Eine Händlerin schaut im Handelssaal an der Börse auf ihre Bildschirme.
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Aktienindex Dax verliert wegen Iran-Krieg deutlich an Wert
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Aktienindex Dax verliert wegen Iran-Krieg deutlich an Wert

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Wird der Iran-Krieg eine Belastung für die Weltwirtschaft?

Wird der Iran-Krieg eine Belastung für die Weltwirtschaft?

Die Lage im Nahen Osten bleibt unübersichtlich. Die steigenden Öl- und Gaspreise könnten auf Dauer gefährlich werden für die Weltwirtschaft. Schon jetzt kann der DAX die 24.000-Punkte-Marke nicht mehr verteidigen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Verluste am deutschen Aktienmarkt werden nun doch größer. Aber von einem panischen Ausverkauf wollen die meisten Profis derzeit noch nicht sprechen - auch wenn der deutsche Leitindex am Vormittag auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember gefallen ist. Gestern waren nur knapp 80 Millionen DAX-Aktien gehandelt worden, sehr viel weniger als z.B. Anfang April vergangenen Jahres, als sich die Märkte wegen der erratischen Zoll-Politik des US-Präsidenten regelrecht schockiert zeigten.

Politische Krisen: Auf Ausverkauf folgt Erholung

"Politische Börsen haben kurze Beine" – dieser alte Börsenspruch wurde mehr als einmal zitiert, wenn es irgendwo auf der Welt krachte. Auf militärische Konflikte oder auch regional begrenzte Kriege reagierten die Märkte häufig mit einem kurzen, heftigen Ausverkauf, bevor sie sich wieder kräftig erholten.

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine vor fast genau vier Jahren dauerte es aber einige Monate, bevor es an den Börsen wieder aufwärts ging. Seit dem Tiefpunkt im September 2022 konnte der DAX kräftig zulegen.

Langer Iran-Krieg ist das größte Risiko für Finanz- und Rohstoffmärkte

Das größte Risiko mit Blick auf den neuen Iran-Krieg ist das Szenario, dass sich die Kampfhandlungen länger hinziehen, dass weitere Länder wie Saudi-Arabien oder auch die VAE aktiv eingreifen und dass die Meerenge von Hormus für Tanker und Containertransporte dauerhaft blockiert wird.

Die Notierungen für Rohöl und für Gas sind seit Wochenbeginn massiv gestiegen. So hat der Preis für ein Fass Brent-Öl die 80-Dollar-Marke nach oben durchbrochen. Die Analysten von Barclays wollen nicht ausschließen, dass die 100-Dollar-Marke gerissen wird. Auch bei den Analysten der Nord/LB in Hannover heißt es, die Anleger müssten vor allem die Straße von Hormus im Auge behalten.

Zwischenwahlen in den USA haben großen Einfluss auf Iran-Krieg

Die anstehenden Zwischenwahlen in den USA dürften eine zentrale Rolle spielen und könnten Dauer und Verlauf des neuen Iran-Kriegs maßgeblich beeinflussen, betont Tobias Basse von der Nord/LB: "Aufgrund der bevorstehenden Midterms benötigt Donald Trump relativ zügig positive Nachrichten. Auch deshalb hat er in Interviews bisher mit Blick auf die Dauer des Konfliktes einen Zeithorizont von bis zu vier Wochen ins Spiel gebracht."

Das heißt, je länger sich die Luftschläge auf Ziele im Iran hinziehen, desto größer die Hypothek für den US-Präsidenten im Wahlkampf.

Iran-Krieg kann auch Inflation wieder anheizen

Im ungünstigen, längerfristigen Szenario würde das weltweite Wachstum leiden, und die Inflationsraten könnten wieder steigen. Insofern lässt sich der Ukraine-Krieg mit der aktuellen Lage vergleichen, denn auch 2022 wurde die Energieversorgung empfindlich getroffen, und wichtige Lieferketten waren monatelang unterbrochen. Die Folge war ein Energieschock mit hohen Teuerungsraten, so dass die EZB im Frühling 2022 ihre jahrelange Nullzinspolitik beenden musste.

Ein solcher "negativer Angebotsschock" könnte auch dieses Mal drohen, mit allen ungünstigen Folgen z.B. für die deutsche Chemie- und Automobilindustrie. Airlines, Reisekonzerne und Reedereien gehören seit Wochenanfang zu den größten Verlierern an den Börsen.

Hoffnung auf positive wirtschaftliche Folgen des Iran-Kriegs

Dennoch könnte der US-israelische Angriff auf den Iran langfristig auch positive Folgen haben, wenn eine der krisenträchtigsten Regionen bald zur Ruhe käme, schreibt Robert Halver von der Baader Bank in einer aktuellen Analyse für die Börse München (externer Link): "Grundsätzlich lehrt die Börsengeschichte, dass Panikverkäufe immer die schlechteste Anlegerentscheidung sind. Tatsächlich haben sich vergangene Krisen im Nachhinein mehrheitlich als überschaubar dargestellt."

Wer breit über Indizes wie MSCI World oder FTSE All-World investiert ist, besitzt damit schon Energie- und Rüstungsanteile, die die Verluste aus anderen Sektoren zum Teil abfedern können, weil sie gerade gefragter als andere Werte sind. Wer mag, könnte sein Portfolio jetzt anpassen und krisenfester machen. Damit rücken Energiewerte, Versorgertitel und auch Edelmetalle stärker in den Fokus.

Wer schon länger an den Börsen mitmischt und auf genügend Bargeld sitzt, der schreibt womöglich schon an seiner Einkaufsliste für die Unternehmen, die man schon immer gerne im Depot gehabt hätte, oder bei denen sich das Nachkaufen lohnen könnte. Doch zunächst ist Abwarten angesagt.

Im Video: BR24-Wirtschaftsexperte Rigobert Kaiser zu wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs

Rigobert Kaiser - Wirtschaftsredaktion BR
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Rigobert Kaiser - Wirtschaftsredaktion BR

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