Bangt um die Olympische Zukunft ihrer Sportart: Snowboarderin Ramona Hofmeister.
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Olympia-Zukunft ungewiss: Streicht das IOC Alpin-Snowboard?

Olympia-Zukunft ungewiss: Streicht das IOC Alpin-Snowboard?

Die alpinen Snowboarder um Ramona Hofmeister bangen um die Zukunft ihrer Sportart bei Olympia. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) überlegt, den Parallelriesenslalom aus dem olympischen Programm zu nehmen. Heute fällt die Entscheidung.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Den kommenden Winter wird Snowboarderin Ramona Hofmeister verpassen. Die Bischofswieserin wird zum ersten Mal Mama. Danach will sie aber wieder aufs Board zurückkehren und bei den Olympischen Spielen 2030 in den französischen Alpen möglicherweise ein letztes Mal an den Start gehen.

Doch ob sie das darf, ist mehr als fraglich. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird heute sein Programm für die Spiele in La Plagne bekannt geben. Den alpinen Snowboardern droht das Olympia-Aus.

Zu unattraktiv: Alpine Snowboarder unter IOC-Beobachtung

Konkret steht der Parallel-Riesenslalom zur Debatte. Die nach der Streichung des Parallelslaloms letzte verbliebene Disziplin sei zu unattraktiv, so die Argumentation des IOC, das ihn deshalb unter Beobachtung gestellt hat. Das Komitee muss eine Disziplin streichen und hat die Alpin-Snowboarder ins Visier genommen. Der Ausgang der Debatte ist nach Einschätzung von Experten völlig offen. Das IOC bräuchte für die Streichung keinerlei Gründe.

Nicht betroffen sind dagegen die Freestyle-Boarder. Die spektakulären Tricks schmücken das Olympische Programm. Auch deshalb argumentieren viele Alpine, dass jeder Freestyler zuvor die alpine Technik gelernt habe.

Athletensprecher Payer: "Es zählt nur noch die große Show"

Parallel gibt es Überlegungen, Actionsportarten wie Freeride, Rail Jam (eine Art Hindernisrennen auf der Skipiste) und Eisklettern ins Programm aufzunehmen. Beim Österreicher Alexander Payer lösen diese Pläne nur Kopfschütteln aus: "Es zählt nur noch die große Show. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, immer noch kompliziertere Sportarten aufzunehmen", sagte der ehemalige Athletensprecher schon während Olympia in Livigno.

Hofmeister und Co.: Alpinboarder als deutsche Medaillengaranten

Immerhin hat sich die Sportart in Mailand und Cortina als echter Zuschauermagnet erwiesen. Die Venue in Livigno war ausverkauft, auch die TV-Quote stimmte. Inzwischen ist der Parallel-Riesenslalom auf allen Kontinenten vertreten. Fakten, die für das performancehungrige IOC entscheidend sind.

Dafür waren es aus deutscher Snowboardsicht gebrauchte Spiele. Ramona Hofmeister scheiterte schon im Achtelfinale. Auch ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter blieben ohne Edelmetall.

In der Vergangenheit waren die alpinen Boarder aber durchaus Medaillengaranten. Bei den Frauen holte Selina Jörg 2018 Olympia-Silber vor Ramona Hofmeister. 2006 gewann Amelie Kober ebenfalls die Silbermedaille. Ein Snowboard-Aus 2030 würde "Team D" schwächen.

Olympia-Aus für Alpin-Snowboard? Diese Folgen könnten drohen

Sollte das IOC tatsächlich den Daumen senken, wären die alpinen Snowboarder zum ersten Mal seit der Olympia-Premiere 1998 außen vor. Die Folgen für die Sportart in Deutschland wären verheerend. Die Snowboarder müssten ohne die Olympia-Fördergelder des Bundes auskommen. Entsprechend könnten Trainerinnen und Trainer nicht mehr bezahlt werden, Verwaltungs- und Logistikangestellten drohte die Kündigung. Ganze Standorte könnten geschlossen werden müssen.

Zusätzlich hat eine nicht-olympische Sportart deutlich größere Probleme, Nachwuchs zu akquirieren, als eine olympische Disziplin. Derzeit zählt das deutsche Race-Team 17 Athletinnen und Athleten. Besonders für sie wäre ein Olympia-Aus ein schwerer Schlag.

Die Entscheidung über die olympische Zukunft der alpinen Snowboarder fällt am späten Dienstagnachmittag: Ausgang völlig ungewiss.

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