Nathaniel Brown und Vincent Kompany
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Besser werden, aber wie? Kompanys kniffliges Bayern-Dilemma

Besser werden, aber wie? Kompanys kniffliges Bayern-Dilemma

Der FC Bayern steht nach einer fast perfekten Saison vor der Frage, wie das Team besser werden kann. Lücken im Kader wurden mit den Verpflichtungen von Nathaniel Brown und Ismael Saibari gestopft. Aber reicht das, um mit PSG und Real mitzuhalten?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Blickt man auf die vergangene Saison des FC Bayern, sieht man eine (fast) perfekte Spielzeit. Erstmals seit 2020 gewannen die Münchner den DFB-Pokal. Deutscher Meister wurde man ohnehin - mit neuem Torrekord in der Bundesliga.

Messlatte für Kompanys Bayern liegt hoch

In der Champions League überwand der deutsche Rekordmeister im Viertelfinale sein Real-Madrid-Trauma. Einziges Manko: eine Runde später war die Reise gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain (4:5, 1:1) beendet.

Das Verpassen des Königsklassen-Titels war angesichts der Ambitionen des Teams von Trainer Vincent Kompany eine Enttäuschung. In der neuen Saison liegt die Messlatte keinen Millimeter niedriger.

BVB mit Transfer-Attacke auf Bayern

Allenthalben klingt bei Spielern und Verantwortlichen der Hunger auf die siebte europäische Krone und das dritte Triple der Vereinsgeschichte durch. Einfach das Niveau der vergangenen Spielzeit zu halten, wird dafür allerdings kaum reichen. Denn die Konkurrenz hat im Sommer keineswegs geschlafen.

National hat Borussia Dortmund einiges in Bewegung gesetzt, um die Lücke zu den Münchnern zu verkleinern. Der BVB hat bisher über 100 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben.

PSG und Real verstärken sich namhaft

International sind die Reichen noch reicher geworden. PSG verstärkte seinen Kader nach zwei Champions-League-Triumphen in Serie mal eben mit Ferran Torres vom FC Barcelona, seines Zeichens Siegtorschütze des WM-Finales.

Bei Real Madrid durfte Trainer-Rückkehrer José Mourinho auf Shopping Tour gehen. Diverse Hochkaräter um 125-Millionen-Mann Yan Diomande von RB Leipzig und den spanischen Weltmeister Marc Cucurella ergänzen künftig das königliche Star-Ensemble.

Bayern gegen die Erwartungen und die Konkurrenz

Zudem haben der FC Barcelona und die vom FC Arsenal angeführte Riege englischer Spitzenklubs ebenfalls dreistellige Millionensummen für neue Spieler ausgegeben.

Die Aufgabe für Kompany beim FCB ist also groß. Es geht nicht nur gegen den Maßstab der vergangenen Saison und die eigenen Erwartungen, sondern zudem gegen eine (zumindest auf dem Papier) aufgerüstete Konkurrenz.

Brown und Saibari bei Bayern neu dabei

Immerhin: Der Belgier fängt nicht bei Null an. In seinem dritten Jahr in der bayerischen Landeshauptstadt kann er auf etablierte Abläufe zurückgreifen. "Echte" Neuzugänge, die integriert werden müssen, gibt es mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari ohnehin nur zwei.

Brown, der im Franz-Beckenbauer-Supercup als Zehner glänzte, aber auch auf der Sechs einsetzbar ist, soll die linke Abwehrseite stabilisieren. Da Alphonso Davies und Hiroki Ito mehrfach durch Verletzungen ausgebremst wurden, war die Position trotz solider Leistungen von Josip Stanisic zum Sorgenkind geworden.

Saibari löst Personal-Problem

Die Unsicherheit rächte sich beim 4:5 im Halbfinal-Hinspiel gegen PSG, weil Davies einen bitteren Hand-Elfmeter verursachte. Ein Fehler, der die Münchner letztlich das Endspiel kostete und der dem Kanadier mit genügend Spielpraxis wohl kaum unterlaufen wäre.

Mit Saibari schloss der FCB die andere Schwachstelle im Kader der Rekordsaison: die dünne Personaldecke in der Offensive. Die Ausfälle von Serge Gnabry und Lennart Karl im Saisonendspurt waren ein schwerer Schlag. Karl feierte im Rückspiel gegen PSG zwar ein fünfminütiges Comeback nach wochenlanger Pause, seine Einwechslung war aber mehr ein Akt von Kompanys Verzweiflung angesichts des Mangels an echten Alternativen.

Absence-Fragezeichen bei Musiala

Damit ist es nach dem Willen der Bayern-Chefs mit Saibari vorbei. Der Marokkaner kann auf den Flügeln, im offensiven Mittelfeld und im Sturm spielen und ist in puncto individueller Qualität ein Upgrade gegenüber Nicolas Jackson, dessen Kaderplatz er übernimmt.

Unwägbarkeiten wie Verletzungen oder die Rückkehr von Jamal Musiala nach der Umstellung seiner Absence-Medikation wird es weiterhin geben, doch mit Saibari dürften sich die Häufigkeit akuter Notlagen enorm reduzieren.

Taktik-Dilemma für Kompany

Bleibt die Frage nach Kompanys Spielstil. Der 40-Jährige lässt spektakulär und erfolgreich Fußball spielen. In den Duellen mit PSG und Real wurde deutlich, dass sein Team auf höchstem Niveau Probleme gegen den Ball bekommen kann.

Für Kompany bleibt damit insbesondere eine Frage: Wie kann er seinem System die gegen Top-Teams nötige Stabilität verleihen, ohne das offensive Potenzial seiner Mannschaft einzuschränken? Ein Rätsel, bei dem ihm aber trotz des Bundesliga-Starts Zeit bleibt, um es zu lösen. Die ganz großen Spiele in der Champions League warten schließlich erst im Frühjahr.

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