Für die Speedfahrer ist das Rennen auf der Streif das größte und schönste Erlebnis im alpinen Rennsport-Kalender. Thomas Dreßen war der letzte deutsche Skirennfahrer der sich 2018 die Goldene Gams verdiente.
Fürs Podest reichte es dieses Mal zwar nicht, doch Luis Vogt sorgte mit Rang acht für eine faustdicke Überraschung und ließ die deutschen Fans jubeln. Nur 0,56 Sekunden fehlten dem 23-Jährigen aufs Podest. Es ist das bislang beste Weltcup-Ergebnis des Garmisch-Partenkircheners. Vielleicht eröffnet sich dadurch für Vogt noch die Möglichkeit auf den Olympia-Zug aufzuspringen.
Olympia-Starter Simon Jocher landete nach dem enttäuschenden Super G immerhin auf Rang 26. Romed Baumann verpasste mit 2,64 Sekunden Rückstand die Top 30 dagegen klar.
Franzoni im Speedhimmel
Der neue Stern am Speedhimmel, Giovanni Franzoni, schnappte sich den prestigeträchtigen Sieg im österreichischen Ski-Mekka. Dreßen lobte die Fahrt des Italieners. "Die war schon astrein", so der 32-Jährige. Vor allem die Schlüsselstellen habe der 24-Jährige super getroffen. Franzoni war jedenfalls überglücklich: "Ich habe heute die Energie gefühlt, die Menschenmasse. Einfach verrückt."
Wimpernschlag-Entscheidung auf der Streif
Franzoni zeigte der Konkurrenz mit Startnummer zwei eindrucksvoll, dass mit ihm in dieser Saison zu rechnen ist. Bei der Abfahrt in Wengen wurde der Italiener Dritter, zuvor hatte er den Super G gewonnen. In Kitzbühel brannte er in 1:52,31 Minuten die Richtzeit für die arrivierten Stars in die eisige Piste.
Die Mitfavoriten bissen sich daran die Zähne aus: Marco Odermatt, im Vorjahr Dritter, wollte dieses Mal den Sieg, verpasste ihn aber um einen Wimpernschlag. Sieben Hundertstel fehlten dem Schweizer Skistar um Franzoni von Platz eins zu verdrängen. Odermatt zeigte sich trotz Platz zwei sichtlich enttäuscht: "Tröstet jetzt nicht." Teamkollege Franjo van Allmen riskierte im Kampf um die schnellste Fahrt dagegen zu viel, verpasste zwischendurch die Ideallinie und am Ende einen Podestplatz. Für die große Überraschung sorgte dann mit Startnummer 29 Maxence Muzaton, der die Bestzeit wackeln ließ und noch aufs Podest raste. Bitter für die Gastgeber, denn durch den Husarenritt des Franzosen rutschte der Italiener Florian Schieder vom Podest.
Thomas Dreßen

