Joshua Kimmich vor der Bank des DFB-Teams bei dem Spiel gegen Ecuador.
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Kimmich, Pavlovic, Neuer und Co.: Die Baustellen im DFB-Team

Kimmich, Pavlovic, Neuer und Co.: Die Baustellen im DFB-Team

Das DFB-Team geht als Gruppensieger in die K.o.-Runde der Fußball-WM 2026. Doch die Niederlage gegen Ecuador legt die Schwächen im DFB-Team offen. Reicht es nun, nur an kleinen Stellschrauben zu drehen - oder braucht es einen großen Eingriff?

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Die Stimmung, mit der Fußballdeutschland auf die DFB-Elf blickt, scheint bei der Fußball-WM 2026 auf einer Rutschfahrt zu sein: War die Euphorie nach dem furiosen 7:1-Auftakt gegen Curacao riesig, ist sie nach dem 1:2 gegen Ecuador im Keller. Die Niederlage blieb folgenlos, doch sie zeigte: Das DFB-Team hat viele Baustellen, die es lösen muss, wenn es auf Paraguay trifft.

Sollte Joshua Kimmich ins Zentrum rücken?

Ist Joshua Kimmich besser auf der Position des Rechtsverteidigers aufgehoben oder in der Mittelfeldzentrale? Diese Frage ist der Dauerbrenner rund um das DFB-Team. Zuletzt wurden die Geschwindigkeitsdefizite von Kimmich immer wieder hervorgehoben, weil der Kapitän gegen die Elfenbeinküste und Ecuador Probleme mit den schnellen Außenspielern hatte - auch weil Kimmich im eigenen Ballbesitz häufig ins Zentrum rückt. Bei Ballverlusten sorgt das immer wieder für viel Gefahr.

Die Frage nach der richtigen Rolle von Kimmich ist schnell gestellt. Deutlich schwieriger ist es, die Antwort darauf zu finden, wer ihn ersetzen soll. Im DFB-Kader gibt es keinen nominellen Rechtsverteidiger. Als Kimmich gegen Ecuador von Malick Thiaw ersetzt wurde, zerfaserte das Aufbauspiel der DFB-Elf und die Defensive wurde nicht stabiler. Und so überrascht es kaum, dass Nagelsmann erklärte, eine neue Rolle für Kimmich sei "nicht geplant".

Pavlovic: Die Passmaschine gerät ins Stottern

Kimmich wird seine Arbeit auch erschwert, weil die Mittelfeldzentrale ungewöhnlich viele Fehler begeht. Gerade der beim FC Bayern so passsichere Aleksandar Pavlovic hat bei der WM noch Probleme. Zwar liegt dessen Passquote auch bei der WM über 90 Prozent, doch speziell in der eigenen Hälfte unterlaufen ihm Fehler.

Gegen Ecuador verlor er zudem zweimal vor dem eigenen Strafraum den Ball. Und auch Felix Nmecha leistete sich einen Ballverlust, der prompt zum Ausgleich führte.

Nagelsmann beschwichtigte zwar, das Mittelfeldduo habe seine Aufgabe "gut gemacht". Dennoch wurde Pavlovic zur Halbzeit durch Angelo Stiller ersetzt. Der konnte den Spielaufbau aber nicht verbessern, leistete sich sogar mehr Fehlpässe als Pavlovic.

Mit Pascal Groß, Forzan Assan Ouédraogo und Leon Goretzka hätte Nagelsmann weitere zentrale Mittelfeldspieler im Kader, die allerdings auch nicht über die Passsicherheit verfügen, die Pavlovic eigentlich auszeichnet.

Im Video: Jamal Musiala analysiert die Niederlage gegen Ecuador

DFB-Spieler Jamal Musiala nach dem Spiel gegen Ecuador
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DFB-Spieler Jamal Musiala nach dem Spiel gegen Ecuador

Wann zaubert "Wusiala" wieder?

Für magische Momente war das Duo Jamal Musiala und Florian Wirtz fest eingeplant. Von denen liefern sie, anders als noch bei der EM 2024, deutlich weniger.

Musiala ist offensichtlich nach seiner langwierigen Verletzung noch nicht wieder in Form. Alternativen gäbe es auf der Bank zuhauf: Nadiem Amiri erwischte gegen die Elfenbeinküste einen Traumstart; mit Deniz Undav und Nick Woltemade gibt es zwei Stürmer, die sich auch im offensiven Mittelfeld wohlfühlen. Auch Ouédraogo könnte auf die Zehn rücken.

Alternativ könnte auch Wirtz in die Zentrale rücken. Mit Jamie Leweling, Woltemade und Ouédraogo stehen Spieler parat, die Wirtz' Position oder auch die von Leroy Sané einnehmen könnten.

Neuer wehrt sich gegen Kritik

Zudem steht Manuel Neuer nach vier Gegentoren in drei Spielen in der Kritik. Obwohl ihm nur beim Treffer zum 1:2-Endstand gegen Ecuador ernsthaft ein Fehler unterstellt werden kann, was Neuer kategorisch abwehrt (das wisse "jeder, der schon mal im Tor gespielt" habe), waren auch in der Abstimmung mit seinen Vorderleuten und in der Spieleröffnung ungewöhnliche Schwächen zu erkennen.

Auffällig bei den meisten der Baustellen: Sie betreffen Prinzipienentscheidungen Nagelsmanns. Neuer als Stammtorwart, Kimmich auf rechts, das Künstlerduo "Wusiala" als kreativer Geist der DFB-Elf. Ein Eingriff würde das Team tiefergehend verändern.

Keine Überraschung also, dass der Bundestrainer nur kleine Anpassungen andeutet. Bei einer Sache sind sich Kimmich, Musiala und der Bundestrainer einig: "Wir müssen die Ballverluste minimieren", so das Trio in ähnlichem Wortlaut.

Es sind wohl nur die kleinen Schrauben, an denen Nagelsmann vor dem Start in die K.o-Runde drehen wird. Ob das ausreicht, damit die Räder wieder ineinandergreifen, wird sich am kommenden Montag zeigen. Spätestens aber in einem möglichen Achtelfinale muss das Team sich ganz anders präsentieren. Schließlich wartet dort voraussichtlich Frankreich.

Und die sind nicht nur WM-Topfavorit, sondern mit schnellen Flügelspielern, exzellentem Umschaltspiel und gnadenlosen Torjägern ein Team, das sich an den momentanen Schwächen des DFB-Teams ergötzen würde.

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