Regionalliga Bayern, SpVgg Bayreuth - FC Wuerzburger Kickers
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Regionalliga-Reform: BFV hofft auf 22 Drittligisten

Regionalliga-Reform: BFV hofft auf 22 Drittligisten

Seit Jahren arbeiten DFB und Landesverbände an einer Reform der Regionalliga. Nun hat eine Kommission zwei Modelle präsentiert. BFV-Präsident Kern zeigt sich im exklusiven BR24Sport-Interview unzufrieden und hofft auf eine Aufstockung der 3. Liga.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Die Regionalliga soll reformiert werden: fünf Meister, vier Aufsteiger, die Rechnung geht nicht auf. Nur die Meister aus den Regionalligen West und Südwest sind fix. Zwei Meister aus Nord, Nordost und Bayern spielen Play-offs. Die Regelung muss angepasst werden, darüber sind sich eigentlich alle einig: Fans, Landesverbände und DFB. Doch wie genau die neue Regionalliga aussehen soll, darüber gibt es bislang noch keinen Konsens. Der BFV geht nun mit einem neuen Vorschlag in die Offensive.

Regionenmodell oder Kompassmodell - BFV unzufrieden

Eine Kommission war damit beauftragt worden, Lösungsvorschläge auszuarbeiten. Nach dem letzten Treffen am 25. März blieben nur zwei Vorschläge übrig: Beim sogenannten Kompassmodell sollen die Vereine mithilfe einer KI in vier Ligen à 20 Teams nach kürzester Fahrtdauer aufgeteilt werden. Vereine wie die SpVgg Bayreuth und der TSV Aubstadt würden sich künftig mit Erfurt, Jena, Hannover und Luckenwalde messen. Die meisten anderen bayerischen Vereine würden fortan in der Regionalliga Süd auf Vereine aus Baden-Württemberg treffen. Die Zusammensetzung der Ligen würde aber jedes Jahr neu berechnet werden. Beim Regionenmodell würden die Regionalligen Nordost, Nord und Bayern auf zwei Ligen aufgeteilt. Das Resultat: Vier Ligen, vier Meister, vier Aufsteiger.

Doch der Bayerische Fußballverband (BFV) ist mit beiden Vorschlägen unzufrieden. BFV-Präsident Christoph Kern bemängelt, dass sich fortan das Problem in die unteren Ligen verschieben würde - wie werden Auf- und Abstiege künftig in der Bayern-Liga geregelt, wenn etwa kein bayerischer Vertreter aus der Regionalliga abgestiegen ist - oder zu viele?

Im Video: BFV-Präsident im BR24Sport-Interview über die Regionalligareform

Christoph Kern, BFV-Präsident
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Christoph Kern, BFV-Präsident

"Klare rote Linie" - Kern kritisiert DFB

"Die Arbeitsgruppe hat zwei Vorschläge vorgelegt. Wir haben aber mehr erwartet. Wir haben in der Arbeitsgruppe auch Vorschläge unterbreitet, die dann leider nicht diskutiert wurden", erklärt Kern im exklusiven BR24Sport-Interview und führt aus: "Wir haben unsere Vereine zusammengeholt und die Ergebnisse vorgestellt. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass wir das große Rad drehen wollen."

Das große Rad drehen, das bedeutet in den Augen von Kern: Die 3. Liga soll reformiert werden. "Unser Fokus liegt auf der 3. Liga. Wir haben in der Arbeitsgruppe das Modell von 22-5 eingebracht, das bedeutet: die 3. Liga auf 22 Teams aufzustocken mit fünf Absteigern. Dadurch wäre das Problem schnell gelöst", so Kern. Laut dem BFV-Präsidenten sei eine 3. Liga mit 22 Mannschaften bei Landesverbänden und Vereinen auf große Zustimmung gestoßen - nicht allerdings beim Deutschen Fußballbund, der für den Profifußball zuständig ist und damit auch für Liga drei. "Alle Vereins- und Verbandsvertreter haben sich für das Modell 22-5 zum Diskutieren ausgesprochen. Aber hier kam eine klare rote Linie vom DFB."

Das "Zwei-Phasen-Modell" - Lösung für die Regionalliga?

Als Alternative präsentierte nun der BFV noch eine Variante, bei der die aktuellen fünf Ligen erhalten blieben, die Problematik des Meisters ohne Aufstieg allerdings gelöst wäre: Das Zwei-Phasen-Modell. Vereine würden die Hinrunde in den bisherigen fünf Ligen spielen. Anschließend würden sich die jeweils ersten neun Mannschaften aus den fünf Ligen in vier Ligen aufteilen und dort die Rückrunde und somit je einen Meister und Aufsteiger ausspielen. Die restlichen Vereine würden die Absteiger in den bisherigen fünf Ligen in einer Rückrunde unter den schlechtesten neun Teams der Hinrunde ausspielen.

"Das verspricht spannende Spiele – auch in der Hinrunde, denn die Plätze sind begehrt. Und das ist mir besonders wichtig, die kleinen Vereine, die auch in die Regionalligen gehören, die schützen wir", erläutert Kern die Vorteile, die die BFV-Idee mit sich bringen würde.

Kritik am BFV-Vorstoß: "gezielte Nebelkerze"

Der Vorschlag des BFV trifft nicht nur auf offene Ohren. Der Sprecher der Initiative "Aufstiegsreform 2025" Tommy Haeder, der gleichzeitig Geschäftsführer des Chemnitzer FC ist, zeigt sich "mehr als verwundert" über den Vorstoß des BFV. "Es wirkt wie eine gezielte Nebelkerze. Für mich entsteht der Eindruck, dass hier der Prozess der Lösungsfindung bewusst gestört werden soll. Genau das dürfen wir jetzt nicht zulassen. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was jetzt auf dem Tisch liegt - alles andere führt nur dazu, dass der Prozess einer Regionalliga-Reform zerfasert wird. Das ist nicht akzeptabel", sagte Haeder gegenüber dem MDR.

Kern wehrt sich gegen die Kritik am Vorgehen des BFV: "Aus unserer Sicht war es völlig unverständlich, diese Arbeitsgruppe Mitte März zu beenden. Das ist für uns nicht nachvollziehbar. Dementsprechend lasse ich auch die Kritik, die ich aus den Medien vernommen habe, dass wir jetzt plötzlich daherkämen, nicht gelten", so Kern.

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