Benno Brandis (l.) und Felix Rösle holten sich je zwei Siege beim Südamerika-Cup in Chile
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Benno Brandis (l.) und Felix Rösle holten sich je zwei Siege beim Südamerika-Cup in Chile
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Benno Brandis (l.) und Felix Rösle holten sich je zwei Siege beim Südamerika-Cup in Chile

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Neue Speed-Sterne am DSV-Himmel: Ein Duo sorgt für Furore

Neue Speed-Sterne am DSV-Himmel: Ein Duo sorgt für Furore

"Konkurrenten sind wir nur von Start bis Ziel": Die jungen Allgäuer Benno Brandis und Felix Rösle kennen sich seit ihrer Kindheit, trainieren gemeinsam und könnten nun die nächste Generation im deutschen Speed-Team anführen.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Seit den Rücktritten der Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen und Josef "Pepi" Ferstl, seit die Routiniers Romed Baumann und Andreas Sander ihre Karriere beendet haben, sucht die deutsche Speed-Mannschaft die Ideallinie. Luis Vogt bot beim Hahnenkammrennen mit seinem überraschenden zehnten Platz einen der wenigen Lichtblicke in der vergangenen Saison. Ansonsten waren die DSV-Läufer meist jenseits der Top 30 eingeordnet.

Zwei junge Allgäuer haben nun jedoch das Potential dazu, Deutschland wieder auf der Landkarte der Speed-Nationen zu platzieren: Felix Rösle (SC Sonthofen) und Benno Brandis (TSV Durach). Rösle ist 21 Jahre alt, Brandis 20. Die beiden kennen sich, seit sie zwölf Jahre alt sind. Seither teilten sie sich ihre Erfolge auf. Als Rösle 2024 Junioren-Weltmeister in der Abfahrt wurde, holte sich Brandis den Titel im Super-G.

"Konkurrenten sind wir nur von Start bis Ziel"

Auf der Strecke sind die beiden Kontrahenten, abseits davon verbindet sie eine enge Freundschaft. "Ich glaub, so richtig Konkurrenten sind wir nur von Start bis Ziel. Ich hab mich total für den Felix gefreut, er hat sich für mich gefreut – so ist das ein sehr schönes Miteinander", sagt Brandis. Auch Rösle schätzt seinen langjährigen Weggefährten: "Einen besseren Zimmer- oder Teamkollegen kann man sich nicht vorstellen." Nur manchmal, sagt Rösle schmunzelnd, sei Brandis ihm "ein bisschen zu schnell".

Rösle und Brandis kennen die Stärken und Schwächen des jeweils anderen, trainieren oft zusammen und treiben sich gegenseitig an. Beim Südamerika-Cup in Chile in diesem Sommer fuhren Rösle und Brandis der Konkurrenz davon: Rösle gewann beide Abfahrten, Brandis beide Super-G-Rennen.

Rösle und Brandis schneller als Weltcup-Stars

Die Youngster ließen dabei selbst arrivierte Weltcup-Athleten wie den Franzosen Matthieu Bailet, den Schweden Felix Monsen oder den norwegischen Bormio-Sieger Fredrik Möller hinter sich. "Das ist ein total schönes Gefühl, wenn es so früh in der Saison schon so gut läuft", sagt Brandis im Interview mit BR24Sport.

Trainiert werden die beiden unter anderem von Thomas Dreßen. Der ehemalige Ski-Star sieht die Erfolge seiner Schützlinge auch als Bestätigung für die Arbeit im Verband: "Das sind jetzt die Früchte, die man im Moment einmal ernten kann", sagt Dreßen am BR24Sport-Mikrofon. Die Leistungen bringen neben Selbstvertrauen auch wertvolle Punkte und damit bessere Startplätze für die kommende Saison.

Überbewerten will Dreßen die Siege der Allgäuer beim Südamerika-Cup aber nicht: "Die Kunst ist, dass man nach guten Ergebnissen zu dem Zeitpunkt nicht in einen Höhenflug verfällt, sondern dass man mit beiden Füßen auf dem Boden bleibt und weiter hart arbeitet." Ein Risiko zum Abheben sehe er bei Rösle und Brandis aber ohnehin nicht.

Rösle und Brandis hoffen auf viele Weltcup-Einsätze im Winter

Dreßen beschreibt die beiden als "sehr bodenständig und fokussiert". Rösle und Brandis haben Spaß am Training und bringen gleichzeitig den nötigen Biss mit: "Die wollen schon schnell sein, das sind schon Rennfahrer. Wenn es beim Rennen nicht läuft, dann ist es besser, man gibt ihnen ein bisschen Zeit, dass sie durchschnaufen können."

Bisher sind die beiden hauptsächlich im Europacup unterwegs - in der zweiten Liga des professionellen Skirennsports. Rösle feierte sein Weltcup-Debüt 2025 in Gröden. Brandis durfte im Jahr 2024 als Juniorenweltmeister beim Weltcupfinale in Sun Valley starten. Perspektivisch sollen die beiden Nachwuchstalente in der Ski-Alpin-Königsklasse diese Saison noch öfter zum Einsatz kommen. Rösle wird wahrscheinlich schon für die ersten Speed-Rennen in Nordamerika gesetzt sein und auch Brandis hofft auf den ein oder anderen Start im Weltcup.

Groß und technisch versiert - geborene Speed-Fahrer

Die Voraussetzungen für die gefährlichsten Strecken der Welt, für die Streif in Kitzbühel, die Stelvio in Bormio oder die Lauberhorn-Piste in Wengen, bringen beide mit: Rösle ist mit über zwei Metern Körpergröße der klassische Abfahrer, Brandis gilt dagegen als technisch versierter Fahrer, der auf anspruchsvollen Passagen seine Stärken ausspielen kann. Stärken, die beide langfristig auch im Weltcup-Team einbringen können.

Für Brandis steht fest, dass sich in der deutschen Speed-Gruppe etwas bewegt. "Ich bin mir sicher, dass wir da grad in einer Art Wandel sind und dass wir ein paar junge Athleten haben, womit wir die Löcher nach und nach schließen werden", sagt er – mit Blick auf die Lücke, die Dreßen und Co. hinterlassen haben. Auch Rösle blickt optimistisch auf die Zukunft. "Umso schöner, dass wir langsam wieder eine Mannschaft aufbauen."

Die Streif in Kitzbühel als großes Ziel

Noch sind die beiden weit davon entfernt, die Lücke zu ihren ehemaligen Vorbildern im Weltcup allein schließen zu können. Doch die ersten Ergebnisse machen Mut. Die Siege in Südamerika waren ein erster erfolgreicher Test – und zugleich ein Vorgeschmack auf das, was die beiden erreichen können. Und vielleicht führt ihr Weg schon bald auf eine der berühmtesten Abfahrten der Welt: nach Kitzbühel. Die Streif ist für beide ein großes Ziel.