Die deutschen Rodel-Wettbewerbe gingen mit einem besonderen Höhepunkt zu Ende: Durch den Triumph in der Team-Staffel sicherten sich die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt vom Königssee ihren insgesamt siebten Olympiasieg seit 2014 und sind nun die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken. Das Duo aus Oberbayern zog am Donnerstag an seiner langjährigen Teamkollegin Natalie Geisenberger vorbei, die neben sechs Goldmedaillen auch einmal Bronze bei Olympischen Spielen gewann.
Und auch Sportarten-übergreifend zählen die "Rodel-Tobis" nun zu den Allerbesten: Unter den noch aktiven Wintersportlern weist lediglich der norwegische Skilangläufer Johannes Høsflot Klæbo eine noch erfolgreichere olympische Medaillenbilanz auf: Er kommt auf sieben Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille.
Wendl: "War unser letzter olympischer Lauf"
"Wir machen es nicht, um Rekorde zu sammeln oder Rekorde aufzustellen. Wir machen es, weil es uns Spaß macht. Wir machen es, weil es ein geiler Sport ist", hatte Arlt vor der Staffel gesagt - und dann Vollgas gegeben.
In einem packenden Rennen setzten sich die deutschen Rodler am Donnerstag im Eiskanal in Cortina d'Ampezzo souverän vor Österreich und Italien durch. "Unser letzter Olympialauf war nochmal richtig schön. Wir genießen jetzt den Moment. Das ist der krönende Abschluss", sagte Arlt nach seinem wohl letzten Olympia-Rennen. Und auch Wendl bestätigte: "Das war unser letzter olympischer Lauf". Eine achte und neunte Goldmedaille werde es "nicht geben".
Im Video: Rodl-Tobis im Sportschau-Interview
Tobias Wendl und Tobias Arlt im Sportschau-Interview
DOSB-Präsident: "Mannschaft verneigt sich vor euch"
Mit dem siebten Olympiasieg deutet vieles darauf hin, dass Wendl und Arlt ihre olympische Laufbahn beenden. Ein Karriereende planen die 38-Jährigen dennoch nicht. Nach eigener Einschätzung präsentieren sie sich körperlich in besserer Verfassung denn je. Ihr Wunsch ist es, die Laufbahn in ihrer Heimat am Königssee zu beenden, um sich bei Familie und Freunden zu bedanken. "Wir wollen da aufhören, wo wir das Rodeln begonnen haben", betonte Wendl am Donnerstag. "Die modernisierte Bahn soll bis zur WM 2028 fertiggestellt sein, allerdings gibt es dabei Unsicherheiten. "Wir hoffen, dass die Bahn möglichst schnell fertig wird", so Wendl.
DOSB-Präsident Thomas Weikert schwärmte von einer "Lebensleistung. Sie haben es geschafft. Die gesamte Mannschaft verneigt sich vor euch", sagte Weikert über die Rekordhalter. Zwei Aufgaben hat der "Bayern-Express" jedoch noch vor sich: Der Rodel-Cheftrainer Patric Leitner kündigte im ZDF an: "Die Mannschaft wird heute das deutsche Haus zerlegen." Und erst nach der Gold-Party geht es dann wieder ums Rodel: Nach sieben von neun Weltcup-Stopps führen die Rodel-Tobis die Gesamtwertung deutlich an - am Ende der Saison könnte also ein weiterer großer Erfolg folgen.
Im Video: Die Goldfahrten der Gold-Staffel
Die deutsche Staffel im Rennrodeln


