Sven (links) und Lars Bender bei Blickpunkt Sport
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Lars und Sven Bender: Klare Kante - ohne großes Tamtam

Lars und Sven Bender: Klare Kante - ohne großes Tamtam

Lars und Sven Bender sind am Sonntagabend bei Blickpunkt Sport zu Gast. Die Brüder sind nach ihrer Profi-Karriere mittlerweile als Trainer in der Regionalliga unterwegs. Eine Laufbahn, die sie weiter verfolgen wollen. Aber nicht um jeden Preis.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Mit Lars und Sven Bender stehen die aktuell wahrscheinlich größten Namen in der Regionalliga Bayern nicht mehr auf dem Platz, sondern an der Seitenlinie. Obwohl der Trainer-Stern der Zwillinge gerade erst aufgeht, sorgte es durchaus für Schlagzeilen, als Lars im Januar 2025 als Hauptübungsleiter bei Wacker Burghausen unterschrieb und Sven zwei Monate später als Chefcoach bei der SpVgg Unterhaching anheuerte.

Sven Bender: "Brauchten nie die große Bühne neben dem Platz"

Dabei ist den Brüdern das Rampenlicht nie wichtig gewesen, wie Lars beim Besuch des Duos am Sonntagabend bei Blickpunkt Sport berichtete: "Wir waren nie die Typen, die die große Bühne neben dem Platz brauchten. Das war nie unser Ding."

Als Aktive gingen die heute 36-Jährigen 2009 nach gemeinsamen Jahren beim TSV Brannenburg, in Unterhaching und schließlich beim TSV 1860 München zunächst unterschiedliche Wege. Sven zog es zu Jürgen Klopps Borussia Dortmund, während Lars dem Ruf von Bayer 04 Leverkusen folgte, wo er zwei Jahre lang von Jupp Heynckes trainiert wurde. Erst 2017, als Sven ebenfalls bei der Werkself unterschrieb, war das Zwillings-Paar wieder vereint.

Trainer-Ikonen prägen Bender-Zwillinge

Von den Trainer-Ikonen Klopp und Heynckes bezogen Sven und Lars ebenso wertvolle Lektionen wie von Horst Hrubesch in der U19-Nationalmannschaft. Das hallt bis heute nach, wie Sven bei Blickpunkt Sport mit Blick auf Klopp erzählt.

"Was mich am meisten geprägt hat, war, dass er von der einen auf die andere Sekunde gemerkt hat, was du brauchst. Fünf Minuten vorher hat er dich noch im Training zusammengebrüllt. Du wusstest nicht mehr, wo rechts und links ist", erklärte der siebenmalige A-Nationalspieler: "Im Trainingslager bist du dann eine halbe Stunde später zum Essen gegangen und er hat dich zur Seite genommen und gesagt: 'Komm, wir trinken jetzt einen Kaffee.' Ich sage: 'Ich trinke gar keinen Kaffee.' Meint er: 'Du trinkst jetzt einen Kaffee.' Dann hat er dir sofort in einer Minute wieder das Gefühl gegeben, du bist extrem wichtig."

Lars und Sven Bender
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Lars und Sven Bender

Trainer? Gerne - "Aber nicht um jeden Preis"

Das Beherrschen des Wechsels zwischen Chef und Kumpel sieht Bender als "große Kunst". Ähnliches kann Lars in der BR-Sendung von Heynckes berichten: "Er ist mit jedem ganz unterschiedlich gewesen. Es war klar, dass er einen Arturo Vidal anders nehmen musste, als einen Lars Bender oder einen Stefan Reinartz." Das beeinflusst ihn bis heute: "Da konnte ich mir sehr viel abschauen."

Doch während die Mentoren Hrubesch und Heynckes noch mit über 70 an der Seitenlinie standen, scheint das für Lars kein Muss zu sein. Er lehnte eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages in Burghausen ab. "Ich habe mich bewusst gegen die Sicherheit entschieden. Ich weiß auch nicht, wie es weitergeht. Aber es wird etwas aufgehen, davon bin ich überzeugt. Ich würde gerne weiter als Trainer arbeiten, klar. Aber nicht um jeden Preis", wurde Bender bei Blickpunkt Sport deutlich.

Lars Bender erklärt Abschied von Burghausen

Der Abschied von Burghausen geschah nicht einfach so. Den Plan des Vereins, bis 2030 in die 3. Liga aufzusteigen, hielt der "ältere Bruder" nicht für erfüllbar. "Ich sehe den Weg nicht mehr. Ich glaube, es ist gut, dass man Ziele hat. Ich stehe auf Ziele. Ich stehe auf große Visionen. Aber mich kümmert vor allem das Wie. Und das habe ich leider nicht mehr gesehen. Den Weg konnte man mir nicht aufzeigen, wie man dorthin kommt", meinte er bestimmt.

Für Sven ist die Rückkehr in die 3. Liga mit Unterhaching dagegen greifbar. Nach 22 Spielen hat die SpVgg als Zweiter nur drei Punkte Rückstand auf die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg an der Tabellenspitze. Gelingt der Aufstieg, würde das für Bender die Anmeldung für die Pro-Lizenz als Trainer bedeuten.

Sven Bender über Haching-Aufstieg: "Wenn es klappt, super"

Ein Ziel für ihn? Ja. Eine Notwendigkeit? Kaum. "Ich glaube schon, dass es irgendwann dazu kommt. Aber ich habe mich nicht zeitlich unter Druck gesetzt, dass das alles in den nächsten Monaten passieren muss. Wenn es so käme, schön. Wenn es klappt, super. Und wenn nicht, dann geht es trotzdem weiter", sagt er beinahe achselzuckend.

Es ist eine bodenständige Art, die die Zwillinge an den Tag legen. Ein Auftreten, dem in der Regel gerne die Zusätze "erfrischend" oder "im heutigen Fußballgeschäft selten geworden" verpasst werden. Allerdings stellt sich dabei die Frage, ob das den Brüdern nicht zu dick aufgetragen wäre. Schließlich geht das in Richtung "große Bühne neben dem Platz". Und die brauchen sie ja bekanntlich nicht.