Die Bewerbung Münchens um Olympische Spiele der Zukunft steht im Mittelpunkt der neuen Dokumentation "Das Rennen um Olympia: Münchens Traum von den Spielen". Der Film zeigt die Chancen und Herausforderungen einer möglichen Olympia-Rückkehr nach München und blickt dabei auf die politischen, sportlichen und gesellschaftlichen Debatten hinter dem Projekt.
- Jetzt ansehen: "Das Rennen um Olympia: Münchens Traum von den Spielen" - Die Doku in der ARD Mediathek am 26. September ab 13.15 Uhr im BR Fernsehen
Olympia auf dem Erbe von 1972
Die Olympischen Spiele könnten nach München zurückkehren. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach den Sommerspielen von 1972 bewirbt sich die bayerische Landeshauptstadt um die Ausrichtung künftiger Spiele und setzt dabei auf einen weltweit nahezu einzigartigen Standort: einen Olympiapark, der auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung noch intensiv genutzt wird.
Die Bewerbung verspricht kurze Wege, vorhandene Sportstätten und ein Konzept, das Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt. Befürworter sehen darin die Chance, wichtige Impulse für Stadtentwicklung, Mobilität und Infrastruktur zu setzen. Kritiker warnen dagegen vor den finanziellen Risiken und den Folgen eines Sportgroßereignisses dieser Größenordnung.
Dominik Krause setzt auf Olympia
Eine Schlüsselrolle kommt Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause zu. Der Grünen-Politiker übernahm das Amt mitten im laufenden Bewerbungsprozess und muss seither unterschiedliche Interessen zusammenführen.
Innerhalb seiner Partei gibt es weiterhin Vorbehalte gegen eine Olympia-Bewerbung. Krause lässt jedoch erkennen, dass er die Spiele nicht nur als Sportereignis betrachtet, sondern als mögliche Triebkraft für langfristige und nachhaltige Entwicklung in der Stadt.
Konkurrenz in Deutschland
Der Weg zur deutschen Olympia-Kandidatur ist allerdings offen. Mit der Region Rhein-Ruhr gibt es einen weiteren Bewerber, der sich Hoffnungen auf den Zuschlag macht.
Dabei geht es längst nicht ausschließlich um die Qualität der Konzepte. Die Entscheidung wird auch von sportpolitischen Netzwerken und einflussreichen Akteuren geprägt. Wer sich am Ende durchsetzt, hängt deshalb nicht nur von Sportstätten, Verkehrskonzepten oder Nachhaltigkeitsstrategien ab.
- Die deutsche Olympia-Entscheidung im Livestream am Samstag, 26. September, ab 13.45 Uhr
Olympia aus Sicht einer Athletin
Was die Bewerbung konkret bedeuten könnte, zeigt sich am Beispiel von Daryl Ndasi. Die junge Hürdensprinterin gilt als eines der vielversprechendsten Talente der deutschen Leichtathletik und verfolgt ein Ziel, das viele Nachwuchssportler antreibt: die Teilnahme an Olympischen Spielen.
Während Politiker, Verbände und Funktionäre über Münchens olympische Zukunft verhandeln, arbeitet Ndasi täglich auf der Tartanbahn an ihrem eigenen Traum. Für die Nachwuchsathletin ist die Bewerbung keine abstrakte Debatte. Sie könnte darüber entscheiden, ob die größte Bühne des Sports eines Tages direkt vor ihrer Haustür entsteht.
Mehr als eine Sportfrage
Die Diskussion über Olympia berührt deshalb weit mehr als den Sport. Sie dreht sich um die Frage, wie München in Zukunft wachsen will, welche Infrastruktur geschaffen werden soll und welchen Preis die Stadt dafür zu zahlen bereit ist.
Aktueller Hinweis: Berlin hat seine Olympia-Bewerbung offiziell zurückgezogen Die Dokumentation entstand zuvor.
