Erster Sieg, kein Gegentor und große Erleichterung - die Gefühlslage beim TSV 1860 München war nach dem 3:0-Triumph über den FC Memmingen, der vor dem 4. Spieltag der Regionalliga Bayern die Tabelle angeführt hatte, rundum positiv. Ungeschlagen stehen die Münchner nach drei absolvierten Partien da - blenden lassen wollen sie sich davon aber nicht. In einer weitestgehend ausgeglichenen Partie hätte das Pendel auch umschwenken können.
1860-Trainer Kayabunar: "Nicht unser bestes Spiel"
"Es war nicht unser bestes Spiel. Vor allem die erste Halbzeit hat uns nicht so gefallen", fasste 1860-Trainer Alper Kayabunar nach der Partie im Interview mit BR24Sport zusammen. Die beiden Unentschieden gegen den 1. FC Schweinfurt 05 (2:2) sowie den FC Augsburg II (2:2) hatten die Löwen regelrecht angestachelt. "Von Anfang war uns klar: Wir wollen dieses Spiel einfach gewinnen - ganz egal auf welche Art und Weise."
So klar das Endergebnis auch sein mag: Wie beim Heimspiel gegen die Zweitvertretung des FCA eine Woche zuvor gab es Phasen, in denen die Partie hätte kippen können. "Wir haben in den richtigen Phasen die Tore geschossen", merkte Kayabunar an. Der Trumpf der Münchner? "Vor dem 1:0 hatte Emre (Erdogan; Anm.d.Red.) eine klasse Einzelaktion - und das in einer Phase, in der das Spiel gleichwertig ist und sich beide Mannschaften nicht von ihrer besten Seite zeigen. Dann macht die individuelle Qualität den Unterschied."
Der Sieg sei demnach ein hartes Stück Arbeit gewesen. "Es gab einige brenzlige Situationen, die wir überstehen mussten. Trotzdem haben wir intensiv verteidigt, sogar nach dem dritten Tor haben wir noch einmal alles reingeworfen, um die Null zu halten", führte Kayabunar aus. Am kommenden Dienstag gastiert 1860 beim TSV Aubstadt (19.00 Uhr) - und das mit Selbstbewusstsein. "Wir sind ungeschlagen, das macht natürlich Mut. Trotzdem müssen wir noch einige Sachen verbessern", mahnte der 40-Jährige.
Interview: Kayabunar ordnet 1860-Sieg ein
Alper Kayabunar
Memmingen mit lethargischem Start in die Partie
Einen ähnlichen Blick auf die Partie hatte auch Matthias Günes, Trainer des FC Memmingen. "Wir haben in der Anfangsphase mit der Atmosphäre zu kämpfen gehabt, waren auf dem Platz etwas lethargisch", bezog sich der 43-Jährige auf die außergewöhnliche Stimmung im ArenaPark, die auch auf die zahlreichen Auswärtsfans zurückzuführen war. "In dieser Phase kassieren wir dann den Rückstand. Anschließend habe ich ein ausgeglichenes Spiel gesehen."
Günes zog daher denselben Schluss wie Amtskollege Kayabunar. "Fakt ist: Die Qualität vor dem Tor ist entscheidend. 1860 hatte nicht unbedingt mehr Chancen als wir - diese aber genutzt. Daher muss man zu einem verdienten Sieg gratulieren und ein 0:3 nicht schönreden."
Memmingen-Coach über Schiedsrichter: "Linie wie in der D-Jugend"
Dank der drei Siege in den ersten drei Spielen war Memmingen als Tabellenführer in das Heimspiel gegangen - und das zu Recht mit breiter Brust. "Aber wir haben ihnen die Momente geschenkt, da sind sie am Ende einfach eiskalt. Das war unser Fehler", erklärte Günes.
Nicht unerwähnt lassen wollte der Memmingen-Coach die Leistung des Schiedsrichtergespanns, das seiner Meinung nach nicht die richtige Herangehensweise gewählt hatte. "Gerade in einem solchen Spiel will man physisch agieren und eklig sein", hob Günes hervor. "Dann wählen die Offiziellen aber eine Linie wie in einem Spiel der D-Jugend. Bevorzugt wurde niemand - aber dieses Kleinliche und das Zerpfeifen von Aktionen hat uns eher geschadet als geholfen." An diesem Umstand wollte er die Niederlage letztlich aber nicht festmachen: "Das gehört einfach dazu."
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