Nach einigen kühlen Tagen kommt der Juni dieses Wochenende mit Hitze daher. Mit heißer und schwüler Luft kann es auch das eine oder andere heftige Gewitter geben. Dabei besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen. Wasser auf der Straße, Wind und schlechte Sicht können beim Autofahren zur Herausforderung werden. Ein paar Tipps, wie Sie sicher ans Ziel kommen.
Aquaplaning-Gefahr: Bei Starkregen Fuß vom Gas
Bei einem Gewitter mit heftigem Regen kommt oft sehr viel Wasser vom Himmel. Wird man von einem so heftigen Regenguss, zum Beispiel auf der Autobahn, überrascht, kann es sein, dass es zu Aquaplaning kommt. Das bedeutet, dass der Wasserfilm auf der Straße so hoch ist, dass das Profil der Autoreifen ihn nicht mehr verdrängen kann. Es kann dann passieren, dass der Wagen "aufschwimmt" und man nicht mehr richtig lenken und bremsen kann. Besonders gefährlich sind Spurrillen, in denen sich besonders viel Wasser ansammelt.
Aquaplaning-Gefahr kann man daran erkennen, wenn die Fahrzeuge um einen herum besonders viel Wasser aufwirbeln und man in den Radkästen des eigenen Fahrzeuges laute Wassergeräusche vernehmen kann. Wenn dann auch noch die Lenkung sehr leichtgängig wird und nicht mehr richtig reagiert, besteht die Gefahr, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren.
Dann ist richtiges Verhalten entscheidend. David Dodaro, Trainer beim ADAC-Fahrsicherheitszentrum Südbayern, erklärt: "Das Wichtigste ist: ruhig bleiben. Lenken, Bremsen, Gas geben und hektische Fahrmanöver vermeiden. Stattdessen das Lenkrad gerade halten und warten, bis die Reifen wieder Kontakt zur Fahrbahn haben."
Schlechte Sicht bei heftigem Regen
Wenn der Regen so sehr herunterprasselt, dass die Sicht beim Autofahren stark eingeschränkt ist und auch die Scheibenwischer nicht mehr nachkommen, bedeutet das ebenfalls: Geschwindigkeit reduzieren. Denken Sie bei schlechter Sicht daran, das Abblendlicht einzuschalten, denn das Tagfahrlicht reicht in solchen Situationen nicht aus. Nebelscheinwerfer können eingeschaltet werden, die Nebelschussleuchte laut Vorschrift aber eigentlich nicht. Die „dürfen nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 m beträgt.“ (§17,3 StVO). Sollten Sie sich dennoch dazu entscheiden, vergessen Sie nicht, sie auch wieder auszuschalten, wenn sich die Sicht wieder gebessert hat.
Auf der Autobahn auf dem Standstreifen anzuhalten, ist übrigens verboten, wenn keine Panne oder ein medizinischer Notfall vorliegt. Wer bei einem heftigen Gewitter nicht weiterfahren möchte, sollte einen Rastplatz ansteuern und dort abwarten.
Wo Starkregen droht, kann man sich beim Bayerischen Landesamt für Umwelt auf einer Karte [externer Link] ansehen.
Starker Wind – Vorsicht auf Brücken und nach Waldstücken
Windböen können einen mit dem Auto im wahrsten Sinne des Wortes ganz unvermittelt aus der Spur werfen. Besonders gefährlich ist das, wenn man aus Waldstücken herausfährt, Brücken überquert oder einen Tunnel verlässt. Denn dort kann der Seitenwind sehr plötzlich auftreten. Auch beim Überholen von Lastwagen oder Reisebussen können sich die Kräfte durch Seitenwind rasch verändern. An besonders exponierten Stellen weisen Schilder oder Windsäcke auf die erhöhte Gefahr hin.
Bei solchen Wetterlagen gehören beide Hände ans Lenkrad. Wie in den anderen genannten Situationen ist auch bei starkem Wind angepasste Geschwindigkeit wichtig, vor allem wenn Sie in der Urlaubszeit mit Dachbox oder Fahrradträger unterwegs sind – denn diese Anbauteile erhöhen die Windempfindlichkeit des Fahrzeuges. Auch Wohnmobile oder Wohnanhänger sind besonders anfällig für Seitenwind.
Transparenzhinweis:
In einer früheren Version des Artikels wurde empfohlen, bei Starkregen und Sichtweiten unter 50 Metern die Nebelschlussleuchte einzuschalten. Korrekt ist jedoch, dass diese nur bei Nebel eingeschaltet werden darf, deswegen haben wir den Artikel entsprechend ergänzt.
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