Ein Mann fährt mit einem Mountainbike der Marke Haibike eine Treppe hinunter.
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Es geht bergab für Haibike, Winora und Ghost: Die bayerischen Fahrradmarken stehen vor einer ungewissen Zukunft
Bildrechte: picture alliance / dpa | Rainer Jensen
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Es geht bergab für Haibike, Winora und Ghost: Die bayerischen Fahrradmarken stehen vor einer ungewissen Zukunft

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Fahrrad-Boom vorbei: Was wird aus Winora, Haibike und Ghost?

Fahrrad-Boom vorbei: Was wird aus Winora, Haibike und Ghost?

Nach Jahren des Fahrrad-Booms folgt die Ernüchterung: Die Branche kämpft mit Problemen. Nun stehen drei bekannte bayerische Marken vor einer ungewissen Zukunft.

Über dieses Thema berichtet: Bayern3 Update am .

Es ist Sommer – und damit Hochsaison auf Bayerns Radwegen. Fahrräder und vor allem E-Bikes prägen das Bild vielerorts. In diese Zeit schlägt nun eine Nachricht ein, die die Fahrradbranche in Bayern trifft: Die Zukunft der bekannten Marken Winora, Haibike und Ghost ist ungewiss.

Niederländischem Mutterkonzern geht das Geld aus

Hintergrund ist die Insolvenz ihrer niederländischen Muttergesellschaft Accell. Der Konzern hatte am 5. August mitgeteilt, dass für mehrere Tochtergesellschaften Insolvenzverfahren eingeleitet werden sollen. In Deutschland sind unter anderem die Winora Staiger GmbH mit den Marken Winora und Haibike sowie die Ghost-Bikes GmbH betroffen.

Winora und Haibike haben ihren Sitz in Sennfeld im Landkreis Schweinfurt, Ghost im oberpfälzischen Waldsassen. Nach Medienberichten arbeiten bei den bayerischen Accell-Gesellschaften insgesamt rund 370 Menschen.

Schwierige Lage trotz Sanierungsversuchen

Als Grund für die Insolvenz nennt Accell die schwierige finanzielle Situation des Konzerns. Nach einer Umstrukturierung im Februar hatte die Unternehmensgruppe mit ihren Kreditgebern eine zusätzliche Finanzierung und einen deutlichen Schuldenabbau vereinbart. Anschließend seien verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft geprüft worden – darunter Gespräche mit Interessenten und unterschiedliche Angebote.

Eine tragfähige Lösung sei jedoch nicht gefunden worden. Accell-Chef Jonas Nilsson bezeichnete die Situation als "zutiefst traurige und frustrierende" Entwicklung. Besonders schwierig sei der Moment für Beschäftigte, Gläubiger, Kunden, Lieferanten und Partner.

Fahrradbranche kämpft mit den Folgen des Booms

Die Probleme von Accell kommen in einer schwierigen Phase für die gesamte Fahrradbranche. Während der Corona-Pandemie hatte es einen regelrechten Fahrrad- und E-Bike-Boom gegeben. Viele Hersteller und Händler stockten ihre Bestände auf. Als die Nachfrage anschließend deutlich zurückging, blieben hohe Lagerbestände zurück.

Preisdruck und sinkende Verkaufszahlen setzen die Branche seitdem unter Druck. Für die angeschlagenen Marken könnte nun ein Verkauf eine mögliche Perspektive sein. Nach Einschätzung von Fahrradexperten gelten insbesondere Haibike und Ghost als attraktiv, auch Winora könnte für Käufer interessant sein, meldete die "Wirtschaftswoche" heute online.

Zukunft der Standorte offen

Ob es bereits konkrete Interessenten für die drei Marken gibt, ist bislang nicht bekannt. In der Mitteilung vom 5. August hatte Accell lediglich erklärt, der Fokus liege darauf, "tragfähige Geschäftsbereiche und Arbeitsplätze zu erhalten, soweit die Umstände dies zulassen".

Was das konkret für die bayerischen Standorte und die Zukunft der drei Fahrradmarken bedeutet, ist offen. Anfragen von BR24 bei Accell und den betroffenen Tochtergesellschaften laufen.

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