Nach vier Monaten Sommerpause geht die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) am Donnerstag in eine neue Saison. Das Auftaktspiel bestreiten die Straubing Tigers beim Titelverteidiger Eisbären Berlin. Während sie in München und Ingolstadt auf die Meisterschaft schielen, will Augsburg erneut nichts mit dem Abstieg zu tun haben. In Nürnberg ruhen die Hoffnungen auf einem Talent mit großem Namen und Straubing setzt auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Ein Überblick über die bayerischen Eishockey-Klubs vor dem Saisonstart.
Meisterträume in München und ein neuer Topstar
Viermal konnte der EHC Red Bull München schon die Meisterschaft feiern. Der letzte Triumph liegt inzwischen aber schon drei Jahre zurück. In den Jahren danach brachte nicht einmal Trainerlegende Don Jackson den Erfolg. In der abgelaufenen Spielzeit ging es nach Platz vier in der Hauptrunde bis ins Halbfinale der Play-offs. Dort waren dann die Adler Mannheim zu stark.
Im Sommer hat sich die Mannschaft von Trainer Oliver David unter anderem mit Rückkehrer Dominik Kahun verstärkt. Der Nationalspieler spielte bereits von 2014 bis 2018 beim EHC und gewann in dieser Zeit drei Meisterschaften. Nach Stationen in der NHL kam er nun aus Lausanne zurück. Auch Lukas Klok spielte zuletzt in der Schweiz. Als beinharter Verteidiger soll er die Abwehr stärken.
Ingolstadt als Meister-Geheimtipp?
So offensiv formulieren sie es in Ingolstadt nicht. Doch auch den Panthern ist einiges zuzutrauen. Der Kader blieb zusammen und in dem stach im letzten Jahr besonders die mit 197 Treffern zweitbeste Offensive der Liga heraus. Dazu sicherte sich der ERC die Dienste von Torhüter Jonas Stettmer, der mit den Eisbären Berlin zuletzt dreimal in Folge Meister und zum besten Spieler der Play-offs gewählt wurde. In der letzten Spielzeit war für die Oberbayern im hart umkämpften Viertelfinale gegen den EHC Red Bull München Schluss. Diesmal könnte es weiter nach vorne gehen.
Straubing verliert den "Hexer" und setzt auf Talente
Nach nur einem Jahr hat Torhüter Henrik Haukeland die Straubing Tigers überraschend wieder verlassen. Der Goalie, der sich in seiner Zeit in Deutschland aufgrund seiner Paraden den Beinamen "Hexer" verdiente, wechselte im Sommer nach Russland. Der Tscheche Jakub Skarek soll ihn ersetzen, heuert am Pulverturm aber ohne große Spielpraxis an. Ansonsten haben die Niederbayern vor allem Talente verpflichtet wie Taro Jentzsch, der einst bester Torschütze bei der U20-WM wurde. Auch der Kanadier Jamieson Rees fällt in diese Kategorie. Im letzten Jahr qualifizierten sich die Straubinger direkt fürs Viertelfinale, das könnte sich in dieser Saison schwieriger darstellen. Die Pre-Play-offs sind realistischer.
Ein Samanski für Nürnberg
In Nürnberg haben sie im Sommer einen großen Namen geholt. Noah Samanski ist der kleine Bruder von Nationalspieler Josh Samanski. Der 21-Jährige kommt aus Weiden aus der zweiten Liga. Ob er eine Sofortverstärkung sein kann, bleibt abzuwarten. Ansonsten sind viele Profis noch verletzt, so auch Neuzugang William Dufour. Die Ice Tigers sind in diesem Jahr eine Wundertüte, ausgeschlossen sind zumindest die Pre-Play-offs aber keineswegs.
Kann Augsburg die Pre-Play-offs in Angriff nehmen?
Beim AEV gilt wie im letzten Jahr das Ziel Klassenerhalt. Nachdem man 2024 und 2025 sportlich abgestiegen war und nur die Klasse hielt, weil die aufstiegsberechtigten Zweitligisten alle keine Lizenz hatten, will man in diesem Jahr eine genauso sorgenfreie Spielzeit haben wie die letzte. Wie im letzten Jahr wurde der Kader mit insgesamt dreizehn Neuzugängen kräftig umgebaut, dennoch könnte es für die Augsburger Panther sogar für die Pre-Play-offs reichen.
Schaulaufen vor der Heim-WM
Großer Saisonhöhepunkt ist in diesem Jahr die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Nach der verpatzten letzten WM samt frühem Olympia-Aus befindet sich auch die Nationalmannschaft mit ihrem neuen Trainer André Rankel im Umbruch. Die bayerischen Eishockey-Profis wollen die Spielzeit nutzen, um sich ins DEB-Team zu spielen.
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