Ein hauchdünner Ausgang der Präsidentschaftswahl des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) hat der Amtszeit von Johan Eliasch ein Ende gesetzt: Der Liechtensteiner Alexander Ospelt setzte sich auf dem FIS-Kongress in Belgrad mit einem Vorsprung von einer einzigen Stimme gegen den Multimilliardär durch. Der siegreiche Herausforderer erhielt unter anderem die Unterstützung von Österreich, Norwegen, Kanada, der Schweiz und den USA.
Neureuther über FIS-Wahl: "Was für ein Tag"
Felix Neureuther zeigte sich gegenüber BR24Sport gespannt auf den neuen FIS-Chef Ospelt. "Auf ihn wartet wirklich eine große Aufgabe. Zum einen die Verbände und die FIS wieder näher aneinander zu führen, damit es mehr ein Miteinander und weniger ein Gegeneinander ist. Damit es mehr um den Sport, die Athletinnen und Athleten geht", befand Neureuther, der Ospelt auch bei den Finanzen der FIS gefordert sieht. Sein Fazit: "Was für ein Tag."
Die Abwahl von Eliasch löste bei dessen Gegnern ein nicht geringes Maß an Euphorie aus. "Dieser jahrelange Albtraum ist vorbei", erklärte etwa DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach und freute sich dabei vor allem über "die Hoffnung, dass die FIS nun wieder zu dem wird, was sie einmal war: ein Vorzeigeverband, der seinen Mitgliedern dient, ihre Interessen ernst nimmt und den Sport in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt".
Wolfgang Maier, DSV-Alpindirektor
Eliasch bei geplatzter WM-Vergabe im Kreuzfeuer der Kritiker
Bereits einen Tag vor seiner Wahlniederlage war Eliasch wieder einmal ins Rampenlicht gerückt. Die geplatzte Vergabe der Nordischen Ski-WM 2031 hatte nämlich hohe Wellen geschlagen. Die Kritik seitens des SC Obderstdorf, der sich neben Planica (Slowenien) für die Austragung beworben hatte, fiel harsch aus.
"Als Sportler wollen wir natürlich gewinnen, können aber auch verlieren. Wenn wir aber zum Spielball von Machtkämpfen eines selbstherrlichen Präsidenten werden, dann ist das schwer zu akzeptieren", erklärte der Vorsitzende Georg Geiger im Interview mit der Allgäuer Zeitung.
Sogar Odermatt und Shiffrin kritisierten Eliasch
Mit dem Aufstieg von Rechtsanwalt Ospelt zum FIS-Präsidenten endet eine Phase voller Kontroversen. Eliasch wollte den Weltverband neu organisieren, Übertragungsrechte zentralisieren und träumte sogar von Rennen in China und Südamerika. Sein Vorgehen rief jedoch schnell Kritiker auf den Plan - darunter auch unerwartete Namen.
So stellten sich die Ski-Superstars Marco Odermatt und Mikaela Shiffrin ungewohnt deutlich gegen Eliasch, auch weitere Athleten wie Loic Meillard und Daniel Yule hatten sich klar gegen ihn positioniert.
FIS-Präsidentenwahl: Eliasch wählt umstrittenen Umweg
Kein Wunder also, dass die großen Wintersport-Nationen gegen den bisherigen Präsidenten stimmten. Trotz der Prominenz der Gegner fiel die Wahl jedoch denkbar knapp aus. Dass Eliasch überhaupt zur Wahl antreten durfte, machte ein umstrittener Umweg möglich: Da ihm seine Heimatländer Schweden und Großbritannien die notwendige Unterstützung für seine Wiederwahl entzogen hatten, nahm der 64-Jährige kurzerhand die georgische Staatsbürgerschaft an und ließ sich von dem kaukasischen Land nominieren.

