- Direkt zum aktuellen Artikel: Schüsse bei Verfolgungsjagd in Mittelfranken: Was wir wissen
Bei einer Verfolgungsjagd in Mittelfranken haben zwei Männer auf SEK-Beamte geschossen und dann einen Unfall verursacht. Insgesamt sind sieben Menschen verletzt worden, wie die Polizei mitteilte. Es gab drei Festnahmen.
SEK wollte drei junge Männer festnehmen
Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) wollte demnach am Abend in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen drei Männer im Alter von 23, 24 und 30 Jahren festnehmen. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass sie illegal Waffen besitzen. Recherchen des SEK hätten dies bestätigt. Festgenommen wurde zunächst nur der 30-Jährige – die anderen beiden flüchteten mit einem Auto.
Unfall stoppt flüchtende Verdächtige
Bei der anschließenden Verfolgung wurde mindestens zweimal auf das Polizeiauto geschossen. Eine Kugel traf das Fahrzeug. Insassen wurden dadurch nicht verletzt.
Die Verfolgungsjagd zog sich teilweise mit Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h innerorts über mehrere Dörfer hinweg. Erst nach mehr als 20 Kilometern endete die Verfolgungsjagd in einem Kreisverkehr bei Weißenburg. Dort prallte der Wagen der beiden Flüchtigen mit einem unbeteiligten Fahrzeug zusammen. Die beiden Verdächtigen seien bei dem Unfall eingeklemmt worden.
Die SEK-Beamten gaben den Angaben eines Sprechers des Polizeipräsidiums Mittelfranken zufolge nach dem Unfall einen gezielten Schuss auf die Reifen des Fluchtfahrzeugs ab, um eine Weiterfahrt zu verhindern.
Einschusslöcher in Polizeifahrzeug mit Schusswaffe
Anschließend wurden die beiden eingeklemmten Männer von den Beamten befreit und festgenommen. Drei Beamte und die geflohenen Verdächtigen wurden im Zuge des Geschehens leicht verletzt. Die Insassen des unbeteiligten Fahrzeuges seien ins Krankenhaus gebracht worden, sie wurden leicht verletzt.
Die Polizei stellte im Fahrzeug der beiden Männer eine Waffe sicher. "Wir müssen im Moment davon ausgehen, dass es sich um eine scharfe Schusswaffe gehandelt hat, denn wir haben ein Einschussloch im Einsatzfahrzeug der Beamten", sagte Michael Konrad, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken der Nachrichtenagentur dpa. Die Beamten stellten nach Polizeiangaben ein Einschussloch im Bereich der Motorhaube des Polizeifahrzeugs fest.
Staatsanwaltschaft stellt Haftantrag wegen versuchten Mordes
Mit einem Hubschrauber und einem Suchhund suchte die Polizei zunächst rund um die Wohnung in Absberg nach einer weiteren Person. Demnach konnte die Polizei nicht ausschließen, dass eine vierte Person auf der Flucht war. Die Suche blieb erfolglos.
Die Staatsanwaltschaft stellte den Angaben der Polizei zufolge Haftantrag gegen den 24-jährigen Beifahrer des Fluchtautos wegen versuchten Mordes. Gegen den 23-jährigen Fahrer werde wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Teil der Ermittlungen sei auch die Frage, inwieweit die Tatverdächtigen in gewaltbereite Gruppierungen eingebunden sind. Alle drei Festgenommenen sind nach Polizeiangaben türkische Staatsbürger.
Mit Informationen von dpa und AFP
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