Das ausgeglichene Feld bei der Tour de France der Frauen verspricht Spannung - das zeigte sich schon zum Auftakt am Samstag. Bei der ersten Etappe in der Schweiz am Genfer See ist Lorena Wiebes in einer nervenaufreibenden Sprintentscheidung zum Sieg gefahren. Die Niederländerin setzte sich in Lausanne vor Kim Le Court Pienaar (Mauritius) und Demi Vollering (Niederlande) durch und übernahm damit das erste Gelbe Trikot. Die deutsche Hoffnungsträgerin Antonia Niedermaier aus Bruckmühl bei Rosenheim, die beim Giro d'Italia 2026 auf den zweiten Gesamtrang gefahren war, kam zum Auftakt auf Platz 17 ins Ziel.
Vollering-Attacke bleibt ohne Erfolg
In einem nervösen Rennen hatten sich immer wieder Ausreißergruppen vorübergehend abgesetzt, aber ohne Erfolg. So ging das Hauptfeld geschlossen in den letzten Anstieg des Tages, bei dem sich eine kleinere Gruppe absetzte. Vollering startete 700 Meter vor dem Ziel eine Attacke, am Ende setzte sich die Sprintspezialistin Wiebes aber souverän durch.
Unter den Favoritinnen um die französische Vorjahressiegerin Pauline Ferrand-Prévot, Vollering (Tour-Sieg 2023) und die Polin Kasia Niewiadoma-Phinney (Tour-Sieg 2024) gab es keine großen zeitlichen Abstände. Niedermaier, die im Interview mit BR24Sport über Ambitionen bei ihrem Tour-Debüt gesprochen hatte, startet mit acht Sekunden Rückstand auf Wiebes in die 2. Etappe.
Weitere Chance für Sprinterinnen am Montag
Die Frankreich-Rundfahrt bleibt auch am Sonntag noch in der Schweiz. Bei der zweiten Etappe von Aigle nach Genf (147,9 Kilometer) wird wieder mit einer Sprintentscheidung gerechnet, auch wenn vorher immerhin 1.800 Höhenmeter überwunden werden müssen.
Die entscheidenden Prüfungen um den Gesamtsieg werden unter den insgesamt neun Etappen voraussichtlich das Zeitfahren am Dienstag und die Bergankunft am legendären Mont Ventoux am Freitag sein. Bei beiden Herausforderungen zählt Niedermaier, ihres Zeichens zweimalige U23-Weltmeisterin im Zeitfahren und erprobte Kletterin, zu den Anwärterinnen auf den Sieg.
