Der Löwe ist zurück! Der TSV München von 1860 e.V. hat sich die Rechte am Wappen gesichert. Im gleichen Zug hat der Verein außerdem die Beschäftigten der KGaA übernommen, darunter auch die Spieler der U19, U21 und der ehemaligen Profimannschaft, die noch bei der insolventen KGaA unter Vertrag standen.
Löwe ist zurück - Marke, Mannschaft, Mitarbeiter unter einem Dach
Dies veröffentlichte der beauftragte Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig am Dienstag in einer Pressemitteilung. Darin heißt es, dass direkt nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Dienstagmorgen der vorläufige Gläubigerausschuss einem Angebot des Turn und Sportverein München von 1860 e.V. und der neuen TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH zugestimmt hat. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
"Wir freuen uns, dass es nach langen und umfangreichen Verhandlungen gelungen ist, eine Einigung zu erzielen", lassen sich 1860-Präsident Gernot Mang und Thomas Probst, Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, zitieren: "Damit gelangen die Markenrechte und die Mannschaft unter das Dach des Vereins und seiner Spielbetriebs-GmbH. Der Löwe ist zurückgekehrt - das ist ein starkes Signal für unsere Fans, unsere Partner und den gesamten Verein.“
Wann prangt der Löwe wieder auf der Brust der Spieler?
Es ist ein wichtiger Schritt für den Verein und die Fans. Da die Markenrechte bis jetzt bei der KGaA lagen, lief die Mannschaft in der laufenden Saison vorsichtshalber mit einem anderen Logo auf. Bisher prangte das FA-Wappen, das der Klub schon zwischen 1899 und 1911 nutzte, auf der Brust der Spieler.
Nun haben die Löwen sich ihre Identität zurückgekauft. Ab wann der Verein die Markenrechte kommerziell wieder nutzen darf – also wann die Mannschaft mit dem Löwen auf der Brust auflaufen kann oder der Verein Fanartikel verkaufen darf – ist noch nicht bekannt. Zuvor müssen noch einige juristische Details geklärt werden.
Fußballbetrieb gesichert - offene Fragen beim Trainingsgelände
Somit kann der Fußballbetrieb wieder uneingeschränkt vom Verein und seiner neugegründeten Spielbetriebs-GmbH aus gesteuert werden. Die KGaA mit ihren Schulden wird dagegen von Insolvenzverwalter Liebig abgewickelt.
Die Nutzung des Trainingsgeländes ist Teil von weiteren Verhandlungen. Nachdem bereits seit Beginn der Vorbereitung eine Vereinbarung über die Überlassung des Trainingsgeländes an den e.V. besteht, seien nun im eröffneten Insolvenzverfahren "offene Punkte bezüglich des Trainingsgeländes zu klären", wie es in der Mitteilung heißt.
Goodbye Investor Ismaik?
Hasan Ismaik ist damit auf dem Papier weg. An der operativen Gesellschaft hat der Investor jetzt keine Anteile mehr. Er besitzt weiterhin seine 60 Prozent Anteile an der KGaA, die aber ohne Spielrecht und mit Insolvenz quasi wertlos sind.
Ganz beendet ist das Kapitel Ismaik allerdings noch nicht. Wie Insolvenzexperte Dirk Eichelbaum im BR24Sport-Interview erklärte, müsse der Verein sich auf gerichtliche Folgen der letzten Monate gefasst machen. "Der Investor hat sich mit einem sehr klagefreudigen Anwalt bewaffnet, der nicht für Kompromisse bekannt ist. Das kann richtig bunt werden", so Eichelbaum.
Am Dienstag meldete sich schließlich auch Vereinspräsident Mang in einem exklusiven Interview mit BR24Sport zu Wort und blickte in die Zukunft der Löwen.
Video: Insolvenzexperte Dirk Eichelbaum im Interview
Insolvenzexperte Dirk Eichelbaum
Video: "Ganz viel Euphorie" bei 1860 nach wegweisendem Tag
Der TSV 1860 München startet in eine neue Ära


