Nachdem am Dienstag das Insolvenzverfahren über die TSV München von 1860 KGaA eröffnet wurde, äußert sich nun auch Hasan Ismaik. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge droht der Investor mit Klagen an den Verein und erhebt schwere Vorwürfe. Beweise legt der 49-Jährige bislang nicht vor.
Ismaik droht mit Klage: "sorgfältig geplante Strategie"
"Meiner Ansicht nach wurde die Insolvenz von den Verantwortlichen von 1860 pflichtwidrig herbeigeführt“, sagt der Jordanier der SZ. Dies sei "die Fortsetzung einer langjährigen und sorgfältig geplanten Strategie, die meinen Interessen geschadet hat und die meiner Ansicht nach Verstöße gegen das Gesellschaftsrecht beinhaltet", erklärt Ismaik. "All diese Ungerechtigkeiten werden nicht unbeantwortet bleiben."
Bereits zuvor hatte 1860-Präsident Gernot Mang im exklusiven BR24 Interview betont, dass die Pleite der KGaA auf Ismaiks Kündigung eines Darlehens zurück zuführen sei. Anfang Juni hatten deswegen dem Verein 2,3 Millionen Euro für die Drittliga-Lizenz gefehlt. Weil zwischen 1860 und dem Investor keine Einigung erzielt werden konnte, kündigte der Verein daraufhin den Kooperationsvertrag mit Ismaik und meldete mit der Spielbetriebs-KGaA, an denen der Jordanier 60 Prozent der Anteile hält, Insolvenz an.
Um den Spielbetrieb weiterhin zu sichern, übernahm der e.V. das Spielrecht und gründete eine neue Spielbetriebs-GmbH, die die Lizenz für die Regionalliga Bayern besitzt und mittlerweile auch die Markenrechte, Mitarbeiter und Spieler der insolventen KGaA übernommen hat.
"Vorsätzlich sittenwidriges Vorgehen": Ismaik erhebt schwere Vorwürfe
Für Ismaik ist dieses Vorgehen nicht akzeptabel: "Aus meiner Sicht liegt der Insolvenz ein vorsätzlich sittenwidriges Vorgehen zugrunde und eine schwere Verletzung der zwischen uns geschlossenen Verträge, und jeder, der daran beteiligt war, wird zivilrechtlich und strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden."
Konkret macht der Investor die neun Mitglieder des Verwaltungsrats, 1860-Präsident Gernot Mang, dessen drei Vizepräsidenten, außerdem Ismaiks Vertreter Herbert Bergmaier und den Geschäftsführer Manfred Paula verantwortlich für die Entwicklungen.
Noch hat Hasan Ismaik keine Klage erhoben, spricht aber eine Drohung aus: "Derzeit beobachte ich die Geschehnisse und möchte keine voreiligen Maßnahmen ergreifen, aber alles, was geschieht, wird dokumentiert und genau verfolgt." Eine Anfrage von BR24Sport an die Kanzlei Gauweiler & Sauter, die Ismaik vertritt, blieb bislang unbeantwortet.
Sollte der Investor klagen, muss vor Gericht geklärt werden, ob Ismaik tatsächlich Anspruch auf Schadensersatz hat.
