Der Bann ist gebrochen: Die deutsche Nationalmannschaft hat ihren ersten Sieg unter der Leitung von Bundestrainer Jürgen Klopp eingefahren. Einem komplett überforderten Serbien ließ die DFB-Elf rund um Kapitän Serge Gnabry keine Chance und setzte sich mit 2:0 (1:0) durch. In Gruppe 2 der Liga A hält Deutschland nach drei Spielen nun bei vier Punkten.
Klopp schickt zwei Debütanten aufs Feld
Vier Tage nach der denkwürdigen Pleite gegen Griechenland (0:1) schickte Klopp eine rundum erneuerte Startelf auf den Platz. Wenig verwunderlich griff der 59-Jährige für die Partie gegen Serbien auf den zweiten Teil seines XXL-Kaders zurück. In der Anfangsformation fanden sich zwei Debütanten: Torhüter Jonas Urbig und Offensivspieler Derry Scherhant liefen erstmals für die DFB-Elf auf.
Vor Urbig bildeten Philipp Treu, Malick Thiaw, Waldemar Anton und Maximilian Mittelstädt die Viererkette. Im Mittelfeld liefen Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof gemeinsam mit Florian Wirtz auf. Vorne sollten neben Scherhant auch Gnabry bei seinem Kapitänsdebüt sowie Nick Woltemade die nötigen Akzente setzen.
Großchance folgt auf Großchance: Deutschland mit viel Elan
Der frische Wind, der durch die Startelf wehte, war auch auf dem Rasen zu spüren. Deutschland startete mit einer ordentlichen Prise Elan in die Partie – und kratzte auf Anhieb an der Führung. Nahe des rechten Pfostens legte Treu mit dem Kopf in den Rückraum ab, dort rauschte Pavlovic heran und zirkelte die Kugel per Direktabnahme denkbar knapp am Tor vorbei (8.).
Im Video: Tom Bischof schwärmt nach DFB-Sieg
Tom Bischof feiert mit Florian Wirtz
Serbien, das im Vergleich zur jüngsten 1:2-Niederlage gegen die Niederlande nur vier Änderungen in der Anfangsformation aufwies, wirkte derweil aufgrund der direkten und vertikalen Spielweise der Deutschen komplett überfordert. Die Truppe von Veljko Paunovic schaffte es kaum aus der eigenen Hälfte raus und sah sich mit einer Flut an deutschen Chancen konfrontiert.
In der 18. Minute legte Gnabry die Kugel nach Zuspiel von Wirtz aus spitzem Winkel nur knapp am linken Pfosten vorbei, sechs Minuten später streifte ein satter Schuss von Bischof aus 20 Metern das rechte Außennetz. Nach einer halben Stunde wurde Gnabry schließlich im Sechzehner von Woltemade mit einem Außenristpass bedient, mit seinem Flachschuss aus etwa fünf Metern scheiterte er an Torhüter Djordje Petrovic.
Serbiens gefährlicher Ausflug – und dann trifft Bischof
Mit anderen Worten: Deutschland dominierte das Spiel nach Belieben. Und doch fiel das erste Tor des Abends beinahe auf der anderen Seite. Filip Kostic wurde fast von der Mittellinie auf die Reise geschickt, im Sechzehner legte er für den mitgelaufenen Kosta Nedeljkovic auf. Aus kürzester Distanz verpasste dieser den Ball nur um Millimeter (32.).
Wachgerüttelt von diesem Beinahe-Schock schaltete die DFB-Elf einen Gang höher – und münzte ihre Überlegenheit in die Führung um. Nachdem Wirtz zuvor noch völlig alleingelassen aus etwa acht Metern mit seinem Kopfball an Petrovic verzweifelt war, brachte er in der 39. Minute seine ganze Qualität auf den Platz. Auf engstem Raum setzte sich der Liverpool-Star im Strafraum durch, traf mit seinem verdeckten Pikenschuss aber nur den linken Pfosten. Von Letzterem prallte das Leder zu Bischof, der die Kugel aus kürzester Distanz unter die Querlatte jagte. Mit einem hochverdienten 1:0 sowie einer Torschuss-Bilanz von 16:0 ging es wenig später in die Pause.
Im Video: Jonas Urbig nach DFB-Debüt im Interview
Jonas Urbig hat sein Debüt für die Nationalmannschaft gefeiert
Woltemade vergibt aus drei Metern, Wirtz erhöht
In der zweiten Halbzeit zeigte sich dasselbe Bild, Deutschland setzte Serbien unter enormen Druck. So schlenzte El Mala den Ball zunächst aus spitzem Winkel haarscharf am rechten Pfosten vorbei (57.), aus der nahezu selben Position setzte Scherhant die Kugel eine Minute später ans linke Außennetz. Eine weitaus dickere Chance ließ jedoch Woltemade liegen: Nach einer scharfen Hereingabe seitens Treu jagte der 24-Jährige das Leder aus drei Metern in den Münchner Nachthimmel (59.).
Kurz darauf sollte es aber klappen. Nach Vorarbeit von Mittelstädt legte Wirtz den Ball gekonnt an Srdjan Babic vorbei und versenkte die Kugel mit einem platzierten Schuss aus 13 Metern im rechten Eck (61.). In der Folge nahm Klopp einige Wechsel vor, unter anderem avancierte Mika Baur von Celtic Glasgow zum 1000. DFB-Debütanten der Geschichte. Zwar erarbeitete sich Serbien in der letzten halben Stunde die ein oder andere Möglichkeit, an der Spieldynamik änderte sich jedoch nichts.
Für die deutsche Nationalmannschaft geht es am kommenden Sonntag weiter. Dann soll in Thessaloniki gegen Griechenland die Revanche für die jüngste Schmach folgen (ab 20.45 Uhr).
Im Video: Serge Gnabry erleichtert nach DFB-Sieg
Serge Gnabry hat die Nationalmannschaft als Kapitän auf den Platz geführt
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