Während die einen bei einer Wettkampf-Pause vor dem Trainingslager nochmal durchatmen, entschied sich Franziska Preuß für das Weltcup-Rennen in Nove Mesto als Generalprobe vor Olympia. Nach Ruhpolding konnten die Athletinnen und Athleten selbst entscheiden, wie sie die letzten Wochen vor den Olympischen Winterspielen verbringen wollten. Preuß kommt beim 12,5-km-Einzelrennen in Nove Mesto als Dritte ins Ziel und weiß: Das Rennen zu bestreiten war die richtige Entscheidung.
Franziska Preuß: "Hürde ist weg"
"Mich freut es wirklich sehr, dass es heute geklappt hat, dass die Hürde weg ist", sagte Preuß in der ARD. "Ich bin erleichtert. Es war ein Rennen, das echt Spaß gemacht hat." Für die Oberbayerin war es der erste Podestplatz im wichtigen Olympia-Winter, das erste Podest seit dem 23. März des vergangenen Jahres, als sie sich durch ihren Sieg im Massenstart am Holmenkollen die große Kristallkugel gesichert hatte.
Der Knoten ist geplatzt. Dafür brauchte sie dringend die Wettkampfsituation. Während ein Großteil des deutschen Olympiateams eine kurze Pause vor dem Höhentrainingslager in Obertilliach einlegt, wollte Preuß in Tschechien unbedingt an den Start gehen. "Ich brauche noch ein paar Rennkilometer, mir fehlt aus dem Dezember einiges", hatte sie im Vorfeld betont: "Es gibt einfach noch Baustellen, die man in den Griff kriegen muss. Ich mache mir viele Gedanken."
Preuß: "Schritt in die richtige Richtung"
Für die 31-Jährige lief der bisherige Olympia-Winter nämlich alles andere als nach Plan. Erst hatte sie Probleme in der Vorbereitung, dann musste sie aufgrund von Krankheit lange pausieren. Befreit in die Rennen gehen - daran war bei ihr aktuell nicht zu denken. "Diese Erwartungshaltung macht gerade vielleicht mehr mit mir, als ich gedacht habe. Das nimmt mir ein bisschen die Leichtigkeit", sagte Preuß vor dem Rennen.
Nun kann sie ein Erfolgserlebnis verbuchen. Das gibt wichtiges Selbstvertrauen, bevor es zu den Olympischen Winterspielen geht. "Es war ein Schritt in die richtige Richtung", freute sich die deutsche Nummer eins. Zur Siegerin Justine Braisaz-Bouchet (1 Schießfehler) fehlten der Bayerin 1:02,2 Minuten, Zweite wurde mit der Gesamtweltcupführenden Lou Jeanmonnot (1/+1,4 Sekunden) ebenfalls eine Französin.
