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Von "Verarschung" zu Bewunderung: Wasmeier lobt Vonn

Von "Verarschung" zu Bewunderung: Wasmeier lobt Vonn

Vom scharfen Kritiker zum Bewunderer: Markus Wasmeier hatte Lindsey Vonns Comeback mit 40 noch als "Verarschung" abgetan. Inzwischen sieht der Ski-Olympiasieger die US-Amerikanerin mit ganz anderen Augen – und traut ihr bei Olympia Großes zu.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Vor über einem Jahr überraschte Lindsey Vonn die Skiwelt. Mit 40 Jahren kündigte die US-Amerikanerin nach über fünf Jahren Pause ihr Comeback an. Ihr Wiedereinstieg in den Skisport ging nicht geräuschlos über die Bühne. Einer ihrer Kritiker damals: Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier. Die Skilegende sprach damals von "Verarschung".

41-Jährige Vonn dominiert Speed-Disziplinen

Doch ziemlich schnell ließ Vonn ihre Kritiker verstummen. Mit ihren 41 Jahren dominiert sie diese Saison die Speed-Disziplinen und ist die Top-Favoritin bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Vonn führt nach zwei Siegen im Abfahrtsweltcup, im Super-G liegt sie dicht hinter der Italienerin Sofia Goggia auf Rang zwei.

Skilegende Wasmeier: Vonn ist "bewundernswert"

Hätte Wasmeier diese Erfolge für möglich gehalten? Im BR24Sport-Interview revidiert der Schlierseer seine Meinung über Vonn: "Es ist bewundernswert, mit 41 so fit zu sein", sagt der 62-Jährige. Die Skilegende nennt auch den Grund für seine damalige Kritik. "Es hat geheißen, sie hätte ein künstliches Knie. Ich selbst habe zwei künstliche Hüften - und ich weiß, was das heißt."

Wasmeier ging damals davon aus, dass Vonn ein komplett neues Kniegelenk bekommen habe, tatsächlich war es aber ein Schlitten - also eine Art Teilprothese. Bei diesem Verfahren werden nur geschädigte Gelenkflächen ersetzt, während alle Bänder im und um das Kniegelenk erhalten bleiben. "Das war mir nicht bewusst", gibt Wasmeier zu. "Da sieht man mal, was man alles machen kann und der Hochleistungssport weiter ausgeübt werden kann", ergänzt er.

Wasmeier traut Vonn Olympia-Medaille zu

Die olympischen Medaillen in den Speed-Rennen werden auf der "Olimpia delle Tofane"-Piste in Cortina ausgetragen. Wasmeier bezeichnet die Strecke als Vonns "Hausberg, dort hat sie schon oft Siege nach Hause geholt". Sie selbst bezeichnet sie als ihr "Wohnzimmer". Zwölf Siege in Abfahrt und Super-G feierte die Speed-Queen dort.

2010 holte sie Olympisches Gold in der Abfahrt. Eine Medaille in Italien ist für Vonn auch erklärtes Ziel. "Jeder weiß, dass ich ein Wettkampftyp bin, und Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, was ich mir vorgenommen habe. Man könnte also schlussfolgern, dass das mein Ziel ist", sagte Vonn im Interview mit olympics.com (externer Link).

Der einstige Kritiker Wasmeier traut ihr das auch zu: "Lindsey hat wirklich hart gekämpft und trainiert wie eine Wahnsinnige. Respekt! Eine Medaille wäre ihr zu gönnen und wäre eine tolle Geschichte - und sie fährt definitiv besser als damals."