Drohne schwebt vor Flugzeug im Hintergrund
Drohne schwebt vor Flugzeug im Hintergrund
Bild
Drohnen sind im Radius von 1,5 Kilometern um Flughäfen verboten. Trotzdem wurden vergangenes Jahr 226 gemeldet.
Bildrechte: dpa / Jan Woitas
Schlagwörter
Bildrechte: dpa / Jan Woitas
Audiobeitrag

Drohnen sind im Radius von 1,5 Kilometern um Flughäfen verboten. Trotzdem wurden vergangenes Jahr 226 gemeldet.

Audiobeitrag
> Wirtschaft >

Drohnen, Feueralarm und Co.: Was kostet das die Luftfahrt?

Drohnen, Feueralarm und Co.: Was kostet das die Luftfahrt?

Am Sonntag roch es im Tower des Münchner Flughafens nach Rauch. Die Startbahnen waren daraufhin knapp zwei Stunden lang gesperrt. Schon kleine Zwischenfälle wie diese kosten den Luftverkehr eine Menge Geld. Auch Drohnen sind ein wachsendes Problem.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Ende Mai haben zwei Piloten am Münchner Flughafen etwas fliegen sehen, das sie für eine Drohne hielten. Die Bundespolizei hat daraufhin das Gelände mit einem Hubschrauber abgesucht. Sie hat nichts gefunden und Entwarnung gegeben.

Die Startbahn in München war nur eine Stunde lang gesperrt. Trotzdem hat der Vorfall den Pfingstverkehr ziemlich durcheinandergebracht: 26 Flieger konnten nicht landen und wurden umgeleitet – zum Beispiel nach Frankfurt, Nürnberg oder Leipzig, etwa 60 Flieger hatten teils erhebliche Verspätungen. All das verursacht Kosten. Doch wie hoch die genau sind, ist schwer zu beziffern.

Zwischenfälle verursachen Kosten

Muss ein Flugzeug umkehren und einen anderen Flughaufen ansteuern, verbraucht es auf dem Weg mehr Kerosin. Die Airline muss außerdem zusätzliche Landegebühren zahlen. Die Fluggäste bekommen Anspruch auf Verpflegung. All das verursacht Kosten. Laut DLR haben die Drohnensichtungen den deutschen Luftverkehr vergangenes Jahr insgesamt geschätzt 60 Millionen Euro gekostet. Berücksichtigt man Folgestörungen – das Flugzeug tritt seinen nächsten Flug verzögert an, Flüge fallen aus, die Fluggäste müssen übernachten –, dann belaufen sich die Kosten dem DLR zufolge auf bis zu 160 Millionen Euro.

Auch andere Zwischenfälle behindern die Luftfahrt: Nur eine Woche nach der jüngsten Drohnensichtung musste der Münchner Flughafen seinen Betrieb wieder aussetzen. Mitarbeitenden im Tower war aufgefallen, dass es nach Rauch roch. Zwei Stunden später konnte die Feuerwehr entwarnen: Schuld war ein defektes Bauteil der Lüftungsanlage. Die Kosten des falschen Feueralarms vom Wochenende kann der Münchner Flughafen eigenen Angaben zufolge nicht beziffern.

Drohnenvorfall im Oktober vermutlich teuerster in 2025

Viel teurer als die Zwischenfälle der vergangenen Wochen war laut DLR jedenfalls ein Vorfall im Oktober: Mehrere Drohnen hatten den Verkehr am Münchner Franz Joseph Strauß-Flughafen tagelang gestört und zum Teil ganz lahmgelegt. Tausende Passagiere saßen fest. Es war laut DLR der deutschlandweit vermutlich teuerste Drohnenvorfall des vergangenen Jahres.

Die Ergebnisse der DLR-Studie könnten "eine Grundlage für Kosten-Nutzen-Analysen bilden, etwa zur Bewertung von Investitionen in Systeme zur Drohnendetektion und Drohnenabwehr", sagt Dr. Florian Linke, kommissarischer Direktor des DLR-Instituts für Luftverkehr.

Verbotene Drohnenflüge nehmen zu

Wenn eine Drohne, selbst eine kleine, mit einem Flugzeug kollidiert, dann kann sie es ernsthaft beschädigen. Drohnen, die unautorisiert über Flughäfen schweben, sind deshalb ein echtes Sicherheitsrisiko. 226 solcher Drohnensichtungen wurden vergangenes Jahr in Deutschland gemeldet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, kurz DLR. Mehr als 100-mal hätten die betroffenen Flughäfen ihren Betrieb teilweise oder vollständig einstellen müssen.

Täter meist unbekannt

Drohnenflüge sind im Umkreis von 1,5 Kilometern um Flughäfen gesetzlich verboten. Es drohen bis zu zehn Jahre Haft. Meist bleibt aber ungeklärt, wer die Drohnen steuert. Nicht immer stecken Geheimdienste oder Terrorgruppen dahinter. Die Behörden verdächtigen zum Teil unbedarfte Hobby-Pilotinnen und -Piloten.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!