Der TSV 1860 München trifft am Sonntag zu Hause auf den FC Bayern München II
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Der TSV 1860 München trifft am Sonntag zu Hause auf den FC Bayern München II

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Derby-Time: 1860 gegen FCB II - München erwartet Ausnahmezustand

Derby-Time: 1860 gegen FCB II - München erwartet Ausnahmezustand

Heute stehen sich der TSV 1860 München und der FC Bayern München erstmals seit fünf Jahren wieder gegenüber. Auch wenn die Löwen "nur" gegen die "kleinen Bayern" spielen, wird die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Wenn sich am Sonntag der TSV 1860 München und der FC Bayern München II im Grünwalder Stadion gegenüberstehen, blickt man in München ein wenig wehmütig in die Vergangenheit. Im Februar 2008 - also vor 18 Jahren, kreuzten die Löwen und die "großen" Bayern letztmals ihre Säbel, im Viertelfinale des DFB-Pokals behielt der deutsche Rekordmeister knapp die Oberhand (1:0 n. V.). Wer jetzt 18 Jahre alt ist, hat also nie ein echtes Münchner Derby erlebt.

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Seitdem hat sich einiges getan, zwischen den beiden Vereinen liegen mittlerweile Welten - und 1860 darf sich nur noch mit der Zweitvertretung des verhassten Rivalen messen. Doch trotz der Tatsache, dass eine Generation ohne ein einziges Duell zwischen den Münchner Riesen auskommen musste, sorgt das kleine Derby in der bayerischen Landeshauptstadt nach wie vor für einen Ausnahmezustand sondergleichen.

Spielszene TSV 1860 - 1. FC Nürnberg II
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Spielszene TSV 1860 - 1. FC Nürnberg II

Ausnahmezustand in München: Die Rivalität blüht auf

In Sachen Sicherheitskonzepte werden jedenfalls Erinnerungen an jene hart umkämpften Showdowns im Olympiastadion, in der Allianz Arena oder eben im Grünwalder Stadion der längst verstaubten Vergangenheit wach. Die Partie wurde als Hochrisikospiel eingestuft, hunderte Beamte sollen beim in Giesing vorherrschenden Ausnahmezustand für Ordnung sorgen. Gerechnet wird mit Pyrotechnik und Rauchfackeln, im Stadion soll nur Leichtbier ausgeschenkt werden. Rund um die Arena gelten Verbote von Feuerwerkskörpern und Glasflaschen.

Aber schon im Vorfeld des Aufeinandertreffens blühte die Rivalität wieder auf. So machten etwa einige Anhänger der Bayern-Amateure beim jüngsten 1:1 gegen die SpVgg Unterhaching mit Transparenten und einem 1860-Wappen samt Fadenkreuz auf sich aufmerksam. Das Schmähbanner der Löwenfans bei der Meisterfeier der Bayern im vergangenen Mai erhielt durch eine jüngste Hausdurchsuchung wieder vermehrt Aufmerksamkeit.

Erstes Derby vor Fans seit sieben Jahren

Einer der Gründe, warum das anstehende Derby für eine zusätzliche Prise an Reibung und Spannung zwischen den rivalisierenden Lagern sorgt: Auch die letzte Auflage der "kleinen" Version des Münchner Stadtduells liegt bereits Jahre zurück. In der Saison 2020/21 blieben die Löwen - damals noch in der 3. Liga - ungeschlagen (0:2/2:2). Aufgrund der Corona-Pandemie wurden beide Partien jedoch ohne Zuschauer ausgetragen. In seiner vollen Pracht fand das Derby zwischen 1860 München und den Bayern-Amateuren letztmals im November 2019 statt, als sich die beiden Klubs mit einem 1:1 im Grünwalder Stadion trennten.

Grünwalder Stadion wird zum Hexenkessel

Ein Ergebnis, mit welchem sich sowohl die Löwen als auch Bayern II in einem mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Grünwalder Stadion nicht zufriedengeben würden. "Es ist für unsere Mannschaft sehr wichtig, für unsere Fans - und auch für unseren Verein", meinte Dante im Interview mit BR24Sport hinsichtlich der Bedeutung der Partie. "Wir werden dieses Spiel sehr gut vorbereiten. Mit Ruhe, Klarheit und mit Haltung, sodass wir am Sonntag eine Topleistung liefern können." Auf den Rängen wird hohe Prominenz erwartet. Zumindest Sportvorstand Max Eberl wird auf der Tribüne sitzen, der auf der Pressekonferenz erklärte: "Bristant! Ich freu mich drauf und werde natürlich da sein. Das gehört sich als Bayer".

Kayabunar über Derby-Euphorie: "Man spürt das schon seit Wochen"

Auch TSV-1860-Trainer Alper Kayabunar fühlt schon mächtig Vorfreude: "Man spürt das schon seit Wochen", erzählte der Löwen-Coach vor dem Stadtduell in der Fußball-Regionalliga am Sonntag. "Ich werde oft angesprochen. Allein die Anfragen für Karten bei mir privat waren sehr hoch." Das Grünwalder ist selbstverständlich restlos ausverkauft. Weil die Löwen Heimspiel haben, wird es eine erdrückende Mehrheit im Stadion mit den Blau-Weißen halten: "Wir wissen, wie wichtig das für die Fans ist", sagt Kayabunar auch deshalb.

Viel mehr als andere Aspekte werden im Giesinger Hexenkessel am Sonntagnachmittag Charakter und Überzeugung zum Zünglein an der Waage werden - zumal beide Vereine auf einen Erfolgslauf zurückblicken. Lediglich eine Niederlage mussten die Sechzger und die Bayern-Amateure in den jüngsten acht Partien jeweils hinnehmen. Während sich 1860 so mit 24 Punkten auf den dritten Rang hievte, arbeitete sich Bayern II nach einem durchwachsenen Saisonstart immerhin auf Platz 13 vor (16 Punkte).

Bayern-Küken ins kalte Wasser, Tore im Derby garantiert

In einem Derby gelten aber ohnehin andere Gesetze - und dahingehend werden vor allem die Bayern ins kalte Wasser geworfen. Die Amateure des Rekordmeisters weisen einen Altersschnitt von 19,5 Jahren auf, welchen die Löwen mit 24,6 Jahren klar übertreffen. Gegen Unterhaching schickte Cheftrainer Dante sogar eine Startelf mit einem durchschnittlichen Alter von 17,91 Jahren auf den Rasen.

Vor der beispiellosen Geräuschkulisse im Grünwalder Stadion sind Fehler und Aussetzer daher nicht ausgeschlossen. Und sowieso sind Tore im Münchner Derby garantiert - egal ob Erst- oder Zweitvertretung. Nur einmal in mehr als 80 Partien - im März 1984 - endete ein Spiel torlos, insgesamt kommt die Paarung auf einen Schnitt von 3,1 Treffern pro 90 Minuten. Wie das Spiel ausgehen wird, mag noch in den Sternen stehen. Eines ist jedoch gewiss: München ist bereit für die Neuauflage "seines" Derbys.

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