Antonia Niedermaier greift nach ihrem zweiten Gesamtrang beim Giro d'Italia vor wenigen Wochen nach dem nächsten Coup: Auf der 8. Etappe der Tour de France Femmes 2026 verteidigte der bayerische Shootingstar das Weiße Trikot und könnte sich beim Finale am Sonntag in Nizza zur besten Nachwuchsfahrerin der Frankreich-Rundfahrt krönen. An der Spitze des Gesamtklassements kassierte ihre Teamkollegin Katarzyna Niewiadoma derweil einen Dämpfer. Die Polin verlor das Gelbe Trikot an Demi Vollering.
Vollering krönt Attacke auf Gelbes Trikot
Die Niederländerin von FDJ United-Suez setzte sich auf dem vorletzten Teilstück nach 175 Kilometern in Nizza vor Elisa Longo Borghini (Italien/UAE Team L'IMAD) und der bisherigen Führenden Niewiadoma (Canyon/SRAM/jeweils +0:17 Minuten) durch.
Vollering gelang rund sechs Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke und feierte ihren zweiten Tagessieg bei der diesjährigen Tour. Vor den abschließenden 99,2 Kilometern am Sonntag mit Start und Ziel in Nizza beträgt der Vorsprung von Vollering, schon 2023 Gesamtsiegerin, acht Sekunden auf Niewiadoma. Die Polin hatte sich erst am Freitag mit dem Sieg am Mont Ventoux Platz eins in der Gesamtwertung gesichert. Die Rosenheimerin Niedermaier belegte den elften Platz.
"Irgendwie haben wir es geschafft", sagte Vollering. Am letzten Tag könne aber "noch alles passieren. Wir werden alles versuchen, um das Gelbe Trikot zu behalten."
Titelverteidigerin Ferrand-Prévot muss aufgeben
Unmittelbar vor dem Start war Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot ausgestiegen. Wie ihr Team Visma-Lease a Bike mitteilte, habe sich die Französin am Morgen unwohl gefühlt. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem medizinischen Personal beschlossen worden. Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung hatte Ferrand-Prévot angesichtes ihres großen Rückstandes nicht mehr.
Nach 30 Kilometern setzten sich die Französin Maeva Squiban (UAE Team L'IMAD) und Loes Adegeest aus den Niederlanden (Lidl-Trek) an der Spitze ab, zwischenzeitlich lag das Duo sechs Minuten vor dem Peloton. Nach der vorletzten Bergwertung der vierten Kategorie lag das Hauptfeld dann nur noch rund 60 Sekunden zurück - und Squiban stürzte in der Abfahrt. Damit war nur noch Adegeest vorne, neun Kilometer vor dem Ziel war aber auch ihre Flucht vorbei. Dann nutzte Vollering ihre Chance.
