Audi Werk in Neckarsulm. Hier arbeiten über 15.000 Menschen für die VW-Tochter.
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Wie weiter verfahren mit der kriselnden Autoindustrie? Infratest dimap hat die Haltung der Deutschen zur Automobilindustrie abgefragt.
Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | Arnulf Hettrich
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Wie weiter verfahren mit der kriselnden Autoindustrie? Infratest dimap hat die Haltung der Deutschen zur Automobilindustrie abgefragt.

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Auto-Krise bei VW & Co.: Wie denken die Deutschen darüber?

Auto-Krise bei VW & Co.: Wie denken die Deutschen darüber?

Nach dem Paukenschlag bei VW sind noch viele Fragen offen – etwa, was der Sparplan für den Auto-Standort Deutschland und für Bayern bedeutet. Wie blicken die Menschen auf die Branche?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Es war ein hartes Ringen, an dessen Ende dann doch noch eine Einigung stand: 50.000 weitere Arbeitsplätze sollen beim VW-Konzern wegfallen, hinzu kommt eine Verschlankung der Modellpalette um rund 50 Prozent bis 2035 und eine Reduzierung der Autoproduktion. Diesen Sparplan hat der Aufsichtsrat von VW dem Konzern am Donnerstagabend einstimmig verpasst. Für die VW-Werke Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm bedeutet die Entscheidung kein Aufatmen – im Gegenteil: Werksschließungen wurden zwar nicht explizit beschlossen, scheinen aber auch noch nicht endgültig vom Tisch.

Ab 2031 bis 2034 könne für diese Werke keine "wettbewerbsfähige Folgebelegung" gewährleistet werden, hieß es vom Aufsichtsrat. Deswegen prüfe man alternative Verwendungsmöglichkeiten; bis Ende Juni 2027 solle für die europäischen Werke ein Konzept vorliegen. Im Gespräch sind die zeitweise Nutzung für die Rüstungsproduktion oder der Bau chinesischer VW-Modelle in Deutschland.

Blick in die Glaskugel: Auswirkungen für Audi unklar

Angesichts einer derart unsicheren Zukunft für das Audi-Produktionswerk in Baden-Württemberg sowie das Zwickauer VW-Werk, wo Audi ebenfalls produziert, steht fest: Der bayerische Autobauer dürfte beim angekündigten Sparplan kaum außen vor bleiben. Doch: Wie viel von der angekündigten Diät auf die VW-Tochter Audi entfallen wird, ist noch völlig offen. Bei Audi gilt eigentlich eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2033, die zumindest betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Ein “sozialverträglicher“ Personalabbau etwa über Altersteilzeit oder Vorruhestand ist dagegen schon möglich.

In Bezug auf den nun verkündeten Personalabbau hatte Konzernchef Oliver Blume in der Vergangenheit gesagt, dass er die Hälfte des Anpassungsbedarfs in Deutschland sehe. Zur Einordnung: Ende 2025 beschäftigte der VW-Konzern weltweit knapp 663.000 Menschen, davon etwa 284.000 in Deutschland. Audi wiederum beschäftigt nach eigenen Angaben rund 88.000 Mitarbeiter weltweit, davon rund 40.000 in Ingolstadt und 15.500 in Neckarsulm (Stand Ende 2025).

Betriebsrat von Audi: Fokus auf gemeinsamer Ausgestaltung

In Ingolstadt gibt man sich am Tag nach der Entscheidung des VW-Aufsichtsrats bedeckt: "Gerade nach den vielen Spekulationen und Unsicherheiten der vergangenen Wochen ist es wichtig, dass der Fokus nun auf den anstehenden Gesprächen und der konkreten Ausgestaltung liegt", teilte der Vorsitzende des Audi-Gesamtbetriebsrats, Jörg Schlagbauer, auf BR24-Anfrage mit. Nach der Entscheidung des VW-Aufsichtsrats gehe es nun darum, die konkreten Inhalte und Details gemeinsam auszuarbeiten, "um den Beschäftigten Sicherheit zu geben, nachhaltige Perspektiven für die Standorte schaffen zu können sowie dem Konzern und Audi eine gute Zukunft zu ermöglichen."

Weg in die Zukunft verschlafen?

Wie blicken die Deutschen auf die angeschlagene Branche? Sollte man den Autobauern aus dem Schlamassel helfen – und wenn ja, wie?

Der ARD-DeutschlandTrend zeigt: Eine Mehrheit der Befragten sieht Versäumnisse bei den Herstellern. 73 Prozent sind der Meinung, dass die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren die Entwicklung alternativer Antriebe wie etwa E-Autos verschlafen hat. Gleichzeitig scheinen die Befragten gespalten bei der Frage, ob Deutschland auch in Zukunft auf Verbrenner setzen sollte: Jeweils knapp die Hälfte ist dafür beziehungsweise dagegen. Heraussticht dabei: Insbesondere Anhänger der AfD fordern einen stärkeren Fokus auf Verbrenner.

Trotz Kritik: Befragte bekennen sich zur Automobilindustrie

Trotz Kritik an der Strategie der Autobauer enthält die Studie ein Bekenntnis der Bürger zur heimischen Autoindustrie: Als sehr wichtig oder wichtig für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands bezeichneten sie 81 Prozent der Befragten. Außerdem sprach sich eine Mehrheit von 62 Prozent dafür aus, dass der Staat die heimische Autoindustrie in der aktuellen Krise besonders unterstützen soll. Und: 65 Prozent fänden es richtig, Förderprogramme der EU nur auf solche Autos zu gewähren, die vollständig oder zumindest zu weiten Teilen in der EU produziert wurden.

Im Video: Wie geht es weiter für Audi in Ingolstadt?

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