Aller guten Dinge sind drei - im Fall von Ena Mahmutovic soll es dabei aber nicht bleiben. Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Freitagabend im BBBank Wildpark zu Karlsruhe auf Australien trifft, steht die Torhüterin des FC Bayern München zum dritten Mal in ihrer Karriere beim DFB zwischen den Pfosten. Bei ihrem Verein gilt die 22-Jährige längst als "Zukunft der Nationalmannschaft", wie Sportdirektorin Bianca Rech jüngst verlauten ließ. Nun will Mahmutovic auf dem Rasen den nächsten Beweis liefern.
Bundestrainer Wück stärkt Mahmutovic den Rücken
"Ena hat es verdient, dass sie morgen das nächste Spiel macht", sprach Bundetrainer Christian Wück seiner Spielerin auf der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag das Vertrauen aus. Da Mahmutovic erst zwei Länderspiele auf dem Konto hat, ist das Debüt im Dezember 2024 noch recht frisch in Erinnerung. Die damalige Premiere ging schief, die Keeperin verschuldete das 1:2 gegen Italien mit.
Seitdem ist jedoch viel Zeit vergangen, auch Wück wollte von der Anekdote nichts mehr wissen. "Man darf nicht vergessen, dass sie in Slowenien schon die Null gehalten hat", verwies er stattdessen auf das letzte Spiel der WM-Qualifikation im vergangenen Juni (2:0). "Und ich hoffe, dass sie das morgen wiederholen kann."
Mahmutovic: Eine, die Spiele entscheiden kann
Mahmutovic reiste jedenfalls mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen zur Nationalmannschaft. Vor Kurzem wurde ihr Vertrag beim FC Bayern bis 2029 verlängert, auf die Nummer eins des Meisters war sowohl auf nationaler als auch internationaler Bühne Verlass - wobei Topparaden keine Mangelware waren. "Sie ist eine der talentiertesten Torhüterinnen der Welt", schwärmte Bayern-Trainer José Barcala. Mahmutovic sei eben eine, die Spiele entscheiden könne. Damit hätte sie bereits ein Attribut mit Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger gemeinsam.
Die Olympia-Heldin und Fußballerin des Jahres von 2024 und 2025 nimmt sich eine Auszeit beim DFB, in Absprache mit Bundestrainer Wück verzichtete die 35-Jährige auf die Länderspiele gegen Australien und Japan (Dienstag, 17.45 Uhr). Eine Zeitenwende im Tor steht daher nicht unbedingt an: Die erfahrene Berger sei eben "noch einen Tacken voraus", erstickte der Bundestrainer die Diskussion zum Start in die WM-Saison im Keim.
Mahmutovic selbst beschäftigen die Diskussionen um die Nummer eins kaum bis gar nicht. "Ich nehme das ganz gelassen hin", meinte sie am ARD-Mikrofon. "Ich versuche mich auf meine Leistung zu konzentrieren, der Verein ist die Grundlage für die Nationalmannschaft. Und hier möchte ich natürlich auch meine Leistung bestätigen. Alles andere entscheidet der Bundestrainer."
Nummer eins beim DFB: Die Zukunft drängt sich auf
Die Devise für den Härtetest gegen den bärenstarken WM-Vierten am Freitagabend lautet daher: Einen positiven Eindruck hinterlassen. "Ich freue mich sehr", blickte Mahmutovic auf die Herausforderung gegen Australien voraus. "Es ist natürlich immer was Besonderes, dann auch noch gegen eine Mannschaft von einem anderen Kontinent. Das ist glaube ich sehr hilfreich, wenn wir jetzt auch auf die WM blicken, uns mit denen zu messen."
Die Weltmeisterschaft findet zwischen 24. Juni und 25. Juli in Brasilien statt. Mit dem dritten WM-Titel der Verbandsgeschichte - dem ersten seit 2007 - vor Augen, wurde das Finalspiel im berühmten Maracanã in Rio de Janeiro, wo sich im Jahr 2014 auch die Herren-Nationalmannschaft zum Weltmeister gekrönt hatten, zum Sehnsuchtsziel auserkoren. Ob beim Großereignis in Südamerika schließlich Mahmutovic die Nummer eins auf dem Rücken trägt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Entscheidung ihrem Trainer erschweren kann die junge Torhüterin des FC Bayern jedenfalls bereits am Freitag in Karlsruhe - mit einer ansehnlichen Leistung gegen einen außergewöhnlichen Gegner.
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