Wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann am Mittwoch seine Auswahl für den Auftakt zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA und Mexiko benennt, wird es "ein paar Überraschungen geben", kündigte DFB-Sportdirektor Rudi Völler an.
Durch prominente Ausfälle, wie die von Jamal Musiala und Torwart Marc-André ter Stegen, muss Nagelsmann für die anstehenden Spiele gegen die Slowakei, Nordirland und Luxemburg im September, Oktober und November einiges umbauen – und sich damit auch für Experimente öffnen.
Neuer hat "unglaubliche Souveränität ausgestrahlt"
Eine überraschende Rückkehr von Manuel Neuer, der seine Karriere in der Nationalmannschaft im letzten Sommer nach der Heim-WM beendet hatte, soll es nach der Verletzung seines designierten Nachfolgers Marc-André ter Stegen trotz anhaltender Diskussionen aber nicht geben. Der 33-jährige ter Stegen hatte zuletzt seine Position als Stammtorwart beim FC Barcelona verloren und fällt nach einer neuerlichen Rücken-OP erneut für mehrere Monate aus. Der mittlerweile 39-jährige Neuer hatte sich beim Super-Cup dagegen in Topform präsentiert und zuvor bei der Klub-WM eine "unglaubliche Souveränität ausgestrahlt", lobte Sportdirektor Christoph Freund.
Trotz aller Kritikpunkte an ter Stegen schließen Völler und Nagelsmann Stand jetzt eine Rückkehr des 124-maligen Nationalspielers jedoch kategorisch aus. "In meinen Gedanken weiß ich, dass Marc zurückkommt im Dezember, dann die beiden Spiele machen wird im März, im Juni auch, und dann die WM spielen wird", hatte der Bundestrainer schon im Juli in einer Gesprächsrunde beim Internationalen Trainerkongress in Leipzig deutlich gemacht.
Nagelsmann muss den Besten aufstellen
Einige Fußballgrößen raten allerdings zu einem Umdenken. Hermann Gerland, beim FC Bayern elf Jahre lang als Assistent von Trainern unter anderem wie Pep Guardiola, Jupp Heynckes oder Hansi Flick, sorgt sich allerdings ohne den erfahrenen Neuer um den WM-Erfolg: "Wenn Deutschland etwas werden will, muss Julian Nagelsmann den Besten aufstellen. Und das ist Manuel Neuer", so der Fußballrentner am vergangenen Samstag im ZDF Sportstudio.
Auch Thomas Müller, aktuell treffsicher in der MLS unterwegs, ist absolut überzeugt von seinem ehemaligen Teamkollegen. "Wenn Manuel zu dem Zeitpunkt fit ist und so im Tor bei Bayern steht, wie ich ihn kenne, dann traue ich ihm die Rolle als deutsche Nummer eins bei der WM 2026 absolut zu", sagte er in der Sport Bild.
Ins gleiche Horn stößt Ex-Bayernspieler Lothar Matthäus: "Die Besten sollten spielen, Manu hat bei der Klub-WM gezeigt, dass er nichts von seinem Können eingebüßt hat. Er und ter Stegen sind unsere überragenden Torhüter. Die anderen sind gut, aber für den WM-Titel reicht das nicht", sagte er im "Kicker"-Interview.
Baumann wieder als Ersatz-Eins im Tor
Wie die Debatte weitergeht, hängt wohl vor allem davon ab, ob ter Stegen wieder fit wird und dann in Barcelona oder anderswo regelmäßig auf Topniveau spielt. Bis dahin dürfte Oliver Baumann wieder die Rolle als Ersatz-Eins für die WM-Qualifikation bekommen. "Ich möchte ihm jetzt so nahelegen, dass ich wieder spielen kann oder sollte, wenn Marc nicht da ist", sagte der Schlussmann der TSG Hoffenheim vor der anstehenden Torwartentscheidung.
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