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"Komplett umgestellt": Zeidler reist mit neuen Impulsen zur WM

"Komplett umgestellt": Zeidler reist mit neuen Impulsen zur WM

Der Ruderer Oliver Zeidler hat sein Training umgestellt, neue Reize gesetzt – und ist in dieser Saison noch ungeschlagen. Bei der WM in Amsterdam will der Olympiasieger nun seinen Titel zurückholen.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Ruder-Olympiasieger Oliver Zeidler will sich bei den anstehenden Weltmeisterschaften in Amsterdam (24. bis 30. August) den Titel zurückholen. Es wäre sein insgesamt vierter WM-Sieg – und ein Meilenstein. Denn dieses Mal startet der Oberbayer unter neuen Vorzeichen.

Im vergangenen Jahr hatte der 30-Jährige seinen Fokus auf das Studium in Lausanne gelegt, den Trainingsumfang deutlich reduziert und bei der Ruder-WM in Shanghai trotzdem Silber hinter dem Griechen Stefanos Ntouskos gewonnen. In dieser Saison ist Zeidler noch ungeschlagen. Anfang August sicherte er sich in Varese souverän zum vierten Mal den EM-Titel. Erfolge, die auch das Resultat einer großen Umstellung sind.

Neues Umfeld, neue Trainingsansätze

Mittlerweile hat sich Zeidler nicht nur in der Schweiz, wo er mit seiner Lebensgefährtin lebt, eingelebt, sondern auch neue Trainingsbedingungen geschaffen. "Ich musste mir ein Umfeld aufbauen, das mir erlaubt, jetzt auch erfolgreich im Sport zu sein", erzählt Zeidler im Interview mit BR24Sport. Dabei sei er auch offen für neue Trainingsmethoden gewesen. Nach den Gold-Spielen in Paris wollte er etwas Neues ausprobieren. "Ich glaube, diese Impulse haben zu meinem Erfolg dieses Jahr beigetragen", sagte Zeidler.

Vor allem bei Intensität und Umfang habe er Anpassungen vorgenommen. Bisher, so erzählt Zeidler, habe er eher kurz, aber sehr intensiv trainiert. "Dieses Jahr habe ich das mal komplett umgestellt." Was das bedeutet: 20 bis 30 Prozent mehr Zeit auf dem Wasser bei niedrigerer Intensität. Die Impulse für die Umstellung habe er sich im Profi-Radsport abgeschaut.

Auch der Wechsel seines Trainingsvereins habe geholfen. Zeidler trainiert nun nicht nur auf Regattastrecken, sondern auch auf den großen Schweizer Seen, etwa in Lausanne und Luzern. "Das sind einfach andere Bedingungen, mit denen man klarkommen muss", so Zeidler.

Zeidler setzt Fokus auf Olympia

Bedingungen, die den Erfahrungsschatz des Routiniers erweitern, ihn technisch flexibler machen und ihn auf das große Ziel Olympia vorbereiten sollen. Die WM-Rennen auf der Bosbaan in den Niederlanden sieht er vor allem als Etappe auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. "Es sind noch zwei Jahre und auf dem Weg dahin muss man sich der Konkurrenz stellen und Sachen testen. Das habe ich dieses Jahr sehr erfolgreich gemacht und ich hoffe, dass es bei der WM jetzt in die gleiche Richtung geht."

Doch ein reiner Test für Olympia ist die anstehende WM nicht. Mit dem Sieg würde ihm nur noch ein Erfolg fehlen, um mit den drei Ruderern gleichzuziehen, die bislang fünfmal Weltmeister im Einer wurden. Bislang haben das nur Peter Michael Kolbe, der Neuseeländer Mahe Drysdale und der Tscheche Ondřej Synek geschafft.

Zeidler: "Ein glücklicher Athlet ist ein erfolgreicher Athlet"

Die Vorzeichen stehen gut, dass Zeidler diesen Meilenstein am Weg zu Olympia erreicht: erfolgreiche Vorbereitung, erfolgreiche Rennen, neue Impulse und Rückhalt durch sein privates Umfeld. "Mein Privatleben ist mir wichtig (...) und ich bin überzeugt davon, dass ein glücklicher Athlet auch ein erfolgreicher Athlet ist." Mit der richtigen Balance zwischen Lockerheit, Biss und privatem Glück soll es zunächst in Amsterdam und anschließend in Los Angeles zum großen Coup reichen.