Nach der Absage in der vergangenen Saison kehren die Speed-Fahrer zurück auf die anspruchsvolle Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Am Samstag stand bereits die Abfahrt auf dem Programm, am Sonntag der Super-G.
Die Strecke: steil und lang
Die Kandahar ist eine der steilsten Strecken im Ski-Weltcup. Der Grund dafür ist der "Freie Fall" mit 92 Prozent Gefälle, der dieses Jahr aber nicht gefahren wird. Zum Vergleich: Bei der berühmt-berüchtigten Mausefalle auf der Streif in Kitzbühel sind es "gerade mal" 89 Prozent.
Die Hundertstel liegen dabei zwischen "Himmel" und "Hölle": Über Streckenabschnitte wie den "Tröglhang" geht es ins "Himmelreich", über den "Eishang" und den Seilbahnsprung – bei dem die Athleten Sprünge bis zu 60 Meter hinlegen – in die "Hölle". Den Streckenrekord auf der neu konzipierten Abfahrt hält der Kanadier Erik Guay mit 1:58,41 Minuten. Viele Möglichkeiten, diesen Rekord von 2011 zu brechen, gab es noch nicht, oftmals wurde die Strecke wetterbedingt verkürzt gefahren.
Simon Jocher
Die Geschichte der Kandahar: Maiers tödlicher Sturz
Die Siegerliste liest sich wie die "Hall of Fame" des Skirennsports: Franz Klammer, Hermann Maier, Didier Cuche. Der letzte deutsche Sieger war Thomas Dreßen beim Super-G im Jahr 2020. 28 Jahre vor ihm war es Markus Wasmeier, der die Zuschauer entzückte: Er entschied 1992 die Abfahrt und 1987 den Super-G für sich.
Doch nicht nur Fabelfahrten und Jubel prägten die Geschichte des Weltcups: Schwere Stürze auf der Kandahar haben die Sicherheitsdebatte im Skirennsport immer wieder entfacht. Der tödliche Unfall der Österreicherin Ulrike Maier im Jahr 1994 wurde zur Zäsur im Skirennsport. Trotz der Sicherheitsbemühungen im Weltcup, bleibt die Kandahar gefährlich: Die Tschechin Tereza Nova kämpft nach ihrem Sturz im vergangenen Jahr noch immer mit den Folgen.
Romed Baumann
Die Favoriten
Es ist das erste Weltcup-Wochenende nach den Olympischen Spielen. Als Favorit reist der Schweizer Shootingstar Franjo von Allmen nach Oberbayern. Ganze drei Goldmedaillen konnte der 24-Jährige gewinnen: in der Abfahrt, im Super-G und in der Team-Kombination. Doch auch mit seinem Landsmann Marco Odermatt, der den Gesamtweltcup deutlich führt, ist immer zu rechnen.
Die Favoriten ließen es im ersten Training am Donnerstag noch etwas ruhiger angehen. Odermatt fuhr die sechzehnt schnellste Zeit, von Allmen kam mit mehr als drei Sekunden Rückstand auf die Bestzeit des Italieners Giovanni Franzoni ins Ziel. Die DSV-Starter Simon Jocher (10.) und Luis Vogt (12.) zeigten solide Leistungen.
Wolfgang Maier
Wer überträgt die Kandahar-Rennen im TV und Livestream?
Die ARD überträgt das Abfahrtsrennen auf der Kandahar (Samstag, ab 11.15 Uhr) und den Super-G (Sonntag, ab 11.15 Uhr) live im Stream auf sportschau.de und im ARD-Fernsehen. Moderator ist Markus Othmer, kommentiert wird das Rennen von Bernd Schmelzer.
Odermatt, Allegre, Feuz: Die letzten Sieger auf der Kandahar
2024 wurden noch zwei Super-Gs ausgetragen: Den einen gewann Marco Odermatt, den anderen der Franzose Nils Allegre. Die letzte Abfahrt hingegen liegt schon länger zurück: 2021 gewann der Italiener Dominik Paris.
Luis Vogt
Deutsche Hoffnungen auf der Kandahar
Dass sich ein Heimsieg à la Dreßen wiederholt, ist aktuell eher unwahrscheinlich. Außenseiter-Chancen auf ein Podium bestehen aber allemal, zumal Luis Vogt schon beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel gezeigt hat, dass ihm steile Strecken liegen. Bei der Abfahrt raste er überraschend auf den achten Platz. Trotzdem durfte Vogt nicht mit zu Olympia. Die Zeit nutzte der 24-Jährige für zwei Europacuprennen – womöglich ein Vorteil, um ohne die Strapazen des Olympia-Trubels bestens vorbereitet wieder durchzustarten. Mit im DSV-Aufgebot sind außerdem Romed Baumann, Simon Jocher und Anton Grammel – wobei der Riesenslalom-Spezialist Grammel nur im Super-G startet.
Bald wieder Doppelwochenende in Garmisch-Partenkirchen?
Im Trubel der Weltcups und der olympischen Rennen ist zuletzt untergegangen, dass bald sogar wieder zwei Weltcup-Wochenenden in Garmisch-Partenkirchen stattfinden sollen. Der vorläufige FIS-Rennkalender für die Saison 2026/27 sieht die Männer-Rennen am 20. und 21. Februar 2027 vor, die Frauen-Rennen am Wochenende darauf. In Stein gemeißelt ist das aber noch nicht.
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