Die Uhr tickt auf Giesings Höhen – mal wieder. Den Zwangsabstieg in die Viertklassigkeit samt abgewiesener Klage vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie den eingebrachten Antrag auf Insolvenz im Rücken beschäftigt den TSV 1860 München nun das große Fragezeichen auf der Trainerbank. Drei Wochen vor dem eigenen Auftakt in die Regionalliga Bayern stehen die Löwen ohne Cheftrainer da. Eine Spur führt zu einem alten Bekannten.
Kayabunar bekundet Bereitschaft für 1860-Traineramt
Der Abschied von Markus Kauczinski, der den TSV seit Oktober 2025 betreut hatte, ereignete sich nicht aus heiterem Himmel. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen führten zu einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages, die Verabschiedung des Trainerteams rund um den 56-Jährigen fiel außergewöhnlich kurzsilbig aus.
Auf Kauczinski folgte zunächst Alper Kayabunar als Interimstrainer. Der 40-Jährige stand bei den bisherigen vier Testspielen der Löwen jeweils an der Seitenlinie und bekundete jüngst seine Bereitschaft, zum Cheftrainer aufzusteigen. "Natürlich finde ich es schön. Ich durfte auch schon als Trainer im Grünwalder Stadion an der Seitenlinie stehen, das macht mir Spaß", wurde er von der "Abendzeitung" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) zitiert.
Bender-Rückkehr vorerst nur ein Gerücht
Angesichts seiner Geschichte wirkt Kayabunar wie der ideale Kandidat. Vor vier Jahren hatte er nach der Insolvenz bei Türkgücü München das Ruder übernommen, zudem hat er sich mit seiner Arbeit mit der zweiten Mannschaft von 1860 hervorgetan: In der Bayernliga Süd feierte Kayabunar mit seinen Schützlingen den Titel. Eine unerwartete Wendung unweit von Giesing führte jedoch dazu, dass ihm der Aufstieg zum Löwen-Cheftrainer verwehrt bleiben könnte.
Am vergangenen Mittwoch hat die SpVgg Unterhaching überraschend den Rücktritt von Trainer Sven Bender verkündet. Zwischen 2002 und 2006 hatte der ehemalige Nationalspieler die Jugendabteilung der Löwen durchlaufen und schaffte in München den Sprung zum Profi, ehe es im Jahr 2009 weiter zu Borussia Dortmund ging. Es wäre eine romantische Lösung, zumal sich 1860 nicht zum ersten Mal um den 37-Jährigen bemüht: Schon 2022 wollte der Münchner Traditionsverein Bender und seinen Zwillingsbruder Lars, der seit Anfang Juli die U17 des FC Bayern trainiert, zu sich lotsen. Wie die "Abendzeitung" berichtet (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt), handelt es sich dabei jedoch vorerst nur um ein Gerücht. Konkrete Gespräche zwischen Klub und Ex-Spieler habe es bislang noch nicht gegeben.
1860 München: Wie sieht die Mannschaft aus?
Eine Entscheidung über die Zukunft auf der Trainerbank soll offenbar in den kommenden Tagen fallen, ein bis dato unbekannter "Mister X" könnte dabei gewiss ebenso eine Rolle spielen. Doch selbst mit einer Lösung für die vakante Stelle bleibt eine große Frage offen: Welche Mannschaft soll unter dem künftigen Coach spielen?
Nur acht Spieler der vergangenen Saison waren mit einem Arbeitspapier für die Regionalliga ausgestattet, bei den bisherigen Testspielen wurden daher vor allem Jugendspieler eingesetzt. Ein zusätzliches Problem: Zwar gründete der e.V. eine eigene Spielbetriebsgesellschaft und sicherte sich somit das Spielrecht für die kommende Saison, ab der U19 sind jedoch alle Spieler der KGaA unterstellt. Laut "Bild" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) überlegt 1860 daher, Spieler und Infrastruktur der Letzteren anzumieten.
Die Zeit drängt jedenfalls: Am 1. August starten die Löwen mit einem Auswärtsspiel beim 1. FC Schweinfurt 05 in die Regionalliga, in der kommenden Woche steht hingegen bereits die 1. Runde des Toto-Pokals auf dem Programm. Noch steht hinter Trainer und Kader jeweils ein großes Fragezeichen.
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