSG. "Wir haben jetzt in relativ kurzer Zeit dreimal gegen Paris gespielt. Zweimal gewonnen, einmal verloren. Das war immer sehr, sehr eng", hatte Joshua Kimmich bereits nach dem Viertelfinale gegen Real gesagt.

Der Respekt vor den Franzosen ist groß, obwohl man in der ersten Halbzeit des Ligaphasenduells bis zum Platzverweis für Luis Diaz über Paris hinweggefegt war.

PSG mit starker Form vor Bayern-Duell

Doch PSG tritt inzwischen anders auf. Ousmane Dembele und Co. haben wettbewerbsübergreifend sieben ihrer letzten acht Spiele gewonnen, dabei sechsmal zu null gespielt und nur drei Gegentore kassiert.

Zum Vergleich: Bayern hat zwar alle seiner jüngsten acht Matches gewonnen, aber nur drei weiße Westen behalten. Alleine in den vergangenen vier Aufeinandertreffen ließ der deutsche Rekordmeister acht Treffer zu.

Hohes Pressing als PSG-Markenzeichen

Zur Wahrheit gehört allerdings, dass die Münchner aufgrund der mittlerweile endgültig entschiedenen Meisterschaft immer wieder massiv rotierten, ein Luxus, den sich PSG-Coach Luis Enrique nur begrenzt leisten kann. Die Mannschaft des Spaniers führt zwar die Tabelle der Ligue 1 an, hat vier Spiele vor Schluss aber den RC Lens im Nacken sitzen.

Auch wenn der mäßige Saisonstart PSG verfolgt, ist der 13-malige französische Meister gegenwärtig nicht zu unterschätzen. Das aggressive Pressing lässt gegnerischen Mannschaften im Spielaufbau kaum Zeit. Und trotz des hohen Anlaufens geht die defensive Stabilität nicht verloren, wie 25 Gegentore aus 30 Ligue-1-Partien zeigen.

Innenverteidigung als Anker für die Künstler

Die Innenverteidiger haben im System von Enrique eine Sonderrolle. Während alle anderen Spieler fluide auf dem Spielfeld rotieren, ähnlich wie unter Kompanys FC Bayern ihre Rollen sehr variabel interpretieren, ist die Innenverteidigung vom wilden Wechselspiel ausgeschlossen. Marquinhos und der 23-jährige Ukrainer Ilya Zabarnyi, der im vergangenen Sommer für 63 Millionen nach Paris wechselte, agieren als Anker im PSG-System, der dem Rest der Mannschaft Orientierung und Sicherheit geben soll. Kapitän Marquinhos und Zabarnyi bringen dem filigranen Gefüge von PSG die nötige Körperlichkeit und Zweikampfstärke - und erlauben mit ihrem disziplinierten Spiel, den Offensiv-Künstlern, sich die nötigen Freiheiten zu nehmen.

Davon profitiert vor allen Dingen ein ein ehemaliger Dortmunder. Enrique beorderte Dembele vom Flügel in die Sturmmitte, wo Dembele noch mehr Durchschlagskraft entfaltet als ohnehin schon. Ein Taktikkniff, der derart erfolgreich war, dass Dembele den Ballon d'Or gewann.

Identitätswechsel wird mit Champions-League-Titel belohnt

Die Zeit der genialen, aber lauffaulen Diven an der Seine ist vorbei. Statt Neymar und Kylian Mbappe setzt man auf Desire Doue, Khvicha Kvaratskhelia und Joao Neves. Junge, hochbegabte Spieler, die sich für Abwehrarbeit nicht zu schade sind.

Ein Konzept, das im ersten Jahr nach dem Abgang von Mbappe aufging und mit dem Champions-League-Titel belohnt wurde. Neben der veränderten Mannschaftsstruktur und dem neuen Spielstil war dabei besonders ein Schachzug von Enrique für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte verantwortlich.

Probleme bei PSG

Dennoch wird in Paris nicht alles, was Enrique anfasst, zu Gold. Torwart Lucas Chevalier, im Sommer als Ersatz für Gianluigi Donnarumma verpflichtet, konnte sich nicht durchsetzen, sodass das Team mit der etatmäßigen Nummer zwei Matvey Safonov auftritt.

Zudem lieferten die AS Monaco (3:2, 2:2) und Olympique Lyon (1:2) zuletzt Anschauungsmaterial, wie man Paris trotz steigender Formkurve ärgern kann. Dazu ist die Personalsituation nicht optimal.

Vitinha und Hakimi angeschlagen vor Bayern

Regisseur Vitinha fehlte jüngst mit einer Sprunggelenksblessur und Achraf Hakimi wurde beim 3:0 gegen Angers angeschlagen ausgewechselt. Das Duo konnte am Montag zwar trainieren, dürfte aber nicht bei 100 Prozent sein.

Im Unterschied zum 2:1 in der Hinrunde gegen Bayern ist dafür Doue fit. Der 20-Jährige war beim Duell im Klub-WM-Viertelfinale (2:0) mit seinem 1:0 ein wichtiger Faktor. Gut möglich, dass er auch bei diesem Duell eine Hauptrolle einnimmt.

Ousmane Dembele
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