E-Lkw-Ladesäulen: So bremst das Stromnetz die Verkehrswende
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E-Lkw-Ladesäulen: So bremst das Stromnetz die Verkehrswende

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E-Lkw-Ladesäulen: So bremst das Stromnetz die Verkehrswende

E-Lkw-Ladesäulen: So bremst das Stromnetz die Verkehrswende

Viele Spediteure wollen ihre Diesel-Lkw gegen Elektro-Lkw tauschen. Die sind nicht bloß klimafreundlicher, sondern angesichts gestiegener Spritpreise auch potenziell günstiger. Da gibt es aber ein Problem: Mancherorts macht das Stromnetz nicht mit.

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Er ist groß wie ein normaler Lkw, breit wie ein normaler Lkw, kann genauso viel laden – auf den ersten Blick sieht man nicht, dass der Wagen, an dessen Steuer Katharina Weber sitzt, nicht gewöhnlich ist. Bloß die Schrift über der Frontscheibe lässt es erkennen: "Electric" – dieser Lkw fährt mit Strom. "Mir macht es total viel Spaß!", schwärmt Katharina Weber. "Es ist natürlich ein ganz anderes Fahren, wenn man hier im Fahrerhaus sitzt. Es ist sehr leise."

Katharina Weber ist Geschäftsführerin der Spedition Weber in Weiherhammer nahe Weiden in der Oberpfalz. Drei ihrer 29 Lkw fahren schon elektrisch.

Eigentlich würde die Spedition gerne noch mehr anschaffen. Sie hat aber ein Problem: An ihrem Betriebshof im Industriegebiet hat sie keine passende Ladesäule, bloß einen Hausanschluss mit 44 Kilowatt. Die Lkw bräuchten das 40-fache – das kann das Stromnetz in Weiherhammer aber nicht leisten.

Schlechtes Stromnetz bremst Verkehrswende

Wie der Spedition Weber ginge es vielen Speditionen in Bayern, sagt Sabine Lehmann, Vorsitzende des Landesverbands Bayerischer Spediteure. "In den Diskussionen 'Wie gestalte ich den Güterverkehr der Zukunft?' ist für Unternehmen die Frage 'Wie kann ich meine Fahrzeuge laden?' an erster Stelle", sagt Lehmann.

Flächendeckende Daten zur Netzkapazität gibt es nicht. Im Allgemeinen lässt sich bloß sagen: Das Problem existiert vor allem auf dem Land und fernab großer Industrie-Hotspots. Hier ist das Netz am schwächsten. Sabine Lehmann sagt, beim Ausbau habe sich schon viel getan – aber nicht genug. "Wir stehen bei Weitem nicht mehr da, wo wir mal waren, aber wir sind auch noch lange nicht dort, wo wir hinmüssen."

Branchenverband: Der Wille wäre da

Vergangenes Jahr hat das Kraftfahrtbundesamt in Bayern über alle Gewichtsklassen rund 55.000 Lkw neu zugelassen. Davon fahren knapp 5.500 elektrisch, also rund zehn Prozent. Sabine Lehmann vom Branchenverband der Spediteure sagt, noch mehr wäre möglich – wenn die Ladeinfrastruktur passt.

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Vergangenes Jahr wurden in Bayern rund 55.000 Lkw neu zugelassen, knapp 5.500 davon Elektros - das entspricht rund 10 Prozent.

E-Lkw sind zwar in der Anschaffung erheblich teurer als die Diesel-Alternative, angesichts gestiegener Strompreise können sie sich aber auf Dauer rechnen. Ein großer Faktor für Speditionen ist auch: E-Lkw sind von der Lkw-Maut befreit.

Kosten für Netzausbau für E-Lkw tragen zum Teil Speditionen

Die Spediteurin Katharina Weber würde daher gerne noch stärker auf Elektro setzen. Damit sie an ihrem Betriebshof die nötigen Megawatt bekommt, müsste der Netzbetreiber aber das örtliche Netz ausbauen, also zum Beispiel dickere Kabel verlegen und einen Transformator aufstellen. Die Kosten kann er zum Teil der Spedition in Rechnung stellen – nach der Niederspannungsanschlussverordnung höchstens zur Hälfte für den Bedarf ab 30 Kilowatt.

Weber schätzt die Kosten auf rund zwei Millionen Euro. "Ein mittelständisches Familienunternehmen wie wir, wir können uns das derzeit nicht leisten", sagt sie. Sie hofft darum auf eine Förderung vom Wirtschaftsministerium.

Wirtschaftsministerium fördert Ausbau

Über die Agentur Bayern Innovativ (externer Link) fördert das Wirtschaftsministerium Unternehmen wie die Spedition Weber beim Bau von privaten Ladesäulen. Seit 2023 hat es 90 solcher Förderanträge bewilligt und insgesamt gut elf Millionen Euro ausgeschüttet. Im Juli startet jetzt ein neuer Förderaufruf, die Spedition Weber will sich aber voraussichtlich erst kommendes Jahr bewerben. Vorher prüft sie, ob ein Stromspeicher helfen würde.

Übergangslösung: Laden beim Kunden

In der Zwischenzeit hilft ihr ein Kunde aus: Das Sandwerk in Freihung, knapp 20 Kilometer entfernt. Hier ist das Stromnetz leistungsstärker. Die Firma hat darum extra für die Spedition Weber Ladesäulen errichtet – eine Übergangslösung. Langfristig hofft Katharina Weber, dass sie ihre E-Lkw auch in Weiherhammer laden kann.

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