Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat ihr Freundschaftsspiel gegen Australien trotz des Fehlens diverser etablierter Spielerinnen gewonnen. Das Team von Bundestrainer Christian Wück setzte sich in Karlsruhe verdient mit 3:1 (2:1) durch.
Kössler staubt nach Kett-Kopfball ab
Die von vielen Ausfällen geplagten DFB-Frauen brauchten nur wenige Minuten, um das Ruder zu übernehmen. Ein gefährlicher Abschluss des australischen Superstars Sam Kerr in der 1. Minute schien Klara Bühl und Co. aufzuwecken.
Was folgte, war ein regelrechter Sturmlauf auf das australische Tor, der zwar nicht immer in Großchancen mündete, aber schließlich durch Stürmerin Melissa Kössler in der 23. Minute belohnt wurde. Die 26-Jährige, die die erkrankte Lea Schüller ersetzte, drückte den Ball nach einem parierten Kopfball von Franziska Kett zum verdienten 1:0 über die Linie.
Kössler schnürt Doppelpack
Das Duo Kett und Kössler besorgte sieben Minuten später auch den nächsten Treffer. Kett schickte Kössler mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Die Frau vom Denver Summit FC nahm das Spielgerät auf, machte noch einige Meter und erzielte mit einem flachen Schuss ins linke Eck das 2:0 (30.).
Kurz darauf zappelte das Leder zum dritten Mal im Netz, nachdem Jule Brand nach einem Querpass von Kössler lässig eingeschoben hatte, doch die Doppelpackerin hatte zuvor Abseits gestanden, sodass das vermeintliche 3:0 nicht zählte.
Kerr schockt DFB-Frauen kurz vor der Pause
Gewissermaßen mit dem Pausenpfiff meldeten sich die Australierinnen zurück in der Partie. Bühl konnte eine Flanke von Ellie Carpenter vom rechten Flügel nicht verhindern. Kerr kam im Fünfmeterraum vor Janina Minge an den Ball und nickte den Ball wuchtig zum 1:2 (45.) ins deutsche Tor.
Zum Seitenwechsel nahm Wück mit Bühl und Kett zwei Spielerinnen des FC Bayern München ebenso vom Platz wie Brand und brachte Linda Dallmann, Marie Müller und Debütantin Lisa Baum ins Spiel.
Mahmutovic bügelt eigenen Fehler aus
Das Spiel blieb ausgeglichen, allerdings hatte die DFB-Elf in der 56. Minute großes Glück, dass es nicht plötzlich 2:2 stand. Torhüterin Ena Mahmutovic rutschte bei einer Ecke das Spielgerät durch die Hände. Der Ball landete bei Clare Wheeler, die mit einem harten Schuss die Unterkante der Latte traf. Den Abpraller fälschte die eingewechselte Müller gefährlich ab, bevor Mahmutovic schließlich zur Stelle war und die Szene entschärfte.
Beide Mannschaften konnten nun beste Gelegenheiten nicht nutzen. In der 71. Minute verpasste Caitlin Foord nur knapp den Ausgleich, bevor Jokerin Nicole Anyomi in der 77. Minute freistehend an Mackenzie Arnold im australischen Tor scheiterte.
Küver trifft, McNamara kontert - Nüsken mit dem Schlusspunkt
Die DFB-Frauen beendeten den Chancenwucher mit einer Ecke von Dallmann. Die 32-Jährige des FC Bayern trat den Standard scharf vor das Tor und fand Camilla Küver, die per Kopf das 3:1 (83.) besorgte.
Es sollte nicht der letzte Treffer der Partie bleiben. Anyomi verlor den Ball im Mittelfeld, dann ging es schnell. Holly McNamara tauchte plötzlich unbedrängt vor Mahmutovic auf. Ihren Schuss fälschte die hereingrätschende Sjöke Nüsken unhaltbar zum 2:3 (90.+3) ab. Das Gegentor blieb folgenlos, weil Nüsken sich kurz vor Schluss bei einer erneuten Ecke stark durchsetzte und mit einem harten Rechtsschuss sogar noch das 4:2 (90.+4) erzielte.
