In der deutschen Fußball-Welt ist es die Frage der vergangenen Tage: Kehrt Manuel Neuer für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft zurück ins Tor der deutschen Nationalmannschaft oder bleibt - wie es eigentlich lange Zeit sicher schien - Oliver Baumann die deutsche Nummer eins?
Der ehemalige Nationalspieler und ARD-Experte Thomas Hitzlsperger bezeichnet den Umgang mit der Causa Neuer als "Eiertanz". Der 44-Jährige stört sich vor allem an der Kommunikation: "Eigentlich denkt man, es sind nur Profis am Werk und trotzdem herrscht Unklarheit."
Thomas Hitzlsperger: "Baumann kann einem nur leidtun"
Manuel Neuer hat im August 2024 seine DFB-Karriere für beendet erklärt. Zwar wurden immer wieder Gerüchte über ein mögliches Comeback laut, doch die ließ Neuer mit klaren Aus- und definitiven Absagen stets im Keim ersticken. Dass der FC-Bayern-Keeper es nun in den vergangenen Tagen, bei all den Anlässen, Interviews und Gesprächen, versäumt hat, klare Worte zu finden, und auch Bundestrainer Julian Nagelsmann "rumeierte", das verwirre viele Fans. "Alle diskutieren und spekulieren und klar ist gar nichts", sagt Hitzlsperger in "Blickpunkt Sport". Der Leidtragende von all dem sei Oliver Baumann - "er kann einem nur Leid tun, wenn die Entscheidung auf Manuel Neuer fällt."
Ausweich-Manöver bei Nagelsmanns Sportstudio-Auftritt
Baumann hatte erst am Samstag in einem Interview erklärt, er gehe weiterhin davon aus, als Nummer eins zur WM zu reisen, in einem Vier-Augen-Gespräch hätte Nagelsmann ihm das zugesichert. Doch ein Auftritt des Trainers im ZDF-Sportstudio wenige Stunden später dürfte dem Hoffenheim-Keeper nicht gerade mehr Sicherheit gebracht haben: Nagelsmann beteuerte am Samstagabend, er wolle nicht über einzelne Spieler reden, wolle erst alle persönlich informieren. Ein klares Bekenntnis für Baumann: Fehlanzeige. Ausgerechnet Nagelsmann, dem klare Rollen in der Mannschaft und klare Rollenverständnisse der Spieler wichtig sind, sorgt wenige Wochen vor dem WM-Start dafür, dass sich zumindest einer seiner Spieler seiner Rolle sogar nicht klar sein dürfte.
Ist das Bundestrainer-Amt zu groß für Julian Nagelsmann?
Angesichts dieser Ausweich-Manöver fand Hitzlsperger in "Blickpunkt Sport" deutliche Worte: "Julian Nagelsmann hat vor zwei Jahren ein Amt angetreten und dieses Amt ist sehr sehr groß." Mittlerweile aber stelle Hitzlsperger vor allem in Nagelsmanns Kommunikation Mängel fest.
Der ARD-Fußball-Experte liefert dafür eine mögliche Erklärung: "Er hat nicht jede Woche ein Spiel, über das er sprechen kann, er hat viel Leerlauf und plötzlich wird die Kommunikation viel wichtiger als das Tagesgeschäft auf dem Trainingsplatz und da sind mittlerweile so viele Hürden." Nagelsmann sei ein erfahrener Trainer, aber in der Kommunikation als Bundestrainer ist er trotzdem auch noch jung und ihm täte es gut, wenn er Leute an seiner Seite hätte, die ihn gut beraten würden. Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, würde ich behaupten: Die Beratung hat nicht gut funktioniert."
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