firo : 04.07.2026 , Fussball, Fußball, International, FIFA WM 2026, Weltmeisterschaft 2026, FIFA WORLD CUP 2026, Sechzehntelfinale 1/16 Finale KO-Runde, Argentinien - Kap Verde 3:2 n.V. Präsident, Gianni Infantino President of FIFA | Aufnahmedatum 03.07.2026
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Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von FIFA-Rechten plant.
Bildrechte: picture alliance / firo Sportphoto / Mexsport | Jose Luis Melgarejo
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Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von FIFA-Rechten plant.

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WM-Anteile an private Investoren – Droht die UEFA mit Boykott?

WM-Anteile an private Investoren – Droht die UEFA mit Boykott?

Nicht einmal zwei Wochen nach der von vielen Seiten kritisierten WM macht die FIFA schon wieder Schlagzeilen. Mit dem Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der nächsten WM sollen Milliarden eingenommen werden. Kritiker laufen Sturm.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Der Weltverband FIFA sorgt mit einem WM-Investorenplan für Aufruhr im internationalen Fußball. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge will die Europäische Fußball-Union (UEFA) noch in der laufenden Woche eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über ihre weitere Reaktion auf die Pläne zu beraten. Laut Medienberichten soll auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden.

Fußball als Geschäft: Noch eins draufsetzen

Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Gianni Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von FIFA-Rechten plant. Im November 2018 warb der Schweizer für einen Investoren-Deal für die Vermarktungsrechte an einer neuen Klub-WM mit 24 Teams sowie einer globalen Nations League mit einem Finalturnier kontinentaler Champions. Es ging um die stolze Summe von 25 Milliarden Dollar. Damals scheiterte Infantino.

Diesmal nannte die FIFA einen Erlös von etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar (gut 3,5 Millionen Euro). Dafür hätte ein solcher Schritt einen anderen Effekt: Infantino könnte nach einer weiteren Periode als Präsident ab 2031 zum Geschäftsführer des neu zu gründenden Tochterunternehmens FFE werden und so nach 15 Jahren Amtszeit weiter mächtig im FIFA-Kosmos wirken.

Konkrete Änderungen für Fans kündigte die FIFA nicht an. Einem Bericht der "Times" zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Feld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen. Hintergrund ist das Geschäftsmodell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erlöse der kommerziellen Gesellschaft steigen.

Medienberichte: UEFA droht mit Boykott

Wachsen Umsatz und Unternehmenswert, steigt auch der Wert ihrer Beteiligung. Mehr Spiele oder mehr Turniere könnten für höhere Einnahmen sorgen. Die FIFA erklärte in der Mitteilung, "die ausschließliche Zuständigkeit für die Führung des Fußballs, Wettbewerbe, den internationalen Spielkalender und sämtliche regulatorischen und sportlichen Entscheidungen" zu behalten. Schon zuletzt hatte Infantino verkündet, dass die Einnahmen im aktuellen WM-Zyklus auf 15 Milliarden US-Dollar klettern sollen.

Der mächtigste Gegner ist die UEFA, die ihre Ablehnung klar kommunizierte. "Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften", teilte der Dachverband mit. Die Europäische Fußball-Union nehme die Sache sehr ernst. Einen Bericht, wonach man den Boykott von FIFA-Wettbewerben erwäge, wollte die UEFA am Morgen nicht kommentieren. Es steht im Raum, dass es noch diese Woche eine Dringlichkeitssitzung der europäischen Verbände geben soll.

Als UEFA-Vizepräsident betonte Hans-Joachim Watzke die große Macht der Europäer. "Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht", sagte Watzke auf Anfrage.

Investorenplan mit Hintergedanken: Der ewige Infantino?

Die UEFA präsentiert sich nicht zum ersten Mal als Bollwerk des gegenwärtigen Zustands im Weltfußball. Auch bei Infantinos Milliarden-Plänen 2018 ging der europäische Dachverband mit Präsident Aleksander Čeferin in Frontalopposition zum Weltverband – und setzte sich am Ende durch. Diesmal wird sich die Opposition komplizierter gestalten, denn Infantinos FIFA will die Fußball-Welt und vor allem die kleinen Verbände mit zusätzlichem Geld überschütten.

Abseits der Ablehnung aus Europa dürfte es gerade bei kleineren Mitgliedsstaaten eine Zustimmung für die Idee geben, weil sie schlicht für einen deutlichen Anstieg der Einnahmen sorgen. "Hier geht es um die Demokratisierung des Fußballs weltweit", sagte Infantino. Nach FIFA-Angaben könnten sich die Einnahmen pro Jahr für die Mitgliedsstaaten mehr als verdreifachen.

In Kürze werde ein Vorschlag, der derzeit geprüft werde, den 211 Mitgliedsverbänden und dem FIFA-Rat vorgelegt, die die Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit seien, sagte ein FIFA-Sprecher auf Anfrage. 

Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte Infantino das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten. Es sei über dieses Szenario aber noch nie konkret gesprochen worden, betonte ein FIFA-Sprecher. Der Präsident und die Verwaltung müssten jedoch – sofern es genehmigt wird – führende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gemäß der FIFA-Statuten die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft zu behalten.

Mit Informationen von dpa, sid

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